Nvidia Aktie: Alte Chips, neue Preise
Nvidias ältere H100-GPUs verteuern sich, während Umsatz und Gewinn stark zulegen. Der knappe Rechenmarkt stützt das Geschäft über mehrere Chipgenerationen.

Kurz zusammengefasst
- H100-Mieten steigen auf 3,28 Dollar
- Nvidia steigert Umsatz um 106 Prozent
- Logikchips erreichen neuen Rekordumsatz
- UBS favorisiert Nvidia bis 2028
Während die Branche längst über Blackwell und die kommende Rubin-Plattform spricht, sendet ausgerechnet ein älteres Nvidia-Produkt ein bemerkenswertes Signal. Die Mietpreise für H100-Grafikprozessoren sind binnen eines Monats um rund 22 Prozent auf 3,28 Dollar je Rechenstunde gestiegen. Das widerspricht einer Kernthese der Nvidia-Skeptiker: Ältere KI-Hardware soll angeblich schnell an Wert verlieren, sobald neue Generationen auf den Markt kommen.
Genau das passiert hier nicht. Der H100 ist mehrere Jahre alt, dennoch zieht die Nachfrage an. Offenbar reicht die verfügbare Rechenleistung insgesamt nicht aus, um den Bedarf zu decken — selbst mit älteren Plattformen wird noch gutes Geld verdient.
Ein Ökosystem mit mehreren Preisstufen
Für Nvidia entsteht daraus ein Stufenmodell: Premium-Kunden greifen zu den neuesten Hochleistungschips, während Start-ups, Entwickler und kleinere Anbieter auf H100 oder A100 zurückgreifen. Viele Inferenz-Aufgaben, Testläufe und kleinere Modelle benötigen schlicht nicht die neueste Generation. Das macht das Geschäftsmodell robuster, als es der reine Blick auf die Blackwell-Verkäufe vermuten lässt.
Im jüngsten Quartal wuchs der Umsatz auf 96,2 Milliarden Dollar, ein Plus von 106 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn kletterte auf 59,7 Milliarden Dollar. Trotz dieser Größenordnung wächst der Konzern damit weiter in seine Bewertung hinein.
Halbleitermarkt zeigt gemischtes Bild
Die Branchenzahlen fallen differenzierter aus. Nach einem Rekordhoch im Juni sanken die globalen Chipumsätze im Folgemonat um 9,8 Prozent, vor allem wegen eines Einbruchs bei Speicherchips.
Die UBS sieht darin allerdings keinen Bruch des Booms — die Preise für DRAM und NAND zogen trotz geringerer Auslieferungsmengen kräftig an, und Logikchips erreichten mit 37 Milliarden Dollar einen neuen Rekordumsatz. Die Bank zählt Nvidia weiterhin zu ihren Favoriten unter US-Halbleiterwerten und erwartet, dass der Aufwärtszyklus mindestens bis 2028 anhält.
Parallel dazu rückt die nächste KI-Phase bei Analysten in den Blick: HSBC empfiehlt Anlegern inzwischen verstärkt asiatische Chiphersteller wie TSMC, Samsung und SK Hynix, da dort die Bewertungen weniger ambitioniert seien als im US-Sektor. Das ändert nichts an Nvidias Rolle als Taktgeber — es zeigt aber, dass der Wettbewerb um Kapazitäten und Kunden breiter wird.
Für Nvidia bleibt die zentrale Beobachtung: Solange auch die installierte Basis älterer GPUs im Preis steigt statt zu verfallen, spricht das für einen weiterhin angespannten Rechenleistungsmarkt — unabhängig davon, wie schnell neue Chipgenerationen folgen.
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