Nvidia Aktie: Bruttomarge entscheidet am 20. Mai
Nvidias Q1-Bericht 2027 steht bevor: Analysten erwarten Rekordumsätze, doch China-Blockaden und die Bruttomarge könnten die Aktie bewegen.

Kurz zusammengefasst
- Analystenkonsens bei 78,8 Milliarden Dollar Umsatz
- Bruttomarge als entscheidender Indikator für Preissetzungsmacht
- China-Genehmigungen für H200-Chips bleiben blockiert
- Corning-Partnerschaft stärkt US-Lieferkette
Am Mittwoch, dem 20. Mai, legt Nvidia seine Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 vor. Was auf den ersten Blick wie ein weiterer Pflichttermin wirkt, ist diesmal mehr: Geopolitische Spannungen, eine milliardenschwere Partnerschaft mit Corning und ein Wall-Street-Konsens, der bereits über der eigenen Unternehmensführung liegt, machen diesen Bericht zu einem echten Weichenstellermoment.
Was Analysten erwarten — und was Nvidia selbst sagt
Der Konsens der Analysten liegt bei einem Umsatz von 78,8 Milliarden Dollar und einem Gewinn je Aktie von 1,77 Dollar. Nvidias eigene Prognose für das Quartal sieht einen Umsatz von rund 78 Milliarden Dollar vor, mit einer Toleranz von zwei Prozent nach oben oder unten.
Entscheidend ist das Rechenzentrumsgeschäft. Der Konsens rechnet hier mit etwa 73 Milliarden Dollar, manche Häuser modellieren über 75 Milliarden. Mindestens genauso wichtig ist die Bruttomarge: Fällt sie unter 73 Prozent, wertet der Markt das als Preisdruck im Zuge der Blackwell-Skalierung. Hält sie sich bei oder über 75 Prozent, bleibt die Preissetzungsmacht intakt. Die Margenrichtung dürfte die Aktie stärker bewegen als ein bloßer Umsatzrekord.
Goldman-Sachs-Analyst James Schneider erwartet, dass Nvidia den Konsens beim Umsatz um rund zwei Milliarden Dollar übertrifft. Für das zweite Quartal prognostiziert er 87,7 Milliarden Dollar — etwas mehr als der Marktdurchschnitt von 86,6 Milliarden — und einen Gewinn je Aktie von 2,07 Dollar, etwa sechs Prozent über dem Konsens.
Der Ausblick zählt mehr als das Ergebnis
Dreimal in Folge hat Nvidia nach einem Schlag-die-Erwartungen-Quartal an der Börse nachgegeben. Das Muster ist bekannt: Der Markt preist Perfektion ein, Nvidia liefert Exzellenz — und der Kurs fällt, weil die inoffiziellen Erwartungen noch höher lagen. Der Q2-Konsens liegt bereits bei rund 86 Milliarden Dollar. Eine Guidance darunter würde als Verlangsamung gelesen, unabhängig davon, wie stark Q1 ausfällt.
Die Aktie hat sich in den vergangenen drei Monaten zwischen rund 190 und 209 Euro eingependelt und notiert aktuell bei 195 Euro — knapp drei Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Der RSI von 40 signalisiert, dass die Luft nach oben technisch nicht verbraucht ist. Optionsmärkte preisen eine Bewegung von acht bis zehn Prozent nach dem Bericht ein.
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China: Genehmigt, aber blockiert
Das größte Unsicherheitsfeld bleibt China. Das US-Handelsministerium hat rund zehn chinesische Unternehmen — darunter Alibaba, Tencent und ByteDance — zum Kauf von H200-Chips zugelassen, jeweils bis zu 75.000 Stück. Trotzdem stocken die Deals: Chinesische Firmen haben sich nach Signalen aus Peking zurückgezogen. Peking wiederum zeigt sich beunruhigt über eine US-Vereinbarung, die vorsieht, dass die Chips vor der Auslieferung nach China durch US-Territorium gehen — verbunden mit Bedenken über mögliche versteckte Schwachstellen.
Vor der Verschärfung der Exportkontrollen hielt Nvidia rund 95 Prozent des chinesischen Marktes für KI-Chips. China machte einst 13 Prozent des Konzernumsatzes aus. CEO Jensen Huang schätzte das chinesische KI-Marktvolumen allein für dieses Jahr auf 50 Milliarden Dollar — ein Potenzial, das vorerst weitgehend unzugänglich bleibt.
Corning-Partnerschaft als Gegengewicht
Parallel baut Nvidia seine Lieferkette in den USA aus. Die Partnerschaft mit Corning sieht vor, dass der Glasfaserhersteller seine US-Fertigungskapazität für optische Verbindungslösungen verzehnfacht und die Glasfaserproduktion um mehr als 50 Prozent ausbaut. Drei neue Werke in North Carolina und Texas sollen entstehen. Nvidia zahlte 500 Millionen Dollar für Optionsscheine auf bis zu 18 Millionen Corning-Aktien, mit dem Recht, über drei Jahre bis zu 3,2 Milliarden Dollar in Eigenkapital zu investieren.
Langfristig könnte Glasfaser die rund 5.000 Kupferkabel in Nvidias Rack-Systemen wie Vera Rubin ersetzen — ein technologischer Schritt, der die Energieeffizienz und Bandbreite der nächsten KI-Infrastrukturgeneration erheblich verändern würde.
Auf der GTC-Konferenz im März hatte Huang angekündigt, mit Blackwell und Vera Rubin zusammen über 2026 und 2027 eine Billion Dollar umsetzen zu wollen. Ob der Mittwochsbericht — und vor allem die Q2-Guidance — diese Trajektorie bestätigt, entscheidet darüber, wohin sich die Aktie in den kommenden Wochen bewegt.
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