Novo Nordisk: Wegovy reduziert Alkoholtage um 12
Novo Nordisk zeigt Potenzial von Wegovy gegen Alkoholabhängigkeit, während schwache Quartalszahlen drohen. Experten fordern weitere Studien.

Kurz zusammengefasst
- Wegovy lindert Alkoholsucht in Studie
- Quartalszahlen mit Umsatzminus erwartet
- Oral-Ozempic in US-Apotheken gestartet
- Aktie erholt sich trotz Drucks leicht
Novo Nordisk steht vor einer Woche mit zwei gegensätzlichen Signalen. Eine neue klinische Studie zeigt, dass Wegovy Alkoholabhängigkeit lindern kann. Zeitgleich drohen am Mittwoch Quartalszahlen, die den Druck auf den ohnehin angeschlagenen Kurs weiter erhöhen könnten.
Wegovy gegen Alkoholsucht: Erste kontrollierte Studie
108 übergewichtige Patienten mit Alkoholabhängigkeit nahmen über 26 Wochen an der Studie teil. Die Hälfte erhielt Wegovy, alle Teilnehmer bekamen begleitende Gesprächstherapie. Das Ergebnis: Patienten mit Wegovy tranken nach sechs Monaten an durchschnittlich fünf Tagen pro Monat stark — zwölf Tage weniger als zu Beginn. Auch Gesamtalkoholkonsum und Blutwerte verbesserten sich.
Studienleiter Professor Anders Fink-Jensen fasste es so zusammen: Semaglutid beeinflusse nicht nur den Appetit, sondern auch die biologischen Mechanismen hinter Suchtverhalten. Hintergrund ist die Wirkung von GLP-1-Wirkstoffen auf die Dopaminsignale im Gehirn — sie dämpfen offenbar Verlangen nach Alkohol, Nikotin und anderen Substanzen. Rund 28 Millionen Amerikaner litten im vergangenen Jahr an einer Alkoholabhängigkeit. Das ist ein potenzieller Markt, der die bisherigen GLP-1-Indikationen deutlich übertrifft.
Allerdings warnen Experten: Größere und längerfristige Studien mit breiter aufgestellten Patientengruppen sind nötig, bevor diese Ergebnisse in die klinische Praxis einfließen können.
Quartalszahlen unter Druck
Am Mittwoch, dem 6. Mai, veröffentlicht Novo Nordisk seine Zahlen für das erste Quartal 2026. Analysten erwarten einen Umsatzrückgang von rund acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim Gewinn je Aktie rechnen sie mit einem Minus von etwa 16 Prozent.
Das Management selbst hat für 2026 ein Umsatzwachstum von minus fünf bis minus 13 Prozent in Aussicht gestellt — zu konstanten Wechselkursen. Beim operativen Gewinn gilt dieselbe Spanne. Es ist die erste vollständige Quartalsveröffentlichung seit dem enttäuschenden Ergebnis der CagriSema-Studie. Der Markt erwartet eine Kursbewegung von knapp sieben Prozent in beide Richtungen.
Kein Wunder, dass die Stimmung angespannt ist. Citi hat die Aktie zuletzt herabgestuft, Bernstein startete die Bewertung direkt mit „Underperform“. Das Management reagierte: neuer CEO, neues Board, Preissenkungen, Stellenabbau von 9.000 Stellen.
Oral-Ozempic und Kurserholung
Seit dem 4. Mai verkauft Novo Nordisk Semaglutid-Tabletten unter dem Markennamen Ozempic in mehr als 70.000 US-Apotheken. Die drei Dosierungen richten sich an Erwachsene mit Typ-2-Diabetes. Das Unternehmen setzt auf die Strahlkraft der Marke, um Marktanteile gegen Eli Lilly zu verteidigen.
Die Aktie notiert bei 37,92 Euro und liegt damit rund 46 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. In den vergangenen 30 Tagen gewann der Kurs jedoch etwa 14 Prozent — ein Hinweis auf eine mögliche Stabilisierung. Ob die Quartalszahlen am Mittwoch diese Erholung stützen oder abwürgen, hängt vor allem davon ab, ob das Management seine Jahresprognose bestätigt oder nach unten anpasst.
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