Nvidia Aktie: Quartalszahlen am 26. August
Nvidia legt Q2-Zahlen am 26. August vor. Analysten erwarten 96% Umsatzplus. Kurs nahe Rekord, doch China-Risiken und Insiderverkäufe trüben die Stimmung.

Kurz zusammengefasst
- Quartalszahlen am 26. August
- Analysten erwarten 96 Prozent Umsatzplus
- Musk lobt Nvidia-Architektur
- China-Risiken und Insiderverkäufe
Nvidia hat den Termin für die nächsten Quartalszahlen bestätigt: Am 26. August lädt der Chipkonzern zu einer Telefonkonferenz, um die Ergebnisse des zweiten Quartals des Geschäftsjahres 2027 vorzulegen, das am 26. Juli 2026 endete. Für Anleger ist dieser Termin der zentrale Fixpunkt der kommenden Wochen. Der Konsens der Wall-Street-Analysten geht für das Quartal von einem Umsatzwachstum von rund 96 Prozent aus – eine Erwartung, an der sich die Aktie in den Tagen danach messen muss.
Kurs nähert sich altem Rekord
Der Titel schloss am Freitag bei 193,68 Euro und legte an diesem Handelstag um 2,03 Prozent zu. Damit bleibt die Aktie noch 4,36 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch, das sie im Mai bei 202,50 Euro erreicht hatte. Medienberichten zufolge geht Nvidia mit 36 Kaufempfehlungen von Analysten in die Berichtssaison – ein deutliches Übergewicht bei den Einschätzungen, das die grundsätzlich positive Stimmung rund um den Chiphersteller widerspiegelt.
Für Rückenwind sorgte zuletzt auch ein prominenter Zuspruch aus der Raumfahrtbranche. Bei einer Telefonkonferenz zu den SpaceX-Ergebnissen bezeichnete Elon Musk die Vera-Rubin-Architektur von Nvidia als „die beste Architektur“ und „den besten KI-Computer“ und betonte die enge Partnerschaft beider Unternehmen. Musk kündigte an, dass SpaceX das Rack-Scale-KI-System Vera Rubin NVL723 sowohl im All als auch am Boden einsetzen wird – gemeinsam mit Nvidia soll zudem der Satelliten-Rechenpayload Starmind AI1 entwickelt werden.
Investitionen in Partnerschaften und Infrastruktur
Auch jenseits der Musk-Nachricht baut Nvidia sein Ökosystem weiter aus. Ende Juli kündigten Nvidia und Ilya Sutskevers Safe Superintelligence eine langfristige Partnerschaft an, im Zuge derer Nvidia zusätzlich in das Unternehmen investiert; Bloomberg berichtete unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen von einer Investitionssumme von 5 Milliarden Dollar. SSI soll dafür Zugang zum kommenden Vera-Rubin-Plattform erhalten und seine Rechenkapazität um eine Größenordnung steigern können.
Parallel dazu vermeldete der Konzern in derselben Woche mehrere Ausbauprojekte in Korea – gemeinsam mit der SK Group, mit Naver und Brookfield sowie mit der Universität KAIST, wo ein gemeinsames KI-Forschungslabor entstehen soll. Anfang August erklärte Nvidia zudem, gemeinsam mit Partnern in US-Fertigung, Lieferketten, Energienetze und Fachkräfte zu investieren, um die heimische KI-Infrastruktur zu stärken.
Kritiker verweisen auf China-Risiko und Insiderverkäufe
Nicht jede Stimme ist ungeteilt optimistisch. Der als Nvidia-Kritiker bekannte Investor Michael Burry von Scion Asset Management hatte seine Short-Position Ende Juli aufgestockt, als die Aktie bei rund 210,28 Dollar notierte, und zusätzlich Wetten gegen den Halbleiter-ETF SOXX sowie gegen Micron erhöht. In einem Substack-Beitrag argumentierte er, ein erheblicher Teil der Nvidia-Nachfrage stamme nicht von Endkunden, sondern werde über zirkuläre Finanzierungsstrukturen aus der eigenen Bilanz gespeist. Anfang August warnte Burry zudem, dass eine einzige politische Kursänderung in China bis zu 5 Milliarden Dollar an Nvidia-Umsätzen kosten könnte, und verwies auf Insiderverkäufe von rund 410 Millionen Dollar in den vergangenen drei Monaten.
Unabhängig davon zeigen Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht, dass Nvidia-Insider in den vergangenen 90 Tagen 13 Transaktionen abwickelten – ausschließlich Verkäufe im Gesamtwert von etwa 767,2 Millionen Dollar, darunter größere Positionen von Vorstandsmitglied Mark A. Stevens.
Als ungelöster Risikofaktor bleibt zudem der China-Komplex bestehen: Chinas Kartellbehörde SAMR hatte im September vergangenen Jahres vorläufig festgestellt, dass Nvidia mit der 2020 abgeschlossenen Übernahme von Mellanox Technologies gegen chinesisches Antimonopolrecht verstoßen habe. Hinzu kommt die im April 2025 eingeführte US-Exportlizenzpflicht für H20-Chips nach China, die im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres bereits eine Belastung von 4,5 Milliarden Dollar verursacht hatte. Beide Themen zählt Nvidia in seinen Pflichtberichten weiterhin zu den relevanten Risikofaktoren – und dürften auch bei der Telefonkonferenz am 26. August zur Sprache kommen.
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