Nvidia Aktie: Goldman Sachs sucht Investoren für 500 Milliarden
Nvidia gewinnt Goldman Sachs als Vermittler für seine 500-Milliarden-Dollar-KI-Infrastruktur-Initiative. Die Aktie notiert nahe ihrem Rekordhoch, während das Unternehmen parallel in Armenien expandiert.

Kurz zusammengefasst
- Goldman Sachs wirbt Investoren an
- Nvidia garantiert 125 Milliarden Dollar
- Größte KI-Fabrik in Armenien geplant
- Aktie nur 3,6 Prozent unter Rekordhoch
Nvidia hat sich mit seiner Finanzierungsoffensive für Rechenzentren Wall Street als Verbündeten gesichert. Wie am Freitag bekannt wurde, verhandelt Goldman Sachs derzeit mit potenziellen Investoren über eine Beteiligung an der 500 Milliarden US-Dollar schweren Initiative zur Finanzierung von KI-Infrastruktur. Als Kerninvestoren im Visier: US-Versicherer, große Vermögensverwalter und Banken.
Damit rückt die Ausgestaltung des milliardenschweren Vorhabens einen Schritt näher an die konkrete Umsetzung. Nvidia hatte die Partnerschaft mit sechs Finanzinstituten – Apollo, BlackRock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR – bereits am 10. August verkündet. Nun geht es darum, das Kapital tatsächlich einzusammeln.
Goldman als Türöffner mit Vorgeschichte
Die Rolle, die Goldman Sachs dabei übernimmt, ist keine zufällige. Die Bank war bereits alleiniger Kreditgeber für Nvidia, berät den Chiphersteller seit Jahren und hatte im Juni eine Anleihe über 25 Milliarden US-Dollar begleitet.
Schon 2019 stand Goldman bei der 6,9-Milliarden-Dollar-Übernahme von Mellanox an der Seite des Unternehmens. Im aktuellen Deal bietet die Bank sogenanntes Junior Capital sowie Private Credit an – Finanzierungsformen, die tiefer im Risiko stehen als klassische Bankkredite, dafür aber höhere Renditen versprechen.
Kern der Konstruktion ist eine Garantie von Nvidia selbst: Der Konzern kann bis zu 125 Milliarden US-Dollar, also 25 Prozent des Gesamtvolumens, über eine Restwert-Absicherung für ältere GPUs abdecken. Damit übernimmt Nvidia einen Teil des Risikos, das sonst allein bei den Investoren läge, sollten die Chips schneller altern als geplant.
Kritiker ziehen bereits Vergleiche zu Lucent Technologies, das in den frühen 2000er-Jahren mit ähnlichen Finanzierungskonstruktionen scheiterte. Nvidia-Chef Jensen Huang weist Vorwürfe eines zirkulären Finanzierungsmodells zurück und bezeichnet die Rechenzentren stattdessen als „investierbare Assets“.
Geschäft läuft auch jenseits der Wall Street weiter
Parallel zur Finanzierungsdebatte expandiert Nvidia operativ. Zusammen mit Dell und CoreWeave startet der Kunde Firebird die nach eigenen Angaben größte KI-Fabrik der GUS-Region in Armenien.
Geplant sind mehr als 70.000 Nvidia-Rubin- und Blackwell-Grafikprozessoren sowie 300 Megawatt Kapazität bis Ende 2027, langfristig soll die Roadmap in Armenien und Kasachstan auf rund zwei Gigawatt anwachsen. Nvidia selbst will sich an Firebird beteiligen, erster Kunde der Infrastruktur ist Perplexity.
Solche Projekte zeigen, dass die Nachfrage nach Nvidia-Hardware trotz der Debatte über die Finanzierungskonstruktionen ungebrochen ist. Wolfe Research bezifferte das Umsatzpotenzial aus der Wall-Street-Allianz zuletzt auf bis zu 350 Milliarden US-Dollar, sieht aber ebenfalls langfristige Risiken durch die Restwertgarantien.
Aktie hält sich nahe Rekordniveau
An der Börse zeigt sich die Aktie von der Debatte um die Finanzierungskonstruktion bislang unbeeindruckt. Das Papier notiert bei 195,14 Euro und damit nur 3,6 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro, das erst am 14. Mai markiert wurde.
Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 22 Prozent zu Buche. Anleger richten den Blick nun zunehmend auf den 26. August, wenn Nvidia seine Quartalszahlen vorlegt – dann dürfte sich zeigen, ob die milliardenschwere Finanzierungsoffensive tatsächlich in harte Nachfrage nach Chips münzt.
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