Nvidia Aktie: Kyber-Rack auf 2028 verschoben
Nvidias Kyber-Rack verzögert sich auf 2028, während Speichermärkte boomen. Analysten sehen trotzdem Kurspotenzial.

Kurz zusammengefasst
- Kyber-NVL144-Rack auf 2028 verschoben
- Speicher wird lukrativer als Rechenchips
- Umsatz im ersten Quartal über Erwartungen
- Aktie notiert unter 50-Tage-Durchschnitt
Zwei Jahre lang schien Nvidia die Schwerkraft der Märkte außer Kraft zu setzen. Jede neue Chip-Generation kam schneller als erwartet, jede Prognose fiel zu konservativ aus. Jetzt zeigt sich: Software skaliert im Kopf, Hardware nicht. Am Freitag notiert die Aktie bei 176,50 Euro, ein Minus von 0,51 Prozent zum Vortag.
Ein Jahr der Konsolidierung
Der Kurs liegt 25,80 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 140,30 Euro. Das Tief markierte die Aktie vor genau einem Jahr, am 10. Juli 2025.
Seit dem 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro Mitte Mai ist die Aktie um 12,84 Prozent gefallen. Die Marktkapitalisierung bleibt trotzdem gewaltig: 4.170 Milliarden Euro.
Der Jahresgewinn seit Januar liegt bei 9,56 Prozent. Der Markt belohnt nicht mehr nur reines KI-Potenzial. Er prüft, ob Nvidia die nächste Rechnergeneration tatsächlich liefern kann.
Die Physik schlägt zurück
Der Kern der Geschichte: Nvidias Kyber-NVL144-Rack kommt später als geplant. Das System ist das Herzstück der kommenden Rubin-Plattform – eigentlich für 2026 vorgesehen, jetzt auf 2028 verschoben.
Der Grund liegt nicht im Code. Er liegt in der Physik. Ingenieure müssen 78-Lagen-Platinen mit 25-Mikrometer-Leiterbahnen fertigen – eine Präzision, die klassische Leiterplattenproduktion an ihre Grenzen bringt.
Reicht eine einzelne Verzögerung im Kyber-Rack, um den gesamten Fahrplan der Rubin-Ära ins Wanken zu bringen? Ganz so einfach ist es nicht. Das kleinere Vera Rubin NVL72 bleibt für den Herbst 2026 im Zeitplan. Trotzdem deutet die Verschiebung des NVL144 an: Die Ära der mühelosen Generationssprünge in der Rechendichte könnte an eine Grenze stoßen.
Wertverschiebung: Rechenleistung versus Speicher
Nvidias Aktie notiert derzeit 2,52 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 181,06 Euro. Im Hintergrund verschiebt sich der Fokus der KI-Infrastruktur-Wette spürbar – weg vom Rechenchip, hin zum Speicher.
Die Spotpreise für H100-Rechenleistung sind zuletzt gesunken, weil das Angebot wächst. Speicher dagegen bleibt knapp. Konkurrent Micron meldete jüngst eine Bruttomarge von 87 Prozent im Rechenzentrumsgeschäft – ein Beleg, dass Speicher aktuell das lukrativere Geschäft im KI-Stack ist.
High Bandwidth Memory könnte sich bis 2027 im Preis verdoppeln. Für Nvidia bedeutet das: Die eigene Marge gerät unter Druck – durch genau jene Bauteile, die die eigenen GPUs am Laufen halten. Kein Wunder, dass Anleger genauer hinschauen.
Trotz dieser strukturellen Hürden bleibt das Fundament robust. Nvidia hat ein Rückkaufprogramm über 80 Milliarden Dollar angekündigt und die Dividende angehoben.
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erzielte der Konzern einen Umsatz von 81,62 Milliarden Dollar – deutlich über den Erwartungen. Allein das Rechenzentrumsgeschäft trug 75 Milliarden Dollar bei.
Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 263,69 Euro – ein mögliches Kurspotenzial von 49,4 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau. Technisch zeigt sich die Aktie neutral: Der RSI notiert bei 49,9, weder überkauft noch überverkauft.
Der Weg zu diesem Kursziel hängt maßgeblich davon ab, wie schnell Nvidia die Fertigungsprobleme der Rubin-Ära löst. Bleibt der Rückstand beim Kyber-Rack bestehen, könnte sich die Übergangsphase zur nächsten Chip-Generation länger hinziehen als bisher angenommen.
Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 10. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nvidia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...