Nvidia Aktie: 500 Milliarden Dollar mit SK Group
Nvidia kündigt Partnerschaften über 500 Mrd. Dollar an, während Insider Aktien verkaufen. Analysten diskutieren über Nachfragerisiken.

Kurz zusammengefasst
- SK Group-Partnerschaft über 500 Mrd. Dollar
- Insider verkaufen Aktien im Wert von 767 Mio. Dollar
- Michael Burry warnt vor Nachfragerisiko
- Quartalszahlen am 26. August erwartet
Zwei Wochen, in denen ein Konzern Partnerschaften über mehrere hundert Milliarden Dollar verkündet, und zugleich zwei Wochen, in denen die eigenen Manager munter Aktien abstoßen – das ist die Gegenwart bei Nvidia. Wer verstehen will, wohin die künstliche Intelligenz als industrieller Umbau gerade steuert, muss genau auf diesen Widerspruch schauen. Baut sich hier eine reale Infrastruktur für die nächste Technologiegeneration auf, oder drehen sich die Geldflüsse zunehmend im Kreis?
Milliardenschwere Wetten auf die Zukunft
Am 25. Juli verkündeten SK Group und Nvidia eine umfassende Partnerschaft mit einem Volumen von mehr als 500 Milliarden Dollar, die entsprechenden Absichtserklärungen waren einen Tag zuvor unterzeichnet worden. SK Telecom soll eine zwei Gigawatt starke Nvidia-Vera-Rubin-DSX-AI-Factory errichten, SK hynix liefert dafür den Speicher der nächsten Generation, darunter HBM4. Die erste dieser Fabriken soll 2027 anlaufen. Nur zwei Tage später, am 27. Juli, folgte die nächste Meldung: Nvidia investiert fünf Milliarden Dollar in Safe Superintelligence Inc. und geht eine langfristige Partnerschaft ein. Der Zugang zur Vera-Rubin-Plattform soll SSI erlauben, seine Rechenkapazität um eine Größenordnung zu steigern. Parallel dazu treibt Nvidia sein Produktportfolio weiter voran: Anfang August erschien mit Alpamayo 2 Super ein offenes KI-Modell für autonome Fahrzeuge und Robotaxis, zudem erweiterte der Konzern sein Agent Toolkit für Ingenieursanwendungen um die Bibliotheken PhysicsNeMo und CUDA-X.
Insider ziehen Kapital ab
So beeindruckend diese Zahlen wirken, so auffällig ist die Gegenbewegung im eigenen Haus. Innerhalb der vergangenen 90 Tage haben Nvidia-Insider 13 Transaktionen ausgeführt – ausschließlich Verkäufe, mit einem Gesamtvolumen von rund 767,2 Millionen Dollar. Dass Führungskräfte bei einem Kurs nahe dem Rekordniveau verkaufen, ist für sich genommen kein Alarmsignal. Doch in einem Umfeld, in dem der Konzern gleichzeitig immer größere Fremd- und Partnerkapital-Konstruktionen eingeht, wirft es zumindest die Frage auf, wie die eigene Führung das Timing der Aktie einschätzt. Der Markt selbst zeigt sich davon bislang unbeeindruckt: Am Freitag schloss die Aktie bei 193,68 Euro, ein Plus von 2,03 Prozent, und binnen sieben Tagen kletterte der Kurs um 11,23 Prozent. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro, erreicht Mitte Mai, fehlen aktuell nur gut vier Prozent.
Der Vertrauenstest am 26. August
Genau in dieses Spannungsfeld aus Euphorie und Insider-Skepsis platzierte sich Anfang August eine öffentliche Warnung: Investor Michael Burry verwies auf ein mögliches Nachfragerisiko von 250 Milliarden Dollar. Bernstein-Analyst Stacy Rasgon räumte am 4. August ein, dass sein Haus dieselbe Sorge um zirkuläre Finanzierungsstrukturen teilt – hält aber an einem Kaufrating mit Kursziel 315 Dollar fest. Zacks Research hatte die Aktie bereits am 20. Juli auf Strong Buy hochgestuft. Insgesamt kommt Nvidia auf 36 Kaufempfehlungen, Medienberichten zufolge liegt das durchschnittliche Zwölfmonatsziel bei 304,26 Dollar.
Die eigentliche Nagelprobe steht erst noch aus. Am 26. August um 14 Uhr Pacific Time (23 Uhr MESZ) legt Nvidia die Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 vor, das am 26. Juli endete. Der Konzern selbst hatte für dieses Quartal einen Umsatz von rund 91,0 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Ob die milliardenschweren Partnerschaften mit SK Group und SSI bis dahin schon Spuren in den Auftragsbüchern hinterlassen oder ob sie vor allem Ausdruck eines sich selbst verstärkenden Investitionszyklus sind, wird sich an diesem Tag zeigen. Bis dahin bleibt die Aktie das, was sie in diesem KI-Zyklus schon lange ist: ein Spiegel der Frage, wie viel Substanz hinter dem größten industriellen Wettrüsten unserer Zeit tatsächlich steckt.
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