Nvidia Aktie: Dividende steigt auf 0,25 Dollar
Nvidia übertrifft mit Rekordumsatz die Erwartungen, doch die Aktie fällt leicht. Grund sind die hohen Markterwartungen an den KI-Chip-Primus.

Kurz zusammengefasst
- Umsatz steigt um 85 Prozent
- Investitionen in Taiwan massiv erhöht
- Aktienrückkauf über 80 Milliarden Dollar
- Kurs gibt trotz Rekordquartal nach
Rekordquartal, milliardenschwere Investitionspläne, ein neues Aktienrückkaufprogramm — und die Aktie gibt trotzdem nach. Bei Nvidia zeigt sich gerade, was es bedeutet, wenn Perfektion zur Normalerwartung wird.
Taiwan als Fundament der KI-Expansion
Jensen Huang hat die geplanten Investitionen in Taiwan auf 100 bis 150 Milliarden Dollar jährlich verzehnfacht. Bisher lag die Spanne bei 10 bis 15 Milliarden. Der Nvidia-Chef bezeichnete Taiwan als „Epizentrum der KI-Revolution“ — und meint damit vor allem die Fertigungskapazitäten, die Nvidia für seine nächste Chip-Generation braucht.
Beim GTC Taipei auf der Computex am 1. Juni 2026 will Huang weitere Details liefern. Erwartet werden Ankündigungen zur Vera-Rubin-Architektur und zu den Blackwell-Ultra-Chips, die laut Marktbeobachtern sowohl im Sovereign-AI-Bereich als auch bei Unternehmenskunden stark nachgefragt werden.
Zahlen, die kaum noch überraschen
Das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 (bis 26. April 2026) war abermals ein Rekord. Der Umsatz kletterte um 85 Prozent auf 81,6 Milliarden Dollar. Das Rechenzentrumsgeschäft allein steuerte 75,2 Milliarden Dollar bei — ein Plus von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Das Management sieht die Nachfrage durch den Übergang zu „agentischer KI“ weiter befeuert, also Systemen, die eigenständig Aufgaben ausführen. Um Engpässe in der optischen Vernetzung von KI-Clustern zu vermeiden, hat Nvidia Zulieferer gebeten, die Kapazität für Indiumphosphid-Laser bis 2030 um das bis zu Zwanzigfache zu steigern.
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Der Vorstand genehmigte ein Aktienrückkaufprogramm über 80 Milliarden Dollar. Die Quartalsdividende steigt auf 0,25 Dollar je Aktie — das entspricht dem 25-fachen des vorherigen Niveaus von einem Cent.
Geopolitischer Balanceakt
Parallel zur Taiwan-Expansion tritt Huang dem Beirat der Tsinghua-Universität in Peking bei — einem Gremium, dem auch Apple-Chef Tim Cook und Elon Musk angehören. Der Schritt soll Kommunikationskanäle in den chinesischen Markt offenhalten, zieht aber bereits kritische Aufmerksamkeit in Washington auf sich. Für Nvidia, das seine Geschäftstätigkeit in China zuletzt umgebaut hat, ist das ein schmaler Grat.
Priced for Perfection
Trotz allem schloss die Aktie nach dem Quartalsbericht bei rund 210 Dollar leicht im Minus. Der Markt hat Nvidias Ausnahmeperformance längst eingepreist — selbst massive Schläge übertreffen die Erwartungen nicht mehr deutlich genug für eine Neubewertung nach oben. Auf Euro-Basis notiert die Aktie aktuell bei 185,36 Euro, rund acht Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom 14. Mai. Immerhin liegt der Kurs noch gut 15 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt — die mittelfristige Aufwärtsstruktur ist intakt.
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