Nvidia Aktie: 20 Milliarden Dollar CPU-Umsatz
Nvidia präzisiert seine 20-Milliarden-Dollar-Umsatzprognose für CPUs und setzt auf Physical AI als neuen Wachstumsbereich.

Kurz zusammengefasst
- Finanzchefin klärt CPU-Umsatzziel
- Fokus auf Physical AI verschoben
- Neues Cosmos-3-Edge-Modell vorgestellt
- Wichtige Quartalszahlen von Microsoft und Amazon
Nvidia beendete die Woche mit einem Schlusskurs von 182,00 Euro, ein Minus von 0,80 Prozent. Für Anleger zählt gerade weniger der Tagesverlauf als eine Zahl: fast 20 Milliarden Dollar. So viel Umsatz erwartet der Konzern in diesem Geschäftsjahr aus seinem CPU-Geschäft.
Genau diese Zahl sorgte zuletzt für Verwirrung am Markt. Jetzt hat Finanzchefin Colette Kress nachgeschärft, was tatsächlich dahintersteckt.
Was die 20-Milliarden-Prognose wirklich bedeutet
Die Marke bezieht sich nicht nur auf eigenständige CPU-Server. Sie umfasst auch die Prozessoren, die in Nvidias Superchip-Architekturen Grace Blackwell und Vera Rubin stecken. Das ist ein wichtiger Unterschied zur ursprünglichen Marktinterpretation.
Der Vorstoß in den eigenständigen CPU-Markt bleibt trotzdem bemerkenswert. Nvidia tritt damit in ein Segment ein, das traditionell x86-Anbieter dominieren und das ein Volumen von rund 200 Milliarden Dollar hat. Die Gesamtzahl von 20 Milliarden Dollar zeigt vor allem eins: Wie stark sich Nvidias eigene ARM-basierte Chips inzwischen im gesamten Rechenzentrums-Ökosystem verbreitet haben.
Physical AI als neues Schlagwort
Auf der SIGGRAPH-Konferenz in Los Angeles, die vom 19. bis 23. Juli lief, verschob Nvidia seinen Fokus. Weg von generativen Text- und Bildmodellen, hin zu „Physical AI“. Zentrales Produkt: das Cosmos-3-Edge-Modell mit 4 Milliarden Parametern, entwickelt für Robotik und autonome Systeme am Netzwerkrand.
Dazu kommt der neue Synthetic Video Detector, ein Microservice, der KI-generierte Videoinhalte mit bis zu 92 Prozent Genauigkeit erkennen soll. Diese Software-Dienste sollen margenstarke, wiederkehrende Umsätze schaffen. Ein Gegengewicht zum klassischen Hardware-Zyklus von Blackwell und Rubin.
Am 21. Juli veröffentlichte Nvidia zudem technische Details zur „Olympus“-Kernarchitektur des Vera-Prozessors. Der Chip setzt auf ein 88-Kern-Design, optimiert für komplexe Workflows in agentenbasierten KI-Anwendungen.
Die Woche der Hyperscaler
Nvidia selbst legt seine Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erst am 26. August vor. Vorher richtet sich der Blick auf die größten Kunden des Konzerns. In der kommenden Handelswoche berichten gleich zwei Schwergewichte, deren Investitionen als Gradmesser für die gesamte KI-Infrastruktur gelten.
Am 29. Juli meldet Microsoft seine Zahlen zum vierten Geschäftsquartal. Anleger achten auf die KI-bezogenen Investitionsausgaben bei Azure. Am 30. Juli folgt Amazon, im Fokus steht dort das Wachstum von AWS und die Vermarktung KI-gestützter Cloud-Dienste.
Der Markt will vor allem eine Bestätigung sehen: Übersetzen sich die enormen Investitionen in KI-Hardware tatsächlich in Umsatzwachstum bei den Cloud-Riesen? Genau das bleibt einer der wichtigsten Werttreiber für Nvidias eigene Bewertung.
Charttechnik bleibt neutral
Nvidia notiert aktuell 0,65 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 180,82 Euro. Der RSI steht bei 52,6 – ein neutraler Wert nach den Kursschwankungen des Frühsommers. Zum 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro aus Mitte Mai fehlen der Aktie noch gut 10 Prozent.
Marktbeobachter sehen die Marke von 180 Euro als wichtige psychologische und technische Unterstützung. Ob diese hält, dürfte sich in der kommenden Woche entscheiden. Bestätigen Microsoft und Amazon am 29. und 30. Juli, dass der auf 1,5 Billionen Dollar taxierte Ausbau der KI-Infrastruktur bis 2027 im Zeitplan bleibt, dürfte das auch Nvidias Kurs stützen.
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