Nvidia Aktie: Google und Blackstone investieren 5 Milliarden

Nvidia-Aktie unter Druck: Ein neues Cloud-Projekt von Google und Blackstone sowie geopolitische Risiken überschatten die anstehenden Quartalszahlen.

Redaktion Stock-World ·
Nvidia Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Google und Blackstone investieren 5 Milliarden in Cloud-Infrastruktur
  • Analysten erwarten 79,2 Milliarden Dollar Umsatz
  • Blackwell-Chip-Produktion auf 200.000 Einheiten hochgestuft
  • Kurszielanhebungen durch Morgan Stanley und KeyBanc

Nvidia geht mit ungewohntem Gegenwind in die Quartalszahlen. Einen Tag vor der Vorlage der Ergebnisse drückt nicht die Nachfrage nach KI-Chips auf die Stimmung, sondern ein neues Cloud-Projekt von Google und Blackstone. Der Markt schaut damit auf zwei Dinge zugleich: kurzfristige Rekordzahlen und langfristig wachsende Konkurrenz.

Google und Blackstone setzen ein Signal

Google und Blackstone planen ein Cloud-Infrastrukturprojekt im Volumen von 5 Milliarden Dollar. Kern ist eine eigene TPU-Cloud, die bis 2027 eine Kapazität von 500 Megawatt erreichen soll. Für Nvidia ist das kein unmittelbarer Umsatzeinbruch, aber ein klares Signal: Große Cloud-Anbieter bauen ihre eigenen KI-Beschleuniger konsequenter aus.

Das trifft einen Nerv. Nvidia dominiert den Markt für KI-Hardware weiterhin, vor allem bei Hochleistungs-GPUs für Rechenzentren. Eigene Chips der Hyperscaler können diese Stellung jedoch über die Zeit relativieren, wenn mehr KI-Workloads auf proprietäre Infrastruktur wandern.

Hinzu kommt geopolitischer Druck. Meldungen über verzögerte Exportgenehmigungen für Lieferungen nach China belasteten die Aktie zusätzlich. In Frankfurt lag der Schlusskurs am Montag bei 190,58 Euro; seit Jahresanfang steht dennoch ein Plus von 18,30 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar von 58,03 Prozent.

Hohe Messlatte für die Zahlen

Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwarten Analysten rund 79,2 Milliarden Dollar Umsatz und ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 1,78 Dollar. Beim Umsatz wäre das ein Zuwachs von knapp 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Erwartungshaltung bleibt also extrem hoch.

Noch anspruchsvoller sind offenbar einige interne Markterwartungen großer Investoren. Dort kursiert die Marke von mehr als 80 Milliarden Dollar Umsatz als Schwelle, um die aktuelle Bewertung zu stützen. Genau hier liegt das Risiko: Gute Zahlen allein könnten nicht reichen, wenn sie nicht deutlich genug ausfallen.

Im Mittelpunkt steht der Hochlauf der Blackwell-Architektur. KeyBanc rechnet inzwischen mit einer Produktion von 200.000 Chips im laufenden Zyklus, nachdem zuvor 150.000 unterstellt worden waren. Das wäre ein spürbarer Schritt für Nvidias Rechenzentrumsumsatz.

Der zusätzliche Quartalsbeitrag aus Blackwell könnte nach diesen Schätzungen zwischen 5 und 7 Milliarden Dollar liegen. Damit hängt ein großer Teil der kurzfristigen Fantasie nicht nur an der Nachfrage, sondern an Lieferfähigkeit, Ausbeute und Taktung der Auslieferungen.

Analysten bleiben offensiv

Trotz der Kursschwäche haben mehrere Häuser ihre Ziele angehoben. Morgan Stanley erhöhte das Kursziel auf 285 Dollar nach zuvor 265 Dollar und hält Nvidia weiter für einen Top-Wert im Sektor. KeyBanc liegt mit 300 Dollar noch höher und verweist auf die erwartete Stärke beim Übergang zur Rubin-Generation.

Wichtig wird auch der Ausblick des Managements. Für das zweite Quartal modellieren Analysten derzeit eine Umsatzprognose zwischen 85 und 87 Milliarden Dollar. Jensen Huang hatte zuletzt Zuversicht signalisiert, dass Blackwell und Rubin zusammen bis Ende 2027 kumuliert mehr als 1 Billion Dollar Umsatz erreichen könnten.

Am 20. Mai muss Nvidia damit zwei Erwartungen bedienen: einen sauberen Blackwell-Hochlauf und eine Prognose, die den nächsten Umsatzsprung glaubwürdig macht. Liegt der Ausblick nur am unteren Ende der Schätzungen, dürfte das Google-Blackstone-Projekt stärker nachwirken. Eine Prognose oberhalb der Markterwartungen würde den Fokus dagegen rasch zurück auf Nvidias operative Stärke lenken.

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