Nvidia: 80 Milliarden für Aktienrückkäufe
Nvidia meldet Rekordumsatz von 81,6 Milliarden Dollar und kündigt Aktienrückkäufe von 80 Milliarden Dollar an. Analysten sehen Kurspotenzial.
Kurz zusammengefasst
- Quartalsumsatz steigt auf 81,6 Milliarden Dollar
- Aktienrückkauf-Volumen um 80 Milliarden Dollar erhöht
- Partnerschaft mit Marvell Technology ausgeweitet
- Kursziel der Analysten liegt 40 Prozent höher
Nvidia liefert Rekorde, aber die Aktie reagiert nicht wie ein klassischer Gewinner. Nach Zahlen oberhalb der Erwartungen setzten Gewinnmitnahmen ein. Das macht die Geschichte spannender: Der KI-Champion wächst weiter rasant, während der Markt bereits nach dem nächsten Beweis sucht.
Am Montag notiert die Nvidia-Aktie bei 188,84 Euro und liegt damit 1,82 Prozent im Plus. Seit Jahresbeginn beträgt der Zuwachs 17,22 Prozent.
Zum Hoch bei 201,05 Euro vom 14. Mai fehlen 6,07 Prozent. Der Rücksetzer ist damit sichtbar, aber weit entfernt von einem Bruch des langfristigen Aufwärtstrends.
Rekorde mit Makel
Der Konzern steigerte den Quartalsumsatz auf 81,6 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Plus von 85 Prozent zum Vorjahr.
Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 1,87 Dollar. Die Konsensschätzung lag bei rund 1,76 Dollar.
Treiber bleibt das Datacenter-Geschäft. Dort erzielte Nvidia 75,2 Milliarden Dollar Umsatz, 92 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Die Marktreaktion zeigt trotzdem, wie hoch die Erwartungen inzwischen liegen. Rekorde allein reichen nicht mehr, wenn ein Unternehmen bereits als zentraler Profiteur des KI-Infrastrukturbooms bewertet wird. Jede neue Zahl muss die nächste Wachstumsstufe glaubwürdig machen.
Milliarden für Rückkäufe
Der Verwaltungsrat genehmigte zusätzliche 80 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe. Aus früheren Programmen waren noch 38,5 Milliarden Dollar verfügbar. Damit steigt der gesamte Rückkaufspielraum auf knapp 119 Milliarden Dollar.
Parallel dazu hebt Nvidia die Quartalsdividende um den Faktor 25 an. Je Aktie sollen künftig 0,25 Dollar fließen, nach zuvor 0,01 Dollar.
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Allein im Quartal gab der Konzern 20 Milliarden Dollar an Aktionäre zurück. Der freie Cashflow sprang auf 48,6 Milliarden Dollar, nach 26,1 Milliarden Dollar im Vorjahr.
Das ist mehr als Kosmetik. Nvidia signalisiert damit, dass das Unternehmen seinen KI-Ausbau finanzieren und dennoch massiv Kapital zurückgeben kann. Genau dieser Mix aus Wachstum und Cashflow unterscheidet den Konzern derzeit von vielen anderen KI-Werten.
Marvell-Deal erweitert die Plattform
Nvidia investiert 2 Milliarden Dollar in eine ausgeweitete Partnerschaft mit Marvell Technology. Im Zentrum stehen kundenspezifische XPUs und Netzwerklösungen, die in die NVLink-Fusion-Plattform eingebunden werden sollen.
Der Schritt zielt auf die nächste Generation von KI-Rechenzentren. Auch AI-RAN, also KI-gestützte Telekommunikationsinfrastruktur, rückt stärker in den Blick. Für Nvidia ist das wichtig, weil der Konzern seine Abhängigkeit von klassischen Hyperscale-Cloudkunden verringern und neue industrielle Anwendungen erschließen kann.
Ein Störfaktor bleibt China. Wegen Exportbeschränkungen lieferte Nvidia im Quartal keine Datacenter-Chips in den chinesischen Markt. Lokale Anbieter wie Huawei gewinnen dort an Gewicht, was den Wachstumspfad in einem wichtigen Markt begrenzt.
Ausblick bleibt ambitioniert
Für das laufende Quartal rechnet Nvidia mit etwa 91 Milliarden Dollar Umsatz. Die Vera-CPU soll im dritten Fiskalquartal in Produktion gehen und steht für eine eigenständige jährliche Umsatzchance von rund 20 Milliarden Dollar.
Auch die Bewertung wirkt auf den ersten Blick weniger extrem, als die Marktkapitalisierung vermuten lässt. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei rund 25,77, während der Branchenschnitt im Halbleitersektor bei 36,78 liegt. Der Börsenwert bewegt sich dennoch oberhalb von 5,2 Billionen Dollar.
Der Analystenkonsens bleibt bei „Strong Buy“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 303,27 Dollar und damit rund 40 Prozent über dem zuletzt genannten US-Kursniveau.
Die nächsten Wegmarken sind klar: der Umsatzpfad im laufenden Quartal, der Produktionsstart der Vera-CPU und der Umgang mit den China-Beschränkungen. Nvidia hat geliefert, aber der Markt verlangt inzwischen mehr als Rekorde — er verlangt belastbare Belege, dass der KI-Zyklus weiter beschleunigt.
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