Nvidia Aktie: 4 Prozent Minus trotz Rekordergebnis
Trotz Umsatzplus von 85 Prozent und Gewinnverdreifachung verliert die Nvidia-Aktie an Wert. Analysten bleiben optimistisch.

Kurz zusammengefasst
- Umsatz steigt auf 81,6 Milliarden Dollar
- Nettogewinn verdreifacht sich auf 58,3 Milliarden
- China-Markt durch Exportbeschränkungen an Huawei verloren
- Aktienrückkauf um 80 Milliarden Dollar aufgestockt
Rekordergebnisse, und der Kurs fällt trotzdem. Nvidia lieferte für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 Zahlen, die kaum besser sein könnten — und dennoch schloss die Aktie die Woche mit einem Minus von rund 4 Prozent ab. Auf Eurobasis notiert das Papier bei 185,54 Euro, knapp acht Prozent unter dem erst kürzlich markierten 52-Wochen-Hoch.
Zahlen jenseits aller Erwartungen
Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 85 Prozent auf 81,6 Milliarden Dollar. Das Rechenzentrumsgeschäft trug mit 75,2 Milliarden Dollar den Löwenanteil — ein Plus von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn verdreifachte sich auf 58,3 Milliarden Dollar, die Non-GAAP-Bruttomarge lag bei 75 Prozent.
Den freien Cashflow von 48,6 Milliarden Dollar nutzt Nvidia für eine aggressive Kapitalrückgabe. Das Aktienrückkaufprogramm erhält eine Aufstockung um 80 Milliarden Dollar. Die Quartalsdividende steigt auf 0,25 Dollar je Aktie — das Fünfundzwanzigfache des bisherigen Wertes von einem Cent.
China verloren, neues Terrain im Blick
CEO Jensen Huang räumte auf dem Earnings Call offen ein, dass Nvidia den chinesischen KI-Chipmarkt durch die US-Exportbeschränkungen weitgehend an Huawei verloren hat. Historisch entfiel mehr als ein Fünftel des Rechenzentrumsumsatzes auf China — ein erheblicher Ausfall.
Als Gegengewicht setzt Nvidia auf den Markt für sogenannte agentische KI und die neue Vera-CPU-Plattform. Das adressierbare Marktvolumen schätzt das Unternehmen auf 200 Milliarden Dollar; für 2026 peilt Nvidia CPU-Erlöse von 20 Milliarden Dollar an. Analysten von GF Securities erwarten, dass die Vera-CPU x86-Architekturen von Intel und AMD in der Rechenleistung um den Faktor 1,5 und in der Rack-Dichte um den Faktor 4 übertrifft.
Lieferengpässe und staatliche KI-Projekte
Trotz der von Huang beschriebenen „parabolischen Nachfrage“ bleibt das kommende Vera-Rubin-System auf absehbare Zeit durch einen globalen Mangel an Spezialspeichern limitiert. CFO Colette Kress betonte, Nvidia habe die eigene RAM-Versorgung „vor langer Zeit“ gesichert — ein Vorteil gegenüber Wettbewerbern, die derzeit mit Beschaffungsproblemen kämpfen.
Ein wachsender Teil des Wachstums kommt von staatlichen KI-Projekten. Laut einer Studie des CNAS stellt Nvidia GPUs für 52 Prozent aller staatlich finanzierten KI-Infrastrukturprojekte weltweit bereit, in 40 Ländern darunter Japan, Polen und Abu Dhabi. In Deutschland läuft eine Partnerschaft mit der Deutschen Telekom für eine Industrial-AI-Cloud mit bis zu 10.000 GPUs.
Wall Street bleibt bullish — Markt rotiert
Den Kursrückgang trotz Rekordergebnissen erklären einige Marktbeobachter mit einer Rotationsbewegung: Kapital fließt in Richtung bevorstehender Mega-Börsengänge wie SpaceX, OpenAI und Anthropic ab.
Die Analystengemeinde lässt sich davon wenig beirren. Baird hob das Kursziel auf 500 Dollar — den höchsten Wert unter allen Wall-Street-Häusern — und begründete dies mit Marktanteilsgewinnen im Inferencing-Bereich sowie dem Potenzial der Vera-Rubin-Plattform. Die Bank of America setzt das Ziel bei 350 Dollar, Morningstar schätzt den fairen Wert auf 280 Dollar und sieht die Aktie auf aktuellem Niveau als unterbewertet.
Für das laufende zweite Quartal erwartet Nvidia einen Umsatz von rund 91 Milliarden Dollar — ein weiteres Jahreswachstum von 95 Prozent. Ob das Unternehmen die Lieferengpässe schnell genug auflöst, um diese Prognose zu erfüllen, wird die entscheidende Frage der nächsten Monate sein.
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