Nvidia Aktie: Investition in Safe Superintelligence
Nvidia investiert in das KI-Labor von Ilya Sutskever, während die Aktie aufgrund von Finanzierungsplänen für Rechenzentren einbricht.

Kurz zusammengefasst
- Partnerschaft mit Safe Superintelligence
- Aktie fällt um über fünf Prozent
- Milliardengarantie für Rechenzentrum
- Kundenberichte von Microsoft und Alphabet
Nvidia investiert in ein Startup ohne Produkt und ohne Umsatz. Zeitgleich rutscht die eigene Aktie am Montag um 5,44 Prozent ab, auf 172,10 Euro. Zwei Nachrichten, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen — und genau das macht den Handelstag interessant.
Milliarden für Sutskevers Rechenpower
Nvidia und Safe Superintelligence Inc. (SSI) haben eine langfristige strategische Partnerschaft angekündigt. SSI ist das Forschungslabor von Ilya Sutskever, dem früheren Chefwissenschaftler von OpenAI. Nvidia steigt mit einer erheblichen Investition ein, deren genaue Höhe beide Seiten nicht nennen.
Im Gegenzug erhält SSI Zugang zur kommenden Vera-Rubin-Plattform von Nvidia. Mitgründer Daniel Levy rechnet damit, dass sich die Rechenkapazität des Labors binnen zwölf Monaten verzehnfacht. Bemerkenswert dabei: SSI hat bislang weder ein fertiges Produkt noch Umsatz, rückt durch den Deal aber in dieselbe Liga wie große Cloud-Anbieter, wenn es um den Zugriff auf High-End-Chips geht.
Allianz für sichere KI-Systeme
Parallel zur SSI-Partnerschaft treibt Nvidia ein zweites Projekt voran. Der Konzern hat die Open Secure AI Alliance mitgegründet. Microsoft, IBM, Cisco und SAP sind ebenfalls dabei.
Das Bündnis will Open-Source-Werkzeuge entwickeln, mit denen sich KI-Agenten prüfen und offene Modelle schützen lassen. Im Zentrum stehen einheitliche Formate für Modellgewichte und digital signierte Software-Patches. Die Initiative folgt auf einen offenen Brief der Branche, der Regulierer dazu aufruft, sich auf konkrete Schäden zu konzentrieren statt pauschale Beschränkungen für offene KI-Infrastruktur zu verhängen.
Sorge vor zirkulärer Finanzierung
Der Kursrutsch am Montag hat einen konkreten Auslöser. Berichten zufolge verhandelt Nvidia über eine Finanzierungsgarantie in Höhe von 250 Milliarden Dollar für ein gigantisches Rechenzentrumsprojekt in Ohio. Anleger fragen sich, wie tragfähig die aktuelle Nachfrage tatsächlich ist, wenn Nvidia selbst als Financier bei Kunden einspringt.
Die Aktie notiert inzwischen 15,01 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro und liegt klar unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 180,45 Euro. Trotzdem bleibt CEO Jensen Huang optimistisch. In einem aktuellen Interview erklärte er, die gesamte Halbleiterbranche müsse sich in den kommenden zehn Jahren verzehnfachen, um eine Zukunft mit Milliarden autonomer KI-Agenten und Roboter zu versorgen.
Die Woche der großen Kunden
Wie sich die Nvidia-Aktie in den kommenden Tagen entwickelt, hängt maßgeblich von den Quartalszahlen ihrer größten Kunden ab. Microsoft und Alphabet legen in dieser Woche ihre Berichte vor. Investoren wollen sehen, ob die hohen Investitionsausgaben der Tech-Konzerne tatsächlich in konkrete Bestellungen für Nvidias Blackwell- und Vera-Rubin-Systeme münden.
Mit einem RSI von 42,7 nähert sich die Aktie neutralem Terrain, nachdem sie sich von ihren Mitte-Mai-Höchstständen deutlich entfernt hat. Bleiben die Großaufträge der Cloud-Kunden aus, dürfte der Druck auf den Kurs anhalten.
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