Nvidia Aktie: Billig, aber nicht sorgenfrei

Nvidia notiert erstmals seit Jahren günstiger als der S&P 500, obwohl das Unternehmen Rekordumsätze und einen riesigen Auftragsbestand meldet. Geopolitische Spannungen belasten jedoch den gesamten Halbleitersektor.

Eduard Altmann ·
Nvidia Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Bewertung fällt unter Niveau des breiten Aktienmarkts
  • Geopolitische Risiken drücken Halbleiteraktien
  • Rekordumsatz und massiver Auftragsbestand gemeldet
  • Analystenmehrheit hält an Kaufempfehlungen fest

Nvidia ist günstiger bewertet als der breite S&P 500 — das gab es zuletzt vor dem ChatGPT-Boom. Hinter dem Bewertungsrückgang steckt kein Vertrauensverlust in das Geschäftsmodell, sondern ein Cocktail aus Geopolitik, Rohstoffpreisen und Lieferkettenrisiken, der den gesamten Halbleitersektor belastet.

Der Iran-Krieg trifft die Chip-Industrie

Auslöser des jüngsten Drucks ist der Krieg im Nahen Osten. Die Schließung der Straße von Hormuz durch den Iran hat die Ölpreise auf über 108 Dollar pro Barrel getrieben — mit direkten Folgen für Transportkosten und Inflationserwartungen. Steigende Zinsen würden wachstumsstarke Technologiewerte besonders hart treffen.

Hinzu kommt ein konkretes Versorgungsrisiko. Katar liefert mehr als ein Drittel des weltweiten Heliums — ein unverzichtbarer Rohstoff für die Halbleiterfertigung, der sowohl bei der Wärmeregulierung als auch in der Lithografie eingesetzt wird. Ein iranischer Drohnenangriff auf Ras Laffan Industrial City hat die dortige Heliumproduktion zum Stillstand gebracht. Aluminium und Brom, ebenfalls wichtige Vorprodukte für Chips, kommen ebenfalls aus der Region.

Das Ergebnis: Nvidia, AMD, Broadcom, TSMC und andere Halbleiterwerte gaben in dieser Woche gemeinsam nach.

Rekordgeschäft trotz Gegenwind

Die Fundamentaldaten zeichnen ein anderes Bild. Im vierten Quartal des Fiskaljahres 2026 erzielte Nvidia einen Rekordumsatz von 68,1 Milliarden Dollar — ein Plus von 73 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Rechenzentrumsgeschäft wuchs sogar um 75 Prozent auf 62,3 Milliarden Dollar. Für das laufende erste Quartal des Fiskaljahres 2027 erwartet das Unternehmen rund 78 Milliarden Dollar Umsatz.

CEO Jensen Huang beziffert den kombinierten Auftragsbestand für die Chip-Plattformen Blackwell und Vera Rubin bis 2027 auf rund eine Billion Dollar — doppelt so viel wie noch im vergangenen Jahr kommuniziert.

Vera Rubin als nächster Wachstumstreiber

Die Vera Rubin-Plattform befindet sich bereits in der Serienproduktion. In der zweiten Jahreshälfte 2026 sollen erste Instanzen bei AWS, Google Cloud, Microsoft und Oracle Cloud verfügbar sein. Technisch setzt Vera Rubin auf TSMCs 3-Nanometer-Prozess mit 336 Milliarden Transistoren — fast doppelt so viele wie beim Vorgänger Blackwell. Die Inferenzkosten sollen sich um den Faktor zehn reduzieren.

Wall Street bleibt optimistisch

Die Bewertung liegt aktuell bei knapp 20-fachen Zukunftsgewinnen — erstmals seit Jahren unter dem Niveau des S&P 500. DBS-Analyst Fang Boon Foo hob sein Kursziel am 2. April dennoch von 180 auf 220 Dollar an und bestätigte seine Kaufempfehlung. Von 43 Analysten, die in den vergangenen drei Monaten ein Rating abgegeben haben, sprachen 41 eine Kaufempfehlung aus. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 273,57 Dollar — rund 54 Prozent über dem aktuellen Kurs von 177,39 Dollar.

Die nächsten Quartalszahlen für das erste Quartal des Fiskaljahres 2027 werden am 27. Mai 2026 veröffentlicht. Die Konsenserwartung liegt bei 71 Prozent Umsatzwachstum für das laufende Jahr — ein Maßstab, an dem sich zeigen wird, ob der Gegenwind aus dem Nahen Osten die Nachfrage nach KI-Infrastruktur tatsächlich bremst.

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Nvidia Aktie

153,68 EUR

+ 1,88 EUR +1,24 %
KGV 36,20
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,02 %
Marktkapitalisierung 4,31 Bio. EUR
ISIN: US67066G1040 WKN: 918422

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