Novo Nordisk Aktie: Wegovy-Tablette in 27 EU-Staaten zugelassen

Europäische Kommission genehmigt erste GLP-1-Abnehmpille. Novo Nordisk überholt Eli Lilly in Europa und profitiert von starkem Aktienmomentum.

Redaktion Stock-World ·
Eine abstrakte, atmosphärische Szene, die den Pharmasektor mit einer Stimmung von vorsichtigem Optimismus und regulatorischem Fortschritt darstellt. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Erste Schluckpille gegen Fettleibigkeit
  • EU-Zulassung für orales Semaglutid
  • Novo Nordisk überholt Eli Lilly
  • Aktie mit 18 Prozent Monatsplus

Novo Nordisk sichert sich einen entscheidenden Vorsprung im Rennen um die Abnehmpille. Die Europäische Kommission hat Wegovy in Tablettenform für alle 27 EU-Mitgliedstaaten zugelassen. Damit zieht der dänische Pharmakonzern an seinem US-Rivalen Eli Lilly vorbei — ausgerechnet in einer Phase, in der die Aktie ohnehin einen starken Sommer erlebt.

Erste Schluckpille gegen Fettleibigkeit in der EU

Die Brüsseler Behörde genehmigte das einmal täglich einzunehmende orale Semaglutid in der 25-mg-Dosierung. Zugelassen ist die Pille für Erwachsene mit einem Body-Mass-Index ab 30 oder ab 27 bei mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung. Sie ergänzt eine kalorienreduzierte Ernährung und mehr Bewegung.

Das ist ein Novum: Wegovy als Tablette ist damit das erste GLP-1-Präparat, das EU-weit nicht gespritzt, sondern geschluckt werden kann. Nach den USA, Großbritannien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain ist es bereits die fünfte Zulassung weltweit. Zusätzlich genehmigte die Kommission einen gebrauchsfertigen Injektionspen für die höhere 7,2-mg-Dosis von Wegovy.

Novo Nordisk plant, die Pille in der zweiten Jahreshälfte 2026 in weiteren europäischen Ländern einzuführen. CEO Mike Doustdar nannte die Zulassung mehr als einen regulatorischen Meilenstein: Eine Tablette könne der einfachere und akzeptablere Einstieg in die Behandlung sein, so Doustdar.

Lilly hinkt in Europa hinterher

Der Zeitpunkt trifft Eli Lilly hart. Der Foundayo-Pille des US-Konzerns fehlt in Europa noch die Zulassung — die Prüfung durch die dortigen Behörden läuft. In den USA hatte die FDA Foundayo bereits im April 2026 grünes Licht gegeben.

Novo Nordisk könnte den Abstand zum Rivalen in Europa also weiter ausbauen, solange unklar bleibt, wann Lilly überhaupt starten kann. Die klinische Basis für die EU-Zulassung liefert das umfangreiche OASIS-Studienprogramm. Die Teilstudie OASIS 4 zeigte einen Gewichtsverlust von rund 17 Prozent gegenüber 3 Prozent unter Placebo. Etwa ein Drittel der Teilnehmer verlor sogar 20 Prozent oder mehr an Gewicht.

In den USA, wo die Pille bereits seit Anfang des Jahres verfügbar ist, läuft der Absatz bemerkenswert gut. Bis Juni 2026 wurden über 3 Millionen Rezepte ausgestellt. Mehr als 80 Prozent davon gingen an Patienten, die zuvor noch keine GLP-1-Therapie erhalten hatten.

Aktie im Höhenflug — aber überkauft

Der Markt reagierte zunächst positiv: Die Novo-Nordisk-Aktie legte nach Bekanntgabe um 2,5 Prozent zu, wenngleich der Effekt kurzlebig blieb. Am Donnerstag schloss das Papier bei 45,01 Euro — ein Plus von 18,47 Prozent auf Monatssicht. Zum bisherigen Jahreshoch von 60,95 Euro aus dem Juli 2025 fehlen der Aktie aber immer noch gut ein Viertel.

Der 14-Tage-RSI steht bei 71,5 Punkten. Das signalisiert eine überkaufte Marktlage nach dem steilen Anstieg der vergangenen Wochen. Parallel dazu läuft das Aktienrückkaufprogramm weiter: Seit dem 4. Februar 2026 hat Novo Nordisk knapp 24 Millionen B-Aktien zurückgekauft, im Rahmen eines Gesamtvolumens von bis zu 15 Milliarden dänischen Kronen.

Die Zulassung fällt in eine Phase des Übergangs vom Krisenmodus zur Offensive. Von ihrem Märztief bei 30,25 Euro hat sich die Aktie bereits deutlich erholt. Der nächste Test kommt mit der Umsetzung: Novo Nordisk muss die Pille jetzt in weiteren europäischen Märkten platzieren, bevor Lilly mit Foundayo nachzieht.

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Novo Nordisk Aktie

35,76 EUR

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Sektor Gesundheitswesen
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