Novo Nordisk: Etavopivat mit 27% Reduktion bei Sichelzellanämie
Novo Nordisk bringt Ozempic als Tablette auf den US-Markt, während Analysten für das erste Quartal 2026 sinkende Umsätze und Gewinne erwarten.

Kurz zusammengefasst
- Ozempic-Tablette ab 4. Mai in US-Apotheken
- Quartalszahlen am 6. Mai unter Druck
- Umsatzprognose: Rückgang um 8 Prozent
- Positive Phase-3-Daten zu Sichelzellmittel Etavopivat
Novo Nordisk startet in eine der wichtigsten Wochen des Jahres. Ab Montag liegt das Ozempic-Tablet in US-Apotheken, am Mittwoch folgen Quartalszahlen — und die Erwartungen sind düster.
Ozempic als Pille: Rebranding mit Kalkül
Ab dem 4. Mai verkauft Novo Nordisk Semaglutid-Tabletten unter dem Namen Ozempic. Drei Dosierungen — 1,5 mg, 4 mg und 9 mg — sind für Erwachsene mit Typ-2-Diabetes gedacht. Verfügbar in mehr als 70.000 Apotheken.
Das ist kein neues Medikament. Die Tabletten wurden bislang als Rybelsus vermarktet. Novo Nordisk nutzt jetzt die Strahlkraft der Ozempic-Marke, um dem Produkt mehr Reichweite zu verschaffen. Kein Wunder — Ozempic gehört zu den bekanntesten Markennamen der Pharmawelt.
Die Preisgestaltung ist bewusst breit angelegt. Kassenpatienten zahlen ab 25 Dollar für eine Dreimonatspackung. Selbstzahler über ausgewählte Telemedizin-Anbieter zahlen 149 Dollar monatlich für die Startdosis. Weight Watchers und GoodRx sind als Vertriebspartner an Bord.
Parallel dazu hat Novo Nordisk bereits eine Zulassungserweiterung für eine 25-mg-Tablette beantragt. Eine FDA-Entscheidung erwartet das Unternehmen bis Ende 2026.
Quartalszahlen unter Druck
Am 6. Mai veröffentlicht Novo Nordisk die Ergebnisse für das erste Quartal 2026 — vor Börsenöffnung. Analysten rechnen mit einem Umsatzrückgang von rund 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn je Aktie soll um etwa 16 Prozent fallen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Novo Nordisk?
Der Ausblick des Unternehmens selbst ist kaum besser. Umsatz und operatives Ergebnis sollen bei konstanten Wechselkursen zwischen 5 und 13 Prozent sinken. Preisdruck in den USA, reduzierte Medicaid-Erstattungen für Adipositas-Mittel und das sogenannte „Most Favored Nations“-Abkommen belasten die Marge.
Die Stimmung an der Wall Street ist entsprechend verhalten. Goldman Sachs, TD Cowen und Deutsche Bank haben ihre Kursziele gesenkt. Bernstein initiierte eine Underperform-Einstufung und warnt, der Zyklus der Gewinnrevisionen sei noch nicht abgeschlossen. Citi hat das Rating zuletzt ebenfalls heruntergestuft. Der Konsens liegt bei „Hold“.
Die Aktie spiegelt das wider. Der ADR schloss am 1. Mai bei 42,22 Dollar — rund 36 Prozent unter dem Jahresbeginn und weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch von 81,44 Dollar. Ausgelöst wurde der Absturz vor allem durch das enttäuschende Phase-3-Ergebnis von CagriSema im Februar.
Pipeline jenseits von GLP-1
Abseits des GLP-1-Drucks gibt es einen bemerkenswerten Fortschritt. Etavopivat, ein Mittel gegen Sichelzellkrankheit, hat in der Phase-3-Studie HIBISCUS beide primären Endpunkte erreicht. Die Häufigkeit schmerzhafter Gefäßverschlüsse sank um 27 Prozent. Fast die Hälfte der behandelten Patienten zeigte eine relevante Verbesserung des Hämoglobinwerts — gegenüber gut 7 Prozent in der Placebogruppe.
Novo Nordisk plant die erste Zulassungseinreichung für etavopivat in der zweiten Jahreshälfte 2026. Das Mittel trägt in den USA mehrere Sonderstatus-Designationen der FDA, darunter Fast Track und Orphan Drug.
Hinzu kommen eine laufende Aktienrückkaufermächtigung über 15 Milliarden Dänische Kronen und eine Dividendenrendite von gut 4 Prozent. Das KGV liegt bei rund 12 — für Novo-Nordisk-Verhältnisse historisch günstig. Ob das reicht, um nach dem 6. Mai wieder Vertrauen aufzubauen, hängt vor allem davon ab, ob das Management den Ausblick stabilisieren kann.
Novo Nordisk-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Novo Nordisk-Analyse vom 2. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Novo Nordisk-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Novo Nordisk-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 2. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Novo Nordisk: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...