Nvidia gerät unter Druck. Nur einen Tag nachdem die Trump-Administration den Export der leistungsstarken H200-KI-Chips nach China offiziell genehmigte, blockiert Peking nun deren Einfuhr. Chinesische Zollbehörden erhielten die Anweisung, die Chips nicht ins Land zu lassen – ohne offizielle Begründung. Die Aktie verlor am Mittwoch 1,44 Prozent auf 183,14 US-Dollar.
Pekings überraschende Kehrtwende
Laut Reuters wurden chinesische Zollbeamte diese Woche informiert, dass Nvidias H200-Chips „nicht erlaubt“ seien. Drei mit der Angelegenheit vertraute Quellen bestätigten die Direktive. Unklar bleibt, ob es sich um ein dauerhaftes Verbot oder eine temporäre Maßnahme handelt.
Parallel dazu lud die chinesische Regierung am Dienstag führende Technologieunternehmen zu Treffen, bei denen diese ausdrücklich aufgefordert wurden, H200-Chips „nur wenn unbedingt notwendig“ zu kaufen. Ein Insider beschrieb die Formulierung als „so drastisch, dass es faktisch einem Verbot gleichkommt“.
Die Nachfrage war dabei enorm: Alibaba, ByteDance und andere chinesische Tech-Konzerne hatten Bestellungen über zwei Millionen H200-Chips platziert – bei einem Stückpreis von rund 27.000 US-Dollar. Das übersteigt Nvidias verfügbare Lagerbestände von 700.000 Einheiten um ein Vielfaches.
Verhandlungstaktik vor Trump-Besuch?
Der Zeitpunkt der Blockade dürfte kein Zufall sein. Präsident Trump plant für April einen Besuch in Peking, um mit Xi Jinping zu verhandeln. Geopolitik-Expertin Reva Goujon vom Rhodium Group vermutet: „Peking testet aus, welche größeren Zugeständnisse es beim Abbau der US-Technologiekontrollen erreichen kann.“
Der H200 ist etwa sechsmal leistungsfähiger als der H20, Nvidias abgespeckte Alternative, die 2025 bereits ähnlichen Export- und Import-Restriktionen unterlag. Nach dem aktuellen US-Rahmenwerk hätte Nvidia 25 Prozent Exportsteuer auf H200-Verkäufe nach China zahlen müssen – Einnahmen, die direkt an die US-Regierung geflossen wären.
China-Geschäft bereits unter Druck
Nvidias Umsätze in China und Hongkong waren im jüngsten Quartal bereits um 45 Prozent auf rund drei Milliarden US-Dollar eingebrochen. CEO Jensen Huang hatte den chinesischen KI-Markt zuvor als 50-Milliarden-Dollar-Chance bezeichnet.
Am Donnerstag veröffentlicht TSMC, Nvidias wichtigster Auftragsfertiger, seine Quartalszahlen. Analysten erwarten einen Nettogewinnsprung von 28 Prozent auf umgerechnet 15,15 Milliarden US-Dollar – getrieben durch die Nachfrage nach KI-Chips. TSMC hatte seinen Umsatz im vierten Quartal bereits um gut 20 Prozent gesteigert und die Erwartungen übertroffen.
Unsicherheit vor dem Earnings Call
Nvidia legt am 25. Februar seine Quartalszahlen vor. Bis dahin könnte sich die China-Situation weiterentwickeln – insbesondere im Vorfeld von Trumps Peking-Reise im April. Die Aktie notiert aktuell rund elf Prozent unter ihrem Allzeithoch.
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