Nvidia Aktie: OpenAI erhält 4,25 Gigawatt

Chipriese präsentiert am 26. August Q2-Zahlen. Zuvor heben BMO und GF Securities die Kursziele an, während Nvidia mit OpenAI einen Milliarden-Deal in Ohio schließt.

Eduard Altmann ·
Abstraktes Bild eines modernen Rechenzentrums mit leuchtenden Servern und Kabeln als Symbol für KI-Energiebedarf. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Quartalszahlen am 26. August erwartet
  • BMO und GF Securities erhöhen Kursziele
  • OpenAI-Deal für Rechenzentrum in Ohio
  • Aktienrückkauf über 80 Milliarden Dollar

Nvidia steuert auf einen der wichtigsten Termine des Jahres zu: Am kommenden Mittwoch, 26. August, legt der Chipkonzern seine Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 vor, das am 26. Juli endete. Analysten erwarten im Konsens einen Gewinn je Aktie von 2,13 US-Dollar bei einem Umsatz von 93,63 Milliarden US-Dollar. Die Aktie schloss am Freitag bei 183,78 Euro und büßte auf Tagessicht 1,1 Prozent ein.

Zwei frische Kursziel-Anhebungen

Kurz vor der Vorlage der Quartalszahlen positionieren sich Analysten neu. BMO Capital nahm die Nvidia-Aktie am Donnerstag mit einem Kursziel von 340 US-Dollar und dem Votum „Outperform“ in die Bewertung auf. Die Analysten sehen Nvidia als führenden Anbieter kompletter KI-Systeme, gestützt auf einen vollständig integrierten Technologie-Stack sowie strategische Investitionen in mehrere führende KI-Unternehmen.

Bereits am Dienstag zuvor hatte GF Securities das Kursziel von 308 auf 345 US-Dollar erhöht. Analyst Jeff Pu beließ die Einstufung bei „Buy“ und verwies auf die Nachfrage nach der kommenden Vera-Rubin-Plattform von Nvidia. Beide Einschätzungen fallen damit in eine Woche, in der sich Wall-Street-Häuser bereits auf den bevorstehenden Zahlenausweis einstellen.

Milliardendeal mit OpenAI in Ohio

Parallel zu den Analysten-Updates baut Nvidia sein Geschäft mit KI-Infrastruktur weiter aus. Am Montag kündigte das Unternehmen an, exklusiver Anbieter für Rechenkapazität am geplanten PORTS-Pike Technology Campus im US-Bundesstaat Ohio zu werden.

Nvidia stellt Kreditunterstützung für Grundstück, Energieversorgung und Gebäudehülle bereit, um zunächst 4,25 Gigawatt Rechenleistung zu sichern, mit einer Option auf weitere 3,75 Gigawatt. Kunde der Anlage wird OpenAI sein.

Zusätzlich investiert Nvidia nach eigenen Angaben 1,5 Milliarden US-Dollar in SB Energy, um den Ausbau in der Region Ohio zu unterstützen. Die Kapazität soll den Angaben zufolge ab 2028 schrittweise ans Netz gehen.

Erst Ende Juli hatte Nvidia zudem eine langfristige Partnerschaft mit Safe Superintelligence bekanntgegeben und dabei eigenes Kapital investiert. Bloomberg bezifferte das Volumen dieser Beteiligung auf 5 Milliarden US-Dollar. Für Safe Superintelligence bedeutet der Zugang zur kommenden Vera-Rubin-Plattform von Nvidia laut Unternehmensangaben eine Vervielfachung der verfügbaren Rechenkapazität.

Kapitalrückführung auf Rekordniveau

Auch bei der Aktionärsvergütung zog Nvidia nach: Der Verwaltungsrat genehmigte im Mai ein zusätzliches Aktienrückkaufprogramm über 80 Milliarden US-Dollar ohne Verfallsdatum. Zugleich hob das Unternehmen die vierteljährliche Bardividende von 0,01 auf 0,25 US-Dollar je Aktie an.

Diese Maßnahmen fallen in eine Phase, in der Nvidia im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Rekordumsatz von 81,6 Milliarden US-Dollar auswies, ein Plus von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Rechenzentrumsgeschäft legte dabei sogar um 92 Prozent auf 75,2 Milliarden US-Dollar zu.

Kurs unter Druck vor dem Termin

Trotz der positiven Unternehmensmeldungen und der angehobenen Kursziele zeigt sich die Aktie zuletzt schwächer: Auf Sicht von sieben Tagen verlor das Papier 5,6 Prozent und liegt damit 9,2 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro vom 14. Mai.

Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 15 Prozent zu Buche. Der Relative-Stärke-Index von 48,1 signalisiert eine neutrale Marktstimmung – Anleger scheinen die Berichtssaison abzuwarten, bevor sie sich neu positionieren.

Insider zeigten sich in den vergangenen sechs Monaten überwiegend als Verkäufer: Board-Mitglied Mark Stevens trennte sich von gut zwei Millionen Aktien, auch Finanzchefin Colette Kress und Vertriebschef Ajay Puri bauten Positionen ab.

Solche Verkäufe sind bei Führungskräften großer Tech-Konzerne nicht ungewöhnlich und lassen für sich genommen keinen Rückschluss auf die Geschäftsentwicklung zu. Die entscheidende Antwort auf die Frage, ob die hohen Erwartungen der Analysten gerechtfertigt sind, liefert nun der Zahlenausweis am Mittwoch.

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Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,13 %
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