Nvidia Aktie: Justizministerium prüft Groq-Deal
Kartellprüfung, Insiderverkäufe und hohe Branchenausgaben belasten Nvidia, während Umsatz, Margen und Prognosen weiterhin kräftig ausfallen.
Kurz zusammengefasst
- Aktie verliert 2,2 Prozent
- US-Justiz prüft Groq-Vereinbarung
- Direktor Stevens plant weitere Verkäufe
- Quartalsumsatz steigt um 106 Prozent
Nvidia gerät von mehreren Seiten unter Druck. Die Aktie gab gestern um 2,2 Prozent nach und schloss bei 188,14 Euro – belastet von einer aufkommenden Kartellrechtsprüfung, umfangreichen Insiderverkäufen und Sorgen über die Nachhaltigkeit der milliardenschweren Infrastrukturausgaben der Branche.
Justizministerium prüft Groq-Deal
Das US-Justizministerium untersucht laut einem Bericht von Bloomberg, ob Nvidia seine Vereinbarung mit dem Chip-Start-up Groq so strukturiert hat, dass eine reguläre kartellrechtliche Prüfung umgangen wurde.
Die Ermittlungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Nvidia seine Expansion über das klassische Grafikchip-Geschäft hinaus vorantreibt – unter anderem durch die Übernahme von Hugging Face, Inc. für 12,93 Milliarden Dollar, die das Unternehmen Anfang September per Pflichtmitteilung bekanntgab.
Parallel dazu sorgen Insiderverkäufe für Diskussionsstoff. Nvidia-Direktor Mark A. Stevens verkaufte über einen Trust 1.848.501 Aktien zu Kursen zwischen 220 und 226 Dollar und hält nach der Transaktion weiterhin über 26,5 Millionen Aktien direkt und indirekt.
Zudem reichte Stevens eine Form-144-Mitteilung ein, um fünf Millionen Class-A-Aktien im Wert von rund 1,09 Milliarden Dollar zu veräußern. Solche Meldungen lösen bei Anlegern regelmäßig Nervosität aus, auch wenn Stevens weiterhin einen erheblichen Anteil am Unternehmen hält.
Geschäftszahlen bleiben stark
Fundamental zeigt sich Nvidia weiterhin robust. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027, das am 26. Juli endete, erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 96,2 Milliarden Dollar – ein Plus von 106 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Bruttomarge lag sowohl nach GAAP als auch bereinigt bei 75,0 Prozent, der Gewinn je Aktie bei 2,46 beziehungsweise 2,22 Dollar.
Für das dritte Quartal stellte Nvidia einen Umsatz von 108,0 Milliarden Dollar in Aussicht, mit einer Schwankungsbreite von 2 Prozent nach oben oder unten. Dabei kalkuliert das Unternehmen keinerlei Data-Center-Umsatz aus China ein.
Finanzchefin Colette Kress rechnet für das Geschäftsjahr 2028 mit einem Umsatzwachstum von 70 Prozent und beschrieb den Ausblick laut Yahoo Finance als „angebotsbeschränkt“ – ein Hinweis darauf, dass die Nachfrage das verfügbare Angebot weiterhin übersteigt.
Kursziel angehoben, Marktumfeld bleibt angespannt
Phillip Securities erhöhte am 3. September das Kursziel für Nvidia von 285 auf 300 Dollar und bestätigte die Kaufempfehlung. Begründet wurde dies mit starker Nachfrage nach KI-Servern sowie der Expansion in kundenspezifische Chips und den Automobilsektor.
Auf der Goldman-Sachs-Konferenz Communacopia + Technology äußerte sich Firmenchef Jensen Huang zu künftigen Wachstumsfeldern und erklärte laut Bloomberg, Cybersicherheit werde voraussichtlich der nächste große Anwendungsfall für künstliche Intelligenz.
Nvidia treibt zudem die internationale Expansion voran: Gemeinsam mit Microsoft präsentierte das Unternehmen auf der IFA 2026 neue Werkzeuge für KI-Agenten auf eigener Hardware, in Australien baut Nvidia die KI-Infrastruktur gemeinsam mit lokalen Partnern bis 2027 deutlich aus.
Charttechnisch notiert die Aktie derzeit rund 7 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro, das im Mai erreicht wurde. Zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand weiterhin 11 Prozent nach oben, was den langfristigen Aufwärtstrend trotz der jüngsten Schwäche intakt hält. Heute ist zudem der Ex-Dividenden-Tag für die Quartalsdividende von 0,25 Dollar je Aktie, die am 1. Oktober ausgezahlt wird.
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