Nvidia Aktie: Huang warnt vor Energie-Engpass
Jensen Huang sieht die Stromversorgung als größte Hürde für KI-Wachstum und fordert einen Ausbau der Energieinfrastruktur in den USA.

Kurz zusammengefasst
- Strommangel als größtes Hindernis
- Besuch bei Zulieferer Coherent
- Aktie legt trotz Warnung zu
- Hauptversammlung am Mittwoch
Nvidia-Chef Jensen Huang fordert neue gesellschaftliche Normen für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Allerdings sieht er ein handfestes Limit für den KI-Boom. Nicht die Chips fehlen, sondern der Strom. Bei einem Werksbesuch in Texas forderte er am Montag einen massiven Ausbau der US-Energieinfrastruktur.
Huang besichtigte eine Anlage des Zulieferers Coherent. Das Unternehmen baut Laser, die den Stromverbrauch von KI-Rechenzentren um bis zu 50 Prozent senken sollen. Die Energieversorgung bleibt laut dem CEO der größte Flaschenhals für den technologischen Fortschritt.
Staatliche Beteiligungen an KI-Firmen lehnt der Konzernchef ab. Exportkontrollen aus Gründen der nationalen Sicherheit hält er hingegen für notwendig. Die Börse reagierte entspannt. Entspannungssignale im Nahen Osten trieben Technologiewerte am Montag branchenweit an. Ein möglicher Friedensplan zwischen den USA und dem Iran drückte den Ölpreis auf rund 80 US-Dollar.
Die Nvidia-Papiere kletterten im Zuge dieser Rally leicht auf 183,36 Euro. Seit Jahresbeginn steht damit ein Plus von 13,82 Prozent auf der Kurstafel. Vom Rekordhoch bei 202,50 Euro aus dem Mai ist der Titel noch ein Stück entfernt.
Blick auf die Hauptversammlung
Am Mittwoch richtet sich der Fokus auf die jährliche Hauptversammlung. Anleger erhoffen sich Details zum Produktionshochlauf der neuen Chip-Architekturen Blackwell und Vera. Ein Problem bleibt. Engpässe bei speziellen Speicherbausteinen könnten noch bis zu 18 Monate anhalten.
Parallel dazu wächst der Wettbewerbsdruck. Amazon baut sein eigenes Chip-Geschäft mit den Modellen Trainium und Inferentia massiv aus. Cloud-Anbieter suchen zunehmend nach günstigeren Alternativen für KI-Anwendungen. Nvidia verteidigt seine Dominanz bisher erfolgreich über das eigene Software-Ökosystem CUDA.
Analysten lassen sich von der aufkommenden Konkurrenz nicht beirren. Die Experten raten mehrheitlich zum Kauf der Aktie. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 305 US-Dollar. Neue Impulse für den Weg dorthin liefert das Management am Mittwoch mit den aktualisierten Produktionsplänen.
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