Nvidia Aktie: 500-Milliarden-Plan für KI-Chips
Nvidia kündigt 500 Milliarden Dollar für KI-Chip-Produktion in den USA an, während die Aktie zeitgleich massiv an Wert verliert.

Kurz zusammengefasst
- Rekordinvestition in US-Fertigung
- Ausbau der Robotik-Plattform
- Aktie verliert 114 Milliarden Dollar
- Charttechnik zeigt Abwärtstrend
Nvidia investiert 500 Milliarden Dollar in die US-Produktion von KI-Chips. Zeitgleich verliert die Aktie in wenigen Minuten rund 114 Milliarden Dollar an Börsenwert. Selten lagen große Zukunftspläne und akute Marktnervosität so dicht beieinander.
Der 500-Milliarden-Plan für die US-Fertigung
Nvidia will die Lieferkette für High-End-KI-Halbleiter absichern. Im Zentrum steht die Produktion der Blackwell-Chips. TSMC fertigt diese bereits seit Ende 2025 in einem Werk in Phoenix, Arizona.
Der Ausbau soll mehr als 100.000 Jobs in 43 US-Bundesstaaten schaffen. Ein Beispiel: In Sherman, Texas, baut Nvidia gemeinsam mit dem Partner Coherent eine neue Fertigung auf. Das Investitionsvolumen liegt bei 2 Milliarden Dollar, geplant sind 1.000 neue Stellen.
Zusätzlich steckt Nvidia 300 Millionen Dollar in eine Kooperation mit Corning. Die beiden Unternehmen errichten drei neue Glasfaserwerke in North Carolina und Texas. Mehr als 3.000 weitere Arbeitsplätze sollen so entstehen.
Vorstoß in die Robotik
Nvidia baut parallel seine Position in der Robotik aus. Die Isaac-GR00T-Plattform für humanoide Roboter bekommt einen prominenten Hardware-Partner: den Unitree H2 Plus.
Der Roboter ist knapp 1,80 Meter groß, wiegt rund 68 Kilogramm und verfügt über 31 Freiheitsgrade. Angetrieben wird er vom Nvidia-Jetson-Thor-Prozessor mit Blackwell-GPU-Technologie. Erste Abnehmer sind renommierte Universitäten wie Stanford, die ETH Zürich und UC San Diego.
Der Robotik-Vorstoß setzt bereits Wettbewerber in der Automatisierungs- und Robotikbranche unter Druck. Nvidia positioniert sich damit als Infrastrukturanbieter für ein Feld, das über reine Chipgeschäfte hinausgeht.
Kursrutsch trotz Zukunftsplänen
Am Mittwoch brach die Aktie um 2,3 Prozent ein und rutschte unter die runde 200-Dollar-Marke. Innerhalb von nur 30 Minuten löschte dieser Rutsch rund 114 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung aus. In Europa schloss das Papier bei 173,72 Euro.
Auf Monatssicht steht damit ein Minus von 9,32 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro, erreicht am 14. Mai 2026, fehlen mittlerweile 14,21 Prozent.
Zur Verunsicherung trägt auch Michael Burry bei. Der Investor von Scion Asset Management hat seine bearishen Wetten gegen den Halbleitersektor offenbar erneuert. Burry warnt vor einer „KI-Investitionsblase“ nach dem Muster der Dotcom-Ära — eine Sorge, die kürzlich auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) äußerte. Die BIS mahnte vor überhitzten Investitionen im KI-Bereich.
Charttechnik zeigt Schwäche
Auf Jahressicht liegt Nvidia weiterhin 30,40 Prozent im Plus, seit Jahresbeginn sind es 7,83 Prozent. Das charttechnische Bild hat sich zuletzt aber eingetrübt: Der Kurs notiert klar unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 181,35 Euro.
Hält die Schwäche an, könnte die Aktie laut Chartanalysten bis Ende August die Marke von 165 Euro testen. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 164,03 Euro — noch ein Stück entfernt, aber als nächste größere Unterstützung im Blick.
Im Fokus der Anleger steht nun das zweite Quartal. Nvidia hat einen Umsatz von rund 91 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Im ersten Quartal hatte der Konzern 81,61 Milliarden Dollar umgesetzt, ein Plus von 85,2 Prozent zum Vorjahr, bei einem Gewinn je Aktie von 1,87 Dollar.
Die Bank of Nova Scotia hat unterdessen an Nvidia gekoppelte Auto-Callable-Notes mit einem Kupon von 10,35 Prozent aufgelegt. Das strukturierte Produkt spiegelt vor allem eines: das ungebrochene Interesse der Finanzbranche an der hohen Schwankungsbreite der Aktie.
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