Nvidia Aktie: Goldman sieht Kaufgelegenheit
Nvidia dementiert Verzögerungsgerüchte um Kyber-Plattform, während Goldman Sachs die Aktie nach Kursrückgang als unterbewertet einstuft.
Kurz zusammengefasst
- Dementi zu Kyber-Verzögerung
- Goldman sieht Unterbewertung
- Kurs unter 50-Tage-Linie
- Rubin-Architektur früher geplant
Zwei Tage lang stand Nvidias Chip-Fahrplan im Zweifel. Dann kam das Dementi. Nun ringen Anleger mit zwei gegensätzlichen Signalen: einer entkräfteten Verzögerungs-Meldung und einer Bewertung, die Goldman Sachs als „überzeugend“ bezeichnet.
Die Aktie notiert aktuell bei 171,72 Euro, ein Minus von 0,45 Prozent gegenüber dem Vortag. Am Dienstag hatte der Titel noch bei 172,50 Euro geschlossen.
Kyber-Gerücht dementiert
Am 5. Juli hatte der Sender CNBC berichtet, Nvidias Kyber-Rack-System für die Rubin-Ultra-Chips verzögere sich wegen Fertigungsproblemen bis ins Jahr 2028. Das hätte AMD und Google Tür und Tor geöffnet. Nvidia wehrte sich prompt.
Der Konzern erklärte, die Entwicklung des Kyber NVL144 laufe planmäßig. Das Dementi trieb die Aktie zwischenzeitlich um mehr als ein Prozent nach oben. Kyber NVL144 ist die nächste Rack-Plattform nach Vera Rubin und soll mehrere GPUs zu einem einzigen Cluster für KI-Training und -Inferenz verbinden.
Goldman sieht Kaufgelegenheit
Parallel zur Roadmap-Klarstellung meldete sich Goldman Sachs zur Bewertung zu Wort. Die Bank sieht Nvidia nach dem jüngsten Kursrückgang als unterbewertet. Der Titel handelt aktuell zum 21,7-Fachen der erwarteten Gewinne — nah am Durchschnitt des S&P 500 und weit unter dem eigenen Fünfjahresschnitt von 72.
Goldmans Argument stützt sich auf den Investitionszyklus der gesamten KI-Branche. Die aktuellen Gewinnmultiplikatoren berücksichtigen demnach nicht das erwartete Wachstum durch steigende KI-Investitionen der großen Cloud-Anbieter. Die Bank rechnet mit einem Anstieg der branchenweiten KI-Investitionen von 650 Milliarden Dollar in diesem Jahr auf eine Billion Dollar im kommenden Jahr.
Im Vergleich zur Konkurrenz fällt Nvidias Jahresperformance bislang bescheiden aus. Die Aktie steht seit Jahresbeginn nur 5 Prozent im Plus, während AMD um mehr als 100 Prozent zulegte und der Halbleiter-ETF SOXX um 59 Prozent stieg. Ein Grund: Nvidia startete 2026 bereits auf einem hohen Bewertungsniveau, was eine weitere Multiplikator-Ausweitung erschwert — anders als bei AMD oder Micron, die von niedrigeren Ausgangsniveaus aus stärker von der KI-Nachfrage profitierten.
Charttechnik bleibt angeschlagen
Der Kurs liegt derzeit unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 180,82 Euro. Auf Monatssicht steht ein Minus von 5,13 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro, erreicht Mitte Mai, fehlen noch 15,20 Prozent.
Gegenüber dem 52-Wochen-Tief von 136,52 Euro vom Juli vergangenen Jahres steht die Aktie dennoch 25,78 Prozent höher. Seit Jahresanfang beträgt das Plus 6,59 Prozent. Der RSI von 44 Punkten deutet auf neutrales Momentum hin — weder überkauft noch überverkauft.
Rubin kommt früher als geplant
Die Kyber-Debatte reiht sich ein in eine Serie von Fragen zum Produktfahrplan der nächsten Nvidia-Architektur. Die Rubin-Architektur, ursprünglich für 2027 angesetzt, soll nun fast zwei Quartale früher erscheinen. Das unterstreicht Nvidias aggressive Forschungsinvestitionen gegenüber wachsender Konkurrenz durch AMD und eigens entwickelte Chips großer Cloud-Anbieter.
Der nächste Fixpunkt für Anleger: die Quartalszahlen zum zweiten Fiskalquartal, die Nvidia für den 26. August 2026 angekündigt hat. Bis dahin dürfte das Wechselspiel zwischen Roadmap-Sorgen und Wall-Street-Bewertungsargumenten die Stimmung rund um den Titel prägen.
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