Nvidia Aktie: 105 Milliarden Dollar für OpenAI
Nvidia garantiert bis zu 105 Milliarden Dollar für den gemeinsamen Rechenzentrums-Campus mit OpenAI in Ohio und beteiligt sich direkt an SB Energy.

Kurz zusammengefasst
- 105 Milliarden Dollar Kreditgarantien
- 1,5 Milliarden Dollar Beteiligung an SB Energy
- 4,25 Gigawatt IT-Kapazität abgedeckt
- Aktie reagiert verhalten auf Nachricht
Nvidia hat die finanzielle Rückendeckung für den gemeinsamen Rechenzentrums-Campus mit OpenAI in Ohio final beziffert: Bis zu 105 Milliarden Dollar an Kreditgarantien stellt der Chipkonzern für das Projekt am PORTS-Pike-Standort in Pike County bereit.
Ursprünglich waren im Juli noch 250 Milliarden Dollar im Gespräch, am Freitag kursierte eine Zahl von unter 120 Milliarden Dollar. Nun steht die endgültige Summe fest, ergänzt um eine direkte Beteiligung von 1,5 Milliarden Dollar an SB Energy, der SoftBank-Tochter, die den Campus baut und betreibt.
Die Garantie greift nach Angaben aus einer SEC-Einreichung nur im Fall einer Insolvenz oder eines Zahlungsausfalls von OpenAI und deckt zunächst die ersten 4,25 Gigawatt IT-Kapazität ab. Eine Option auf weitere 3,75 Gigawatt besteht zusätzlich.
OpenAI hat sich am Standort eine Gesamtkapazität von rund acht Gigawatt gesichert und least die Fläche für 20 Jahre. Die ersten 800 Megawatt sollen 2028 ans Netz gehen, ein Gigawatt versorgt nach Schätzungen etwa 750.000 US-Haushalte.
Ein Milliardenprojekt mit vielen Zahlen
Für die Region bedeutet der Campus einen massiven Bauboom: 35.000 Arbeitsplätze im Bau sind bis 2032 vorgesehen, dazu 2.500 dauerhafte Stellen. Parallel investieren die Projektpartner 4,2 Milliarden Dollar in den Ausbau der Netzinfrastruktur und planen zusätzliche zehn Gigawatt neue Stromerzeugungskapazität, größtenteils aus Gaskraftwerken.
OpenAI selbst steuert 40 Millionen Dollar für einen Gemeindefonds bei und stellt Codex-Nutzungsguthaben im Wert von 84 Millionen Dollar für rund 844.000 Studenten bereit.
Analyst Jay Goldberg von Seaport zog einen Vergleich zur Telekombranche der frühen 2000er-Jahre und bezeichnete das Modell als eine Form von Anbieterfinanzierung. Kritiker monieren zudem den zirkulären Charakter der Finanzierungskette, bei der Nvidia letztlich seine eigenen Kunden mit Kapital ausstattet, damit diese wiederum Nvidia-Hardware kaufen können.
Die Debatte um solche Konstruktionen begleitet den KI-Ausbau bereits seit der am vergangenen Freitag bekannt gewordenen Finanzierungsallianz mit Partnern wie Apollo, Blackstone, BlackRock, Brookfield, Goldman Sachs und KKR, über die mehr als 500 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur mobilisiert werden sollen.
Aktie reagiert verhalten
Trotz der gewaltigen Summen fiel die Kursreaktion moderat aus. Der deutsche Handel zeigt Nvidia am Vortag bei 194,40 Euro, ein Minus von 0,2 Prozent. Auf Sicht von 30 Tagen steht dagegen ein Plus von 9,2 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn liegt die Aktie 21 Prozent im Plus. Zum 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro, erreicht im Mai, fehlen aktuell rund vier Prozent.
Die eigentliche Feuerprobe steht dem Konzern noch bevor: Am 26. August legt Nvidia seine Quartalszahlen vor, wenige Tage vor dem Notenbanktreffen in Jackson Hole. Der Optionsmarkt preist bereits erhöhte Schwankungen für dieses Datum ein.
Anleger dürften die Ohio-Garantie vor allem als Beleg dafür werten, dass Nvidia bereit ist, sein Bilanzgewicht für die Sicherung künftiger Nachfrage einzusetzen – ein Muster, das sich angesichts des Umfangs der Verpflichtungen fortsetzen dürfte.
Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 18. August liefert die Antwort:
Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nvidia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...