Nvidia Aktie: 15 bis 17 Prozent Preiserhöhung ab 2027

Nvidia verlangt ab 2027 mehr für KI-Server, während knapper DRAM die Kosten treibt und Samsung sowie SK Hynix davon profitieren.

Felix Baarz ·
Modernes Rechenzentrum mit leuchtenden Server-Racks als Symbol für technologischen Fortschritt und Rechenleistung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Nvidia hebt Serverpreise um 15 bis 17 Prozent
  • DRAM-Kosten steigen im dritten Quartal
  • Rubin Ultra könnte Speicherbedarf reduzieren
  • Samsung und SK Hynix belohnen Aktionäre

Nvidia zieht die Preise für seine wichtigsten KI-Server an. Für Lieferungen von Vera-Rubin- und Grace-Blackwell-Systemen ab Anfang 2027 verlangt der Konzern künftig 15 bis 17 Prozent mehr – die Ankündigung erfolgte Mitte August. Grund sind explodierende Speicherkosten, die inzwischen rund ein Viertel der gesamten Rack-Kosten ausmachen.

Der Preisschritt ist kein isoliertes Nvidia-Problem, sondern Symptom eines globalen Engpasses. Server-DRAM verteuerte sich im dritten Quartal 2026 um 13 bis 18 Prozent gegenüber dem Vorquartal, nachdem die Preise bereits im ersten Quartal um bis zu 90 Prozent gesprungen waren.

Neue Fab-Kapazitäten werden nach Einschätzung von Marktbeobachtern erst 2029 oder 2030 verfügbar sein, der Engpass dürfte demnach mindestens bis zur ersten Jahreshälfte 2027 anhalten.

Rubin Ultra könnte Entlastung bringen

Ein Analyst von Citrini bewertet eine mögliche technische Anpassung an Nvidias kommendem Rubin-Ultra-Chip differenziert: Die Zahl der HBM4E-Speicherschichten könnte von zwölf auf acht reduziert werden. Kunden wie OpenAI und Anthropic hatten sogar nur vier Schichten gefordert, was Nvidia jedoch ablehnte.

Bei zwölf Schichten würden die Speicherkosten rund 70 Prozent der gesamten Komponentenkosten ausmachen – eine Reduktion verbessert die Packaging-Ausbeute und könnte die Lieferungen erhöhen. Der Analyst hält die Entwicklung deshalb nicht zwingend für ein negatives Signal, sie könnte langfristig sogar die gesamte HBM-Nachfrage ausweiten.

Die Speicherknappheit betrifft die gesamte Zulieferkette. Speicherhersteller wie Samsung Electronics und SK Hynix reagieren mit umfangreichen Aktionärsrenditen – Samsung kündigte eine Ausschüttung von 90 bis 110 Billionen Won an, SK Hynix startet einen Aktienrückkauf über 40 Billionen Won mit anschließender Vernichtung der Papiere.

Beide Konzerne profitieren damit unmittelbar von der Marktverknappung, die Nvidias Kostenstruktur belastet. Auch Apple spürt laut Marktbeobachtungen den globalen Speichermangel bereits in der eigenen Lieferkette.

Preismacht als Belastungsprobe für Kunden

Für Nvidias Kunden bedeutet die Preiserhöhung höhere Investitionskosten bei ohnehin schon milliardenschweren Rechenzentrumsprojekten. Zugleich zeigt der Schritt, dass Nvidia trotz wachsender Konkurrenz genug Preismacht besitzt, um gestiegene Komponentenkosten weiterzugeben – ein Indiz für die weiterhin enorme Nachfrage nach den KI-Beschleunigern des Unternehmens.

An der Börse zeigte sich die Aktie zuletzt volatil: Am Freitag verlor das Papier 4,1 Prozent auf 187,78 Euro, nachdem es sich in den vorangegangenen 30 Tagen noch um 13 Prozent verteuert hatte.

Der Kurs liegt damit rund 7,3 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro, das erst im Mai erreicht wurde. Die Nervosität dürfte auch mit den Sorgen um Margendruck durch teurere Speicherkomponenten zusammenhängen, auch wenn Nvidias operative Stärke davon bislang nur begrenzt betroffen scheint.

Anleger sollten die Speicherpreisentwicklung als eigenständigen Risikofaktor im Blick behalten. Solange die Knappheit anhält, könnten weitere Preisanpassungen folgen – sowohl bei Nvidia selbst als auch bei den Speicherherstellern, die aktuell von der Situation profitieren. Der Engpass wirkt damit wie ein Nadelöhr für das gesamte KI-Ökosystem, durch das sämtliche Hardware-Anbieter hindurchmüssen.

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Nvidia Aktie

188,40 EUR

– 3,42 EUR -1,78 %
KGV 27,23
KUV 18,37
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,13 %
Marktkapitalisierung 5,57 Bio. USD
Ø Kursziel 328,95 USD
ISIN: US67066G1040 WKN: 918422

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