Nvidia Aktie: Milliarden für die Infrastruktur

Nvidia investiert Milliarden in Marvell Technology und treibt mit neuen Groq-Beschleunigern die KI-Infrastruktur voran, gestützt von hoher Profitabilität und vollen Auftragsbüchern.

Felix Baarz ·
Nvidia Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Starke Nachfrage treibt Preise für H100-Grafikprozessoren
  • Zwei Milliarden Dollar Investment in Marvell Technology
  • Neue Groq 3-Beschleuniger ab Q3 2026 verfügbar
  • Hohe Bruttomarge von über 71 Prozent

Während der Markt auf die nächste Chip-Generation wartet, reißen sich Unternehmen plötzlich wieder um ältere Nvidia-Hardware. Gleichzeitig zementiert der Konzern mit einem milliardenschweren Einstieg bei Marvell Technology seine Position in den Rechenzentren. Der KI-Gigant baut sein Ökosystem in einem Tempo aus, das der Konkurrenz kaum Raum zur Entfaltung lässt.

Engpass treibt Preise auf dem Zweitmarkt

Aktuell verzeichnet der Markt für etablierte KI-Hardware ein unerwartetes Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Die Mietpreise für H100-Grafikprozessoren sind in den vergangenen Tagen um rund 40 Prozent nach oben geschossen. Verantwortlich dafür ist der ungebrochene Drang vieler Unternehmen, große KI-Modelle so schnell wie möglich zu implementieren. Dieser Wettlauf hält den Druck auf bestehende Rechenzentrumskapazitäten künstlich hoch, obwohl neue Architekturen bereits in den Startlöchern stehen.

Um die eigene Technologie noch tiefer in dieser Infrastruktur zu verankern, greift Nvidia tief in die Tasche. Ein frisches, zwei Milliarden US-Dollar schweres Investment in Marvell Technology soll das hauseigene „NVLink Fusion“-Ökosystem direkt in externe Netzwerk- und Speicherlösungen integrieren. Dieser strategische Schritt flankiert die 20 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Groq aus dem vergangenen Dezember. Bereits im dritten Quartal 2026 sollen die neuen „Nvidia Groq 3“-Beschleuniger als Teil kompletter Rack-Systeme auf den Markt kommen und die Wirtschaftlichkeit von KI-Anwendungen spürbar verbessern.

Preissetzungsmacht und volle Auftragsbücher

Dass diese aggressive Expansion finanziell untermauert ist, belegen die jüngsten Geschäftszahlen für das Fiskaljahr 2026. Mit einem Jahresumsatz von 215,9 Milliarden US-Dollar und einer Bruttomarge von 71,3 Prozent beweist das Unternehmen eine enorme Preissetzungsmacht. Konkurrenten tun sich weiterhin schwer, ihre Alternativen in einem ähnlich profitablen Maßstab zu skalieren.

Der operative Fokus richtet sich nun auf das zweite Halbjahr 2026, wenn die Massenproduktion der neuen Vera-Rubin-Plattform anläuft. Die Auftragsbücher für diese 3-Nanometer-Chips sichern dem Management bereits jetzt eine klare Sichtweite bis ins Jahr 2027. Mit der für 2028 angekündigten „Feynman“-Architektur und einer neuen CPU namens „Rosa“ skizziert Nvidia zudem den nächsten technologischen Sprung, um sich als Komplettanbieter für Rechenzentren unverzichtbar zu machen.

Trotz der fundamentalen Stärke präsentiert sich die Wall Street gespalten. Während Wolfe Research die Aktie aufgrund der klaren Technologie-Roadmap zum Kauf empfiehlt, rät Seaport Research mit einem Kursziel von 140 US-Dollar zum Verkauf. Die Analysten verweisen dabei auf die unsichere Nachhaltigkeit der extrem hohen Infrastrukturausgaben im KI-Sektor. Bei einem aktuellen Kursniveau von rund 177 US-Dollar preist der Markt derzeit eine gesunde Portion Vorsicht hinsichtlich makroökonomischer und geopolitischer Risiken ein, was die Aktie deutlich unter ihren historischen Höchstständen hält.

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Nvidia Aktie

180,56 EUR

– 1,60 EUR -0,88 %
KGV 31,43
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,02 %
Marktkapitalisierung 5,15 Bio. EUR
ISIN: US67066G1040 WKN: 918422

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