Nvidia Aktie: 200-Milliarden-CPU-Markt mit Vera

Nvidia öffnet die nächste Front im KI-Geschäft: den CPU-Markt. Mit der Vera-Plattform zielt der Konzern auf einen adressierbaren Markt von 200 Milliarden Dollar. Das ist mehr als eine weitere Chip-Linie. Es geht um die Steuerzentrale für agentische KI.
Vera soll KI-Systeme orchestrieren
Finanzchefin Colette Kress bestätigte den Einstieg in den Rechenzentrumsmarkt für CPUs. Vera soll dort Aufgaben übernehmen, die bei großen KI-Systemen immer wichtiger werden: Workloads zwischen GPU-Clustern verteilen, Abläufe steuern und komplexe Prozesse koordinieren.
Der neue Prozessor soll bis zu 1,5-mal schneller sein als vergleichbare Alternativen. Das Management erwartet bereits im laufenden Geschäftsjahr eigenständige Umsätze von rund 20 Milliarden Dollar mit dieser CPU-Linie.
Der Grund ist klar. Agentische KI soll nicht nur Antworten liefern, sondern mehrstufige Aufgaben eigenständig abarbeiten. Dafür reichen schnelle GPUs allein nicht aus. Die Systeme brauchen leistungsfähige CPUs, die den Datenfluss und die Rechenlast sauber organisieren.
Erste Vera-CPUs gingen bereits an frühe Partner. Dazu zählen OpenAI, Anthropic, Oracle Cloud Infrastructure und SpaceXAI. Oracle plant für 2026 den Einsatz von Hunderttausenden dieser Chips.
Rekordquartal als Startbasis
Der CPU-Vorstoß kommt aus einer Position extremer Stärke. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erzielte Nvidia einen Umsatz von 81,6 Milliarden Dollar. Das lag 85 Prozent über dem Vorjahr und über den erwarteten 78,8 Milliarden Dollar.
Die Botschaft dahinter: Nvidia wächst nicht nur wegen einzelner Hype-Produkte. Der Konzern baut ein immer breiteres System aus Chips, Netzwerken und Software rund um KI-Rechenzentren.
Das Datacenter-Geschäft lieferte 75,2 Milliarden Dollar Umsatz. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Plus von 92 Prozent. Das Netzwerkgeschäft verdreifachte sich auf knapp 15 Milliarden Dollar.
Für das zweite Quartal stellt Nvidia rund 91 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht. Die Spanne liegt bei plus oder minus 2 Prozent. Am Mittelpunkt der Prognose entspräche das einem Wachstum von 95 Prozent.
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Mehr Geld für Aktionäre
Die starke Kasse schlägt sich auch in der Kapitalpolitik nieder. Der Verwaltungsrat genehmigte ein zusätzliches Aktienrückkaufprogramm über 80 Milliarden Dollar.
Auch die Dividende steigt massiv. Nvidia hebt die Quartalszahlung um 2.400 Prozent auf 0,25 Dollar je Aktie an, nach zuvor 0,01 Dollar.
Die Auszahlung ist für den 26. Juni 2026 vorgesehen. Stichtag für die Berechtigung ist der 4. Juni.
Die Lieferkette baut Nvidia parallel aus. Die Vereinbarung mit Corning datiert vom 6. Mai 2026. Die Partner planen drei neue Werke in North Carolina und Texas.
Nvidia investiert dafür über Optionsscheine 500 Millionen Dollar. Ziel sind optische Verbindungskomponenten, die für den schnellen Datentransfer in Blackwell- und Vera-Systemen zentral sind.
Aktie kühlt leicht ab
An der Börse gibt die Nvidia-Aktie am Dienstag um 0,88 Prozent auf 187,24 Euro nach, seit Jahresanfang bleibt ein Plus von 16,23 Prozent. Die Schwäche wirkt eher wie Gewinnmitnahme nach dem Zahlenlauf als wie ein Bruch der fundamentalen Story.
Morningstar hob den fairen Wert der Aktie zuletzt auf 280 Dollar an. Begründet wurde das mit dem breiten Wettbewerbsvorteil und der schnellen Verbreitung agentischer KI.
Am Donnerstag, dem 28. Mai 2026, präsentiert Nvidia auf der Technology, Media & Telecom Conference von TD Cowen. Der Auftritt ist für 7:15 Uhr PT angesetzt.
Im Mittelpunkt stehen der Vera-Start und die angepeilte Umsatzchance von einer Billion Dollar für Blackwell- und Vera-Rubin-Systeme bis zum Kalenderjahr 2027.
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