Nvidia Aktie: Marktanteil in China auf null gefallen
Nvidia verliert in China Marktanteile durch Exportpolitik und lokale Konkurrenz. Vor den Quartalszahlen am 20. Mai bleibt die Region der größte Risikofaktor.

Kurz zusammengefasst
- China-Umsatz fällt auf null
- Rekordhoch und Kursrutsch in einer Woche
- Cloud-Riesen investieren 725 Milliarden Dollar
- Quartalszahlen am 20. Mai erwartet
Nvidia wächst weiter in eine Bewertung hinein, die kaum Fehler verzeiht. Der KI-Chipführer profitiert vom Investitionsboom der großen Cloud-Konzerne, verliert aber in China direkten Zugang zu einem der wichtigsten Märkte. Genau dieser Widerspruch prägt die Aktie vor den Quartalszahlen.
Am Freitag schloss der Titel in Frankfurt bei 193,88 Euro und verlor 3,57 Prozent. Auf Wochensicht bleibt dennoch ein Plus von 6,18 Prozent stehen.
China bleibt der Störfaktor
Die US-Regierung hat mehreren chinesischen Unternehmen den Kauf von Nvidias H200-Prozessoren erlaubt. Dazu zählen Alibaba und Tencent. Geliefert wurden die Chips bislang aber nicht.
Das Problem liegt nicht nur in Washington. US-Handelsminister Howard Lutnick macht Pekings Industriepolitik verantwortlich. China wolle Investitionen stärker auf die eigene Chipindustrie lenken.
Das passt zu den Signalen aus der Branche. Tencent verweist auf mehr heimische Chipproduktion. Alibaba baut den Einsatz eigener Halbleiter aus. Für Nvidia heißt das: Selbst gelockerte Exportregeln bringen nicht automatisch Umsatz zurück.
Am 14. Mai erreichte die Aktie in den USA mit 235,74 Dollar ein Rekordhoch beim Schlusskurs. Die Freude hielt nur kurz.
Einen Tag später verlor der Titel mehr als 4,6 Prozent. Rund 170 Milliarden Dollar Börsenwert lösten sich damit auf.
Huang nennt die harte Zahl
Jensen Huang brachte die Lage in China ungewöhnlich klar auf den Punkt. Am 30. April sagte der Nvidia-Chef, der Konzern habe früher weltweit über 90 Prozent Marktanteil gehabt. In China sei Nvidia nun auf null gefallen.
Gemeint sind direkte Verkäufe an chinesische Unternehmen. Graumarktaktivität läuft davon getrennt. Trotzdem zeigt die Aussage, wie stark Exportpolitik und lokale Konkurrenz Nvidias Position verändert haben.
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Noch zu Jahresbeginn rechnete Bernstein mit einem Rückgang von 66 Prozent im Jahr 2024 auf rund 8 Prozent. Huangs Aussage deutet auf einen noch tieferen Einbruch hin.
Finanziell ist das kein Randthema. Im jüngsten Geschäftsjahr erzielte Nvidia in China inklusive Hongkong 19,67 Milliarden Dollar Umsatz. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 plant der Konzern ohne Erlöse aus der Region.
Chinesische Hersteller kamen im vergangenen Jahr auf etwa 41 Prozent des Marktes für KI-Beschleuniger-Server. Huawei will die Produktion des Ascend 910C in diesem Jahr auf 600.000 Einheiten verdoppeln.
Zahlenabend mit China-Schatten
Nach Börsenschluss am 20. Mai legt Nvidia die Quartalszahlen vor. Der Vorstand peilt 78 Milliarden Dollar Umsatz an, mit einer Spanne von 2 Prozent.
Der Marktkonsens liegt etwas höher. Erwartet werden rund 78,8 Milliarden Dollar Umsatz und 1,77 Dollar bereinigter Gewinn je Aktie.
Die Kosten der Exportbeschränkungen sind bereits sichtbar. Im ersten Fiskalquartal 2026 verbuchte Nvidia Belastungen von 4,5 Milliarden Dollar.
Auf der Nachfrageseite stützt der Cloud-Boom die Erwartungen. Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta planen zusammen etwa 725 Milliarden Dollar Investitionen im Jahr 2026. Das wäre ein Anstieg um rund 77 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der nächste Produktimpuls kommt mit Vera Rubin, Nvidias Plattform für neue KI-Trainings- und Inferenzlasten. Am 20. Mai zählen vor allem drei Punkte: Tempo beim Rubin-Hochlauf, Stabilität der Margen und die Frage, wie viel China trotz politischer Hürden noch beitragen kann.
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