Nvidia Aktie: Netzwerk-Umsatz springt 199 Prozent
Nvidias Netzwerkgeschäft boomt mit 199% Wachstum, während Exportkontrollen den Zugang zu China erschweren. Die Hauptversammlung am 24. Juni rückt in den Fokus.

Kurz zusammengefasst
- Netzwerkumsatz steigt auf 14,8 Milliarden Euro
- Startup-Beteiligungen auf 43 Milliarden Dollar angewachsen
- China stoppt vorerst Bestellungen für H200-Chips
- Goldman Sachs erwartet starken Gewinnbeitrag von Nvidia
Nvidia nähert sich der Hauptversammlung am 24. Juni mit einem klaren Widerspruch: Das Netzwerkgeschäft wächst in einem Tempo, das kaum ein Analyst für möglich gehalten hätte. Gleichzeitig engen Exportbeschränkungen den Zugang zu wichtigen Märkten ein.
Netzwerk als neues Standbein
Im ersten Quartal des Fiskaljahres 2027 erzielte Nvidia einen Rekordumsatz von 14,8 Milliarden Euro im Bereich Data-Center-Networking. Das entspricht einem Anstieg von 199 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Treiber waren die Lösungen InfiniBand, Spectrum-X Ethernet und NVLink — allesamt stark nachgefragt von Hyperscalern wie Microsoft Azure, Oracle und Google Cloud.
Parallel dazu hat Nvidia im Ethernet-Switching-Markt für Rechenzentren die Spitzenposition nach Umsatz übernommen. Allein in diesem Segment erzielte das Unternehmen im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 2,1 Milliarden Dollar.
Startups und Regulierung
Nvidias Investitionsarm wächst rasant. Das Portfolio an Startup-Beteiligungen hat sich nahezu verdoppelt und liegt nun bei rund 43 Milliarden Dollar. Zu den Positionen gehören Corning, IREN und OpenAI. Mit Anthropic ist ein weiterer Ausbau geplant.
Ausgerechnet Anthropic steht aber auch für das regulatorische Risiko. US-Exportkontrollen zwangen das Unternehmen zuletzt, bestimmte KI-Modelle weltweit zu deaktivieren. Aus Peking kommen ebenfalls Signale, die Nvidia belasten: Chinesische Technologiekonzerne sollen vorerst keine neuen Bestellungen für Nvidias H200-Chips aufgeben — Peking prüft die Exportlizenzen aus Sicherheitsgründen.
CEO Jensen Huang fordert in diesem Umfeld neue gesellschaftliche Normen für den Umgang mit KI. Staatliche Beteiligungen an privaten KI-Unternehmen lehnt er dabei klar ab.
Ausblick auf das zweite Quartal
Goldman Sachs erwartet, dass Nvidia gemeinsam mit Micron rund 33 Prozent des gesamten Gewinnwachstums im S&P 500 für 2026 beisteuert. Nvidia selbst peilt für das zweite Quartal des Fiskaljahres 2027 einen Umsatz von 91 Milliarden Dollar an — mit einer Toleranz von plus oder minus zwei Prozent.
Die Aktie schloss die Woche mit einem Plus von 2,64 Prozent und notiert bei 181,96 Euro — knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 180,04 Euro. Vom Allzeithoch bei 202,50 Euro aus dem Mai 2026 trennen den Kurs noch rund zehn Prozent. Der RSI von 50,6 signalisiert neutrale Dynamik. Die Hauptversammlung am 24. Juni könnte das ändern — spätestens dann werden Aktionäre Antworten auf die offenen Regulierungsfragen einfordern.
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