Nvidia Aktie: Huang tritt am 1. Juni in Taipeh auf

Nvidia präsentiert auf der Computex die KI-Strategie, meldet Rekordumsatz und erhöht Dividende sowie Aktienrückkäufe massiv.

Eduard Altmann ·
Nvidia Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Rekordumsatz von 81,6 Milliarden Dollar
  • Dividende steigt auf 0,25 Dollar je Aktie
  • 80 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe
  • Computex-Keynote als Stimmungstest

Starke Zahlen, neuer KI-Auftritt, höhere Ausschüttung: Nvidia geht mit viel Rückenwind in die Computex-Woche. Trotzdem hat die Aktie zuletzt Luft abgelassen. Genau diese Mischung macht die kommenden Tage wichtig: Der Markt erwartet nicht nur Wachstum, sondern neue Belege für die nächste KI-Welle.

Huang rückt die KI-Roadmap ins Zentrum

Nvidia-Chef Jensen Huang tritt am Montag, 1. Juni, in Taipeh auf. Seine Computex-Keynote soll zeigen, wie Nvidia KI in Rechenzentren, physische KI und KI-Agenten-Systeme ausrollen will. Der angekündigte Fünf-Schichten-Ansatz reicht von Energie bis Anwendungen.

Die Präsenzplätze für die Veranstaltung sind ausverkauft. Der Livestream bleibt frei verfügbar. Direkt danach läuft die GTC Taipei vom 2. bis 4. Juni im Taipei International Convention Center.

Damit wird Taipeh zum kurzfristigen Stimmungstest. Nicht die nächste Chip-Folie allein zählt. Wichtiger ist, ob Nvidia neue Nachfrage aus dem Ökosystem sichtbar macht.

Dividende steigt kräftig

Auch die Kapitalrückgabe rückt näher. Die Quartalsdividende steigt von 0,01 auf 0,25 Dollar je Aktie. Die Dividendenrendite liegt trotzdem nur bei 0,4 Prozent.

Ex-Dividendentag ist der 3. Juni. Berechtigt sind Aktionäre, die am 4. Juni im Register stehen; Zahlungstermin ist der 26. Juni.

Beim Rückkaufprogramm geht es um größere Summen. Der Verwaltungsrat genehmigte zusätzliche 80,0 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe, ohne Ablaufdatum. Im ersten Quartal gab Nvidia rund 20,0 Milliarden Dollar über Rückkäufe und Dividenden zurück.

Rekorde setzen die Messlatte hoch

Die Ausschüttungen kommen nicht aus einer Schwächeposition. Nvidia meldete im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Rekordumsatz von 81,6 Milliarden Dollar. Das entsprach einem Plus von 85 Prozent zum Vorjahr.

Das Datencenter-Geschäft lieferte 75,2 Milliarden Dollar und wuchs um 92 Prozent. Es bleibt damit der klare Kern des Konzerns.

Auch die Profitabilität wirkt stark. Die Non-GAAP-Bruttomarge lag bei 75,0 Prozent. Ein Jahr zuvor hatte eine H20-Exportbelastung von 4,5 Milliarden Dollar die Marge auf 60,8 Prozent gedrückt.

Der operative Kerngewinn stieg um 147 Prozent. Die Kernmarge erreichte 65,6 Prozent.

Der freie Cashflow sprang auf 48,6 Milliarden Dollar. Im Vorquartal waren es 34,9 Milliarden Dollar, ein Jahr zuvor 26,1 Milliarden Dollar.

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Prognose übertrifft Konsens

Für das laufende Quartal erwartet Nvidia 91,0 Milliarden Dollar Umsatz, plus oder minus 2 Prozent. Der Marktkonsens lag bei 86,84 Milliarden Dollar.

Bei der Bruttomarge peilt Nvidia rund 74,9 Prozent nach GAAP an. Auf Non-GAAP-Basis sollen es etwa 75,0 Prozent werden. Das ist stark, weil die Prognose keine Datencenter-Compute-Umsätze aus China einplant.

Besonders auffällig ist der China-Effekt. Im Vorjahreszeitraum lagen Hopper-Lieferungen dorthin noch bei 4,6 Milliarden Dollar. Eine Lockerung der Exportbeschränkungen wäre daher zusätzlicher Spielraum, nicht Teil der aktuellen Prognose.

Parallel baut Nvidia an der Lieferkette. Mit Corning erweitert der Konzern die Produktion optischer Verbindungstechnik in den USA. Corning will die entsprechende US-Kapazität verzehnfachen und die Faserproduktion um mehr als 50 Prozent erhöhen.

Der Zulieferer plant drei neue Werke in North Carolina und Texas. Dort sollen mehr als 3.000 Arbeitsplätze entstehen. Das zeigt: Der Engpass liegt nicht nur bei Chips, sondern auch bei Infrastruktur.

Aktie kühlt vor dem Termin ab

Der Kurs spiegelt dieses Spannungsfeld. Am Freitag schloss die Nvidia-Aktie bei 181,40 Euro. Vom Jahreshoch bei 201,05 Euro liegt sie 9,77 Prozent entfernt.

Der Rücksetzer nimmt etwas Hitze aus dem Chart. Trotzdem notiert die Aktie noch 12,95 Prozent über der 200-Tage-Linie. Der RSI von 36,4 signalisiert bereits abgekühltes Momentum.

Risiken gibt es genug. Dazu zählen mögliche Pausen bei KI-Infrastruktur, stärkere Konkurrenz durch AMD, knappe HBM-Speicher und anhaltende US-Exportregeln für China.

Nvidia skizziert dennoch einen massiven Markt. Der Konzern erwartet, dass die Ausgaben für Rechenzentren bis 2027 über eine Billion Dollar steigen.

Bis 2030 sieht Nvidia eine Spanne von drei bis vier Billionen Dollar. Das ist der langfristige Kern der Story.

Bis zum Quartalsbericht im August setzt nun die Computex den nächsten Akzent. Wenn Huang konkrete Nachfragepfade für neue KI-Systeme liefert, kann der Markt die hohe Umsatzprognose eher verteidigen. Beim Kurs dient das Jahreshoch bei 201,05 Euro als erste Referenz.

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Nvidia Aktie

181,40 EUR

– 2,60 EUR -1,41 %
KGV 32,38
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,02 %
Marktkapitalisierung 5,11 Bio. EUR
ISIN: US67066G1040 WKN: 918422

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