Nvidia Aktie: CES im Fokus

Nvidia präsentiert auf der CES die leistungsstarke Rubin-AI-Plattform und verschärft gleichzeitig die Verkaufsbedingungen für China. Trotz hoher Nachfrage und Wachstumsprognosen bleibt die Aktienkursentwicklung hinter dem Sektor zurück.

Kurz zusammengefasst:
  • Vorstellung der neuen Rubin-AI-Plattform auf der CES
  • Verschärfte Zahlungsbedingungen für China-Geschäfte
  • Hohe Umsatzprognosen und Analysten-Kursziele
  • Aktienkursentwicklung hinkt Sektor-Indizes hinterher

Nvidia liefert auf der CES 2026 technologische Schlagzeilen, an der Börse bleibt die Euphorie aber gedämpft. Während CEO Jensen Huang mit der neuen Rubin-Plattform die nächste AI-Generation ausruft, verschärft der Konzern parallel die Verkaufsbedingungen für China. Wie passt ein derart prall gefülltes Auftragsbuch zu einer Aktie, die zuletzt den Rückwärtsgang eingelegt hat?

Rubin-Plattform: Vom Chip zum Komplettsystem

Im Zentrum der Messeauftritte in Las Vegas steht die Rubin-Plattform – Nvidias erste vollständig durchkonstruierte AI-Plattform mit sechs Komponenten, die nun in die Massenfertigung geht. Der Konzern rückt damit weg vom reinen Einzelchip-Verkauf hin zu kompletten Rack-Systemen für Rechenzentren.

Nvidia

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Kern der Plattform sind die Rubin-GPUs mit 50 Petaflops NVFP4-Leistung für Inferenz, kombiniert mit neuen Vera-CPUs, die speziell für Datenbewegung und agentenbasierte Prozesse entwickelt wurden. Ergänzt wird das System durch NVLink 6 für Hochleistungs-Netzwerke im Rack, Spectrum‑X Ethernet Photonics für die Skalierung über viele Racks hinaus sowie ConnectX‑9 SuperNICs und BlueField‑4 DPUs.

Nvidia stellt in Aussicht, dass die Vera-Rubin-Systeme die Inferenzleistung gegenüber der aktuellen Blackwell-Architektur etwa verfünffachen und das Training rund verdreifachen. Besonders wichtig aus Kundensicht: Die Kosten pro erzeugtem AI-Token sollen auf rund ein Zehntel früherer Plattformen sinken. Huang betonte auf der Bühne, dass schnellere Trainingszyklen direkt über die „Time-to-Market“ entscheiden – und damit über technologische Führerschaft.

Strengere H200-Regeln für China

Parallel kommen aus China Nachrichten, die das Chancen-Risiko-Profil im zweitgrößten Einzelmarkt komplexer machen. Laut Reuters verlangt Nvidia von chinesischen Kunden für H200-Chips künftig vollständige Vorauszahlung. Stornierungen, Rückerstattungen oder nachträgliche Konfigurationsänderungen sollen ausgeschlossen sein.

Diese harten Bedingungen verlagern das finanzielle Risiko klar auf die Käuferseite – vor dem Hintergrund anhaltender regulatorischer Unsicherheit sowohl in den USA als auch in China. Dennoch ist der Appetit der Tech-Konzerne dort hoch: Bestellt wurden laut Reuters-Quellen mehr als zwei Millionen H200-Prozessoren zum Stückpreis von rund 27.000 US‑Dollar, während Nvidias aktueller Bestand bei etwa 700.000 Einheiten liegt.

Nvidia hat deshalb Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) angesprochen, um die Produktion der H200 ab dem zweiten Quartal 2026 hochzufahren. Separat meldete Bloomberg, dass China bereits in diesem Quartal erste H200-Importe für ausgewählte kommerzielle Anwendungen genehmigen will – mit klaren Ausschlüssen für Militär, Staatskonzerne und kritische Infrastruktur.

Der H200 soll rund das Sechsfache der Leistung der inzwischen blockierten H20-Chips liefern, die Nvidia ursprünglich speziell für China entwickelt hatte. Gelingt es, das gesamte Auftragsvolumen von zwei Millionen Einheiten auszuliefern, wären – nach Abzug der 25‑prozentigen Abgabe an die US-Regierung aus der Politikänderung vom Dezember 2025 – bis zu etwa 40 Milliarden US‑Dollar Umsatz aus China möglich.

Starke Nachfrage, hohe Visibilität

Finanziell zeichnet das Management ein klares Wachstumsbild. Finanzchefin Colette Kress stellte auf einer Investorenveranstaltung in Aussicht, dass die Nachfrage nach AI-Produkten bis 2026 kumuliert mehr als 500 Milliarden US‑Dollar übersteigen könnte. Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 peilt Nvidia einen Umsatz von 65 Milliarden US‑Dollar an – rund 65 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

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Wesentliche Punkte im Überblick:

  • AI-Produktnachfrage bis 2026: >500 Mrd. US‑Dollar (Management-Aussage)
  • Prognose Q4 GJ 2026: 65 Mrd. US‑Dollar Umsatz, ca. +65 % YoY
  • Bewertungsniveau: ca. 25‑faches Forward-KGV
  • Konsens-Kursziel: 250 US‑Dollar, Evercore-Target nach CES: 352 US‑Dollar

Evercore-Analyst Mark Lipacis reagierte auf die CES-Neuigkeiten mit einer deutlichen Anhebung seines Kursziels von 261 auf 352 US‑Dollar. Er rechnet damit, dass sich das Umsatzwachstum bis Mitte 2026 auf rund 79 Prozent beschleunigen könnte. Der aktuelle Marktkonsens liegt bei 250 US‑Dollar Kursziel, was ausgehend vom jüngsten Kursniveau rechnerisch ein Aufwärtspotenzial von etwa 35 Prozent impliziert.

Trotz der Wachstumsdynamik wird Nvidia an der Börse mit einem rund 25‑fachen erwarteten Gewinn bewertet – und damit günstiger als einige andere Vertreter der „Magnificent Seven“, obwohl für das Geschäftsjahr 2026 ein Gewinnwachstum von 57 Prozent und für 2027 von 61 Prozent prognostiziert wird.

Wettbewerb und Marktumfeld bremsen die Aktie

Trotz praller Auftragsbücher und ambitionierter Roadmap hinkt der Kurs 2025 dem Sektor hinterher. Während der PHLX Semiconductor Sector Index im Jahresverlauf um 42,6 Prozent zulegte, kommt Nvidia „nur“ auf rund 27 Prozent Plus. Dahinter stehen vor allem Zweifel, ob die Investitionswelle in Rechenzentren im aktuellen Tempo weiterlaufen kann, sowie zunehmender Wettbewerb im AI‑Hardwaremarkt.

Neben klassischen Rivalen wie AMD und Broadcom investieren Alphabet, Amazon und Meta kräftig in eigene, speziell zugeschnittene AI‑Chips. Diese Inhouse-Lösungen können Nvidias Vormachtstellung bei Hyperscalern schrittweise aushöhlen. Dazu passt die im Dezember erfolgte Übernahme von Technologie und Personal des Start-ups Groq: Nvidia reagiert damit auf die starke Nachfrage nach spezialisierten, günstigeren Inferenzchips – einem Segment, das teilweise im Gegensatz zum bisherigen GPU‑schweren Modell steht.

Charttechnisch notiert die Aktie mit 185,04 US‑Dollar nur knapp unter dem 52‑Wochen-Hoch von 190,53 US‑Dollar, liegt aber klar über den wichtigen Durchschnittslinien – rund 12 Prozent über dem 50‑Tage- und etwa 26 Prozent über dem 200‑Tage-Schnitt. Das unterstreicht, dass der Titel trotz jüngster Rücksetzer in einem intakten Aufwärtstrend bleibt.

Konkreter Ausblick bis Februar

Nvidia legt am 25. Februar 2026 die nächsten Quartalszahlen vor. Analysten erwarten derzeit einen Gewinn je Aktie von 1,52 US‑Dollar und einen Umsatz von 65,45 Milliarden US‑Dollar. Für das am Monatsende beginnende Geschäftsjahr 2027 steht im Konsens bereits ein Umsatz von 320 Milliarden US‑Dollar in den Modellen – mögliche Zusatzerlöse aus den H200-Lieferungen nach China sind darin bislang noch nicht einkalkuliert.

In den kommenden Wochen dürften vor allem drei Faktoren den Ton setzen: die formale Genehmigung der H200-Exporte durch die chinesischen Behörden, erste Kundenprojekte mit der Rubin-Plattform sowie die Investitionspläne der großen Cloud-Anbieter für 2026. Zusammen werden diese Punkte entscheiden, ob Nvidia seine hohe Wachstumsprognose bestätigen und die aktuelle Diskrepanz zwischen operativer Stärke und verhaltener Kursentwicklung verringern kann.

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