Nvidia-Chef Jensen Huang nutzt die Bühne in Davos für eine klare Botschaft: Von einer „KI-Blase“ will er nichts wissen. Statt Übertreibung spricht er von der größten Infrastruktur-Offensive der Wirtschaftsgeschichte. Entscheidend ist dabei eine Frage: Tragen Investitionen und Nachfrage die hohe Bewertung tatsächlich?
Huang kontra „KI-Blase“
Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos stellte sich Huang direkt gegen die wachsenden Sorgen vor einer überhitzten KI-Euphorie. Anstatt vor einem Rückgang der Investitionen zu warnen, beschrieb er die aktuelle Phase als „größten Infrastrukturaufbau in der Geschichte der Menschheit“.
Damit widerspricht er insbesondere der Angst, große Cloud-Anbieter könnten ihre Investitionsbudgets 2026 zurückfahren. Huang betonte, dass die enormen Ausgaben nötig seien, um die Basis-Infrastruktur für die nächste Entwicklungsstufe der KI zu schaffen – also Rechenzentren, spezialisierte Chips und Netzwerke, auf denen spätere Anwendungen aufsetzen.
Für den Markt ist das ein wichtiges Signal: Die Nachfrage nach Nvidias Hochleistungs-GPUs wird aus Sicht des Managements nicht kurzfristig, sondern strukturell getragen. Entsprechend wirkten die Aussagen wie ein Beruhigungspuffer für Investoren, die einen baldigen Investitionsstopp befürchtet hatten.
China-Nachfrage als zweiter Treiber
Ein weiterer zentraler Faktor hinter der jüngsten Kursstärke kommt aus China. Berichte deuten darauf hin, dass große chinesische Tech-Konzerne umfangreiche Bestellungen für H200-KI-Chips vorbereiten. Diese Chips sind so konfiguriert, dass sie den geltenden US-Exportauflagen entsprechen.
Damit zeigt sich: Trotz komplexer Regulierungen bleibt China als einer der wichtigsten Halbleitermärkte ein relevanter Absatzkanal. Die Nachfrage verlagert sich nicht einfach weg, sondern passt sich den Rahmenbedingungen an.
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Das ist besonders wichtig, weil Exportkontrollen zuletzt als potenzielles Risiko für Nvidias Umsätze galten. Die Aussicht auf genehmigungsfähige, aber leistungsfähige Produkte kontert die Erzählung eines deutlichen Umsatzrückgangs in China. Die Fähigkeit, das regulatorische Umfeld technologisch zu „umspielen“, wird so zu einem Baustein der aktuellen Bewertung.
Zentrale Punkte im Überblick
- Huang sieht keine KI-Blase, sondern einen langfristigen Infrastrukturzyklus
- Sorgen um sinkende Investitionen der Hyperscaler in 2026 werden relativiert
- China-Nachfrage flammt mit regulierungskonformen H200-Chips wieder auf
- Exportauflagen bleiben Thema, verhindern aber aktuell keine große Nachfragewelle
- Die hohe Bewertung stützt sich auf anhaltend starkes Wachstum und Margen
Bewertung und Marktposition
Die jüngste Kursentwicklung unterstreicht die starke Marktstellung: Die Aktie notiert nur leicht unter ihrem 52-Wochen-Hoch, nachdem sie sich in den vergangenen zwölf Monaten deutlich mehr als verdoppelt hat. Damit liegt der Kurs klar über den wichtigen gleitenden Durchschnitten der vergangenen Monate, was die bisher intakte Aufwärtstendenz widerspiegelt.
Fundamental bleibt die Story klar: Nvidia dominiert den Markt für KI-Beschleuniger, und die Bewertung preist weiteres hohes Wachstum ein. Im englischen Ausgangstext wird ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 46 genannt – ein Niveau, das deutlich über historischen Marktdurchschnitten liegt und ambitionierte Gewinnerwartungen impliziert. Anleger zahlen also einen Aufschlag für die Erwartung, dass die „Infrastruktur-These“ von Huang sich in den Zahlen widerspiegelt.
Ausblick auf die Quartalszahlen
Der nächste große Prüfstein steht bereits fest: Am 25. Februar 2026 will Nvidia die Zahlen für das vierte Quartal vorlegen. Im vorherigen Quartal lag der Gewinn je Aktie bei 1,30 US‑Dollar. Nun wartet der Markt auf den Beleg, dass sich der massive Infrastrukturaufbau und die anziehende internationale Nachfrage – inklusive China – weiter in dynamischem Wachstum niederschlagen.
Bis dahin konsolidiert die Aktie ihre starken Gewinne der vergangenen Monate. Die Erwartungen sind hoch: Bestätigt Nvidia mit den Februar-Zahlen sowohl das anhaltend hohe Investitionstempo der Hyperscaler als auch robuste Bestellungen aus regulierten Märkten wie China, dürfte das die aktuelle Bewertung stützen und die Infrastrukturstory von Huang untermauern.
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