Nucor Aktie: Freedom Broker dreht auf Kaufen
Nucor übertraf die eigene Gewinnprognose; Freedom Broker erhöhte die Einstufung, während das Management für 2027 weiteres Wachstum erwartet.

Kurz zusammengefasst
- Freedom Broker stuft Nucor auf Kaufen
- Kursziel steigt auf 304 US-Dollar
- Quartalsgewinn je Aktie über Prognosespanne
- Management erwartet stärkeres Geschäft 2027
Freedom Broker hat Nucor heute von „Halten“ auf „Kaufen“ hochgestuft und das Kursziel von 285 auf 304 US-Dollar angehoben. Die Analysten begründen ihren Optimismus mit dem überraschend starken Quartal und besseren Geschäftsaussichten. Damit rückt die Frage in den Mittelpunkt, ob Nucor das hohe Ertragsniveau über den jüngsten Preisaufschwung hinaus halten kann.
Analysten setzen auf anhaltende Ertragsstärke
Für Freedom Broker spricht vor allem die Qualität der jüngsten Ergebnisse für eine positivere Bewertung. Nucor übertraf die eigene Gewinnprognose und erreichte bei den Lieferungen zum dritten Mal hintereinander einen Rekord. Höhere Verkaufspreise trafen damit auf steigende Mengen.
Der verwässerte Gewinn je Aktie lag bei 5,80 US-Dollar. Das Unternehmen hatte zuvor eine Spanne von 5,55 bis 5,65 US-Dollar in Aussicht gestellt.
Auch die operative Profitabilität stützt die neue Einschätzung. Die Verbesserung beruhte nicht allein auf höheren Erlösen: Nucor erzielte zugleich eine stärkere Marge.
Im dritten Quartal 2026 erreichte das EBITDA 2,28 Milliarden US-Dollar. Die EBITDA-Marge lag über 20 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit drei Jahren.
Wells Fargo bestätigte ebenfalls seine positive Einschätzung. Das Analysehaus erhöhte das Kursziel auf 305 US-Dollar und behielt die Empfehlung „Übergewichten“ bei. Beide Häuser setzen damit auf eine Fortsetzung der günstigen Geschäftsentwicklung.
Der Ausblick muss höhere Kosten auffangen
Die nächste Bewährungsprobe liegt im Schlussquartal. Das Management erwartet einen Gewinn etwa auf oder leicht über dem Niveau des dritten Quartals. Höhere Preise sollen saisonal geringere Mengen und steigende Kosten ausgleichen. Die Prognose setzt somit voraus, dass die Preisentwicklung die gegenläufigen Belastungen auffängt.
In den Stahlmühlen erreichte der durchschnittlich realisierte Verkaufspreis 1.233 US-Dollar je Tonne. Gegenüber dem Vorquartal entsprach das einem Anstieg um 8 Prozent.
Für Anleger ist diese Unterscheidung wichtig: Der Ausblick verspricht keine ungebremste Fortsetzung des Mengenwachstums. Vielmehr soll die Preissetzungskraft das Ergebnis trotz saisonaler und kostenseitiger Belastungen stabilisieren.
Neues Werk prägt die längerfristige Perspektive
Für 2027 erwartet das Management ein stärkeres Geschäft als 2026. Als Treiber nennt es die Nachfrage aus Rechenzentren, Energie und Infrastruktur. Hinzu kommen der Hochlauf des Blechwerks in West Virginia und geringere Investitionen.
Das Werk erreichte im September die erste Schmelze; die Produktion wird im kommenden Jahr erwartet. Damit steht neben den Verkaufspreisen ein konkretes Ausbauprojekt hinter der Wachstumsplanung.
Freedom Broker bewertet Nucor mit dem Neunfachen des geschätzten EBITDA für 2027. Die Kaufempfehlung beruht deshalb nicht nur auf dem bereits erreichten Ergebnisniveau. Entscheidend ist auch die Erwartung, dass neue Kapazitäten und die genannten Nachfragefelder die Ertragskraft weiter stützen. Das bleibt eine Prognose – ebenso wie der erwartete Ausgleich zwischen höheren Preisen und steigenden Kosten im Schlussquartal.
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