Novo Nordisk Aktie: Werbestopp abgeschmettert!
Der Eilantrag gegen Eli Lillys Werbung wurde abgewiesen; über die Vorwürfe und den weiteren Rechtsstreit ist noch nicht entschieden.

Kurz zusammengefasst
- US-Gericht verweigert vorläufigen Werbestopp
- Werbevorwürfe bleiben weiterhin ungeklärt
- Lilly hebt Umsatzprognose für 2026 an
- Novo Nordisk legt Neunmonatszahlen am 4. November vor
Novo Nordisk kann die beanstandete Werbung von Eli Lilly für Medikamente zur Gewichtsreduktion vorerst nicht gerichtlich stoppen lassen. Ein US-Richter lehnte am 26. Oktober den Antrag auf eine einstweilige Verfügung ab. Wie Reuters berichtete, entschied das Gericht damit aber nicht über die inhaltliche Berechtigung der Vorwürfe irreführender Werbung. Das Verfahren läuft weiter.
Kein Urteil über die Werbevorwürfe
Für Anleger ist diese Unterscheidung entscheidend: Novo Nordisk hat den beantragten vorläufigen Werbestopp nicht erreicht. Eine abschließende Niederlage im zugrunde liegenden Rechtsstreit bedeutet der Beschluss dagegen nicht. Ebenso wenig lässt sich daraus eine gerichtliche Bestätigung der umstrittenen Werbeaussagen ableiten.
Der Beschluss betrifft damit zunächst die Frage, ob Lilly die angegriffene Werbung während des laufenden Streits fortsetzen darf. Für Novo Nordisk bleibt die Auseinandersetzung offen. Sie fällt allerdings in eine Phase, in der der Konkurrent auch mit klinischen Ergebnissen und seiner Geschäftsentwicklung Druck ausübt.
Wettbewerb reicht über den Gerichtssaal hinaus
Am Mittwoch berichtete Reuters über positive Phase-3-Ergebnisse für Lillys Retatrutid im Vergleich mit Novo Nordisks Ozempic. Lilly meldete bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes eine stärkere Gewichtsabnahme und eine stärkere Senkung des Blutzuckers. Die Ergebnisse belasteten die Stimmung gegenüber Novo Nordisk.
Dabei sind klinischer Vergleich und Werbeverfahren getrennt zu betrachten. Die Studienmeldung beschreibt Behandlungsergebnisse; der Rechtsstreit betrifft Vorwürfe gegen konkrete Werbung. Aus dem Ausgang des Eilverfahrens folgt deshalb keine Bewertung des klinischen Wettbewerbs.
Am Donnerstag erhöhte Lilly zudem Medienberichten zufolge seine Umsatzprognose für 2026 auf 91 Milliarden $ bis 92 Milliarden $. Als Treiber nannte das Unternehmen die Nachfrage nach seinen Injektionen zur Gewichtsreduktion.
Für Novo Nordisk verschärft diese Entwicklung die Wettbewerbsfrage: Neben einzelnen Studienergebnissen steht auch die kommerzielle Dynamik des Rivalen im Blick. Zugleich senkte Lilly wegen transaktionsbezogener Belastungen seinen bereinigten Gewinnausblick. Umsatzwachstum und Gewinnentwicklung verliefen in der Prognoseanpassung somit nicht in dieselbe Richtung.
Eigene Geschäftszahlen als nächster Prüfstein
Novo Nordisk wird am 4. November seine Finanzzahlen für die ersten neun Monate 2026 vorlegen. Damit folgt auf die Nachrichten über den Wettbewerber ein Termin zur eigenen Geschäftsentwicklung.
Der gerichtliche Rückschlag ist für Anleger daher weder ein abschließendes Urteil über die Werbevorwürfe noch ein Ersatz für die operative Bewertung. Entscheidend ist die Trennung der Ebenen: Das Werbeverfahren bleibt offen, während Lilly mit neuen Studiendaten und einer angehobenen Umsatzprognose den Wettbewerbsdruck unterstreicht. Die anstehenden Novo-Zahlen liefern den nächsten unternehmenseigenen Bezugspunkt für diese Einordnung.
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