Nvidia Aktie: Neuer Wettbewerb, alte Stärke
Qualcomm und OpenAI fordern Nvidia heraus, doch der Chipriese profitiert weiter vom KI-Boom. Micron überrascht mit starken Zahlen.

Kurz zusammengefasst
- Qualcomm verdoppelt Umsatzprognose für 2029
- OpenAI und Broadcom präsentieren eigenen KI-Chip
- Micron übertrifft Erwartungen und stützt Halbleiteraktien
- Nvidia-Kurs verteidigt wichtige Unterstützungszone bei 197 Dollar
Die KI-Infrastruktur wächst — und mit ihr die Zahl der Unternehmen, die Nvidia das lukrative Rechenzentrumsgeschäft streitig machen wollen. Qualcomm hat diese Woche mit einer verdoppelten Umsatzprognose aufhorchen lassen, OpenAI und Broadcom präsentierten ihren ersten eigenen KI-Chip. Indes zeigt sich: Die Dominanz des Chipriesen ist leichter anzufechten als zu brechen.
Qualcomm greift nach dem Rechenzentrum
Auf seinem Investor Day in New York hob Qualcomm das Nicht-Smartphone-Umsatzziel für das Geschäftsjahr 2029 auf 40 Milliarden Dollar — gegenüber der bisherigen Planung eine Verdopplung. Rund 15 Milliarden Dollar davon entfallen laut Unternehmensangaben auf das erwartete Rechenzentrumsgeschäft. CEO Cristiano Amon betonte, Cloud- und KI-Anbieter seien ausdrücklich offen für mehr Wettbewerb, um die steigende Nachfrage nach Rechenleistung zu bedienen.
Pikant: Mit der angekündigten Übernahme des KI-Softwareunternehmens Modular setzt Qualcomm auch auf der Softwareseite an. Modular gilt als potenzieller Konkurrent zu Nvidias CUDA-Ökosystem — dem vielleicht wichtigsten Burggraben des Konzerns jenseits der Hardware.
Magnificent Seven unter Druck
Nvidia selbst schloss den Handelstag leicht im Minus bei 199,00 Dollar. Der gesamte Sektor der sieben großen Tech-Konzerne befand sich diese Woche im Korrekturbereich — der entsprechende ETF fiel mehr als zehn Prozent von seinem Mitte-Mai-Hoch. Marktbeobachter sehen darin weniger ein Warnsignal als eine Rotation: Kapital fließt aus den Schwergewichten in die breiteren Schichten des KI-Ökosystems — Speicherchips, Infrastruktur, Software.
Dass Nvidia dennoch investiert und Schulden aufnimmt, um den Rechenzentrumsausbau zu finanzieren, beleuchtet eine neue Frage, die Investoren zunehmend beschäftigt: Wann rechnen sich die gewaltigen KI-Ausgaben tatsächlich?
Rückenwind aus dem Speichermarkt
Kurzfristig kommt Unterstützung von einer unerwarteten Seite. Micron Technology übertraf diese Woche mit Quartalszahlen die Erwartungen deutlich und löste damit eine breite Erholungsbewegung bei Halbleiteraktien aus. Für Nvidia ist das kein Nebenschauplatz: Starke Speicherchip-Nachfrage signalisiert, dass der Aufbau von KI-Infrastruktur weiter Fahrt aufnimmt — und Nvidia bleibt der zentrale Ausrüster dieses Booms.
Charttechnisch liegt eine viel beachtete Unterstützungszone bei rund 197 Dollar. Ob der Kurs dieses Niveau verteidigen kann, dürfte sich schon in den nächsten Handelstagen zeigen — spätestens dann, wenn der Markt die strategischen Ambitionen der neuen Konkurrenten an konkreten Ergebnissen messen will.
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