Nvidia Aktie: Quartalszahlen am Mittwoch um 23 Uhr

Nvidia präsentiert Q2-Zahlen mit Umsatzprognose von 91 Mrd. Dollar, während Partnerschaften und neue Chips die KI-Infrastruktur-Strategie untermauern.

Eduard Altmann ·
Nvidia Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Quartalszahlen am Mittwoch nach Börsenschluss
  • Umsatzprognose: 91 Milliarden Dollar
  • Partnerschaft mit Cloverleaf Infrastructure
  • Serienreife des Groq 3 LPX-Beschleunigers

Nvidia steht vor einem entscheidenden Tag: Am morgigen Mittwoch legt der Chipkonzern nach Börsenschluss seine Quartalszahlen für das zweite Geschäftsquartal des Fiskaljahres 2027 vor, das Ende Juli abgeschlossen wurde. Die Konferenzschaltung mit Analysten ist für 23 Uhr deutscher Zeit angesetzt.

Während der Markt auf diesen Termin wartet, häufen sich bei Nvidia bereits die strategischen Ankündigungen abseits der reinen Chipzahlen – ein Zeichen dafür, dass der Konzern sein Geschäft zunehmend als Infrastrukturanbieter für künstliche Intelligenz versteht.

Aktie unter Druck vor dem Termin

Die Nvidia-Aktie ist zuletzt unter Druck geraten. Am Montag gab das Papier um 2,8 Prozent nach, nachdem es bereits in den Tagen zuvor mehrfach nachgegeben hatte. Auf Wochensicht steht ein Minus von 5,8 Prozent zu Buche, der Titel notiert damit rund 12 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch vom Mai.

Medienberichten zufolge spielen dabei auch geopolitische Spannungen eine Rolle, nachdem US-Präsident Trump eine Verlängerung einer Waffenruhe mit dem Iran ausgeschlossen hatte – ein Belastungsfaktor für den gesamten Halbleitersektor. Auf Jahressicht steht die Aktie dennoch mit 12 Prozent im Plus, der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt weiterhin 6,1 Prozent.

Nvidia selbst hatte für das anstehende Quartal einen Umsatz von 91,0 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt, mit einer Schwankungsbreite von 2 Prozent nach oben oder unten, sowie eine bereinigte Bruttomarge von 75 Prozent.

Ausdrücklich ausgeklammert bleibt dabei jegliches Data-Center-Compute-Geschäft in China – ein Hinweis darauf, dass dieser Markt für die ausgewiesenen Wachstumsraten keine Rolle mehr spielt. Der Analystenkonsens liegt mit einer erwarteten Umsatzprognose von 93,63 Milliarden Dollar und einem Gewinn je Aktie von 2,13 Dollar über der eigenen Unternehmensguidance.

Investitionen in Rechenzentren und neue Chips

Parallel zur Zahlenvorlage treibt Nvidia seine Expansion in die physische Infrastruktur der KI-Wirtschaft voran. Vergangene Woche gab der Konzern eine Partnerschaft mit dem Rechenzentrums-Entwickler Cloverleaf Infrastructure bekannt. Nach Angaben des Wall Street Journal dürfte sich die Investition auf mehrere hundert Millionen Dollar belaufen, Reuters berichtete, dass Nvidia dabei eine Minderheitsbeteiligung an dem Unternehmen übernimmt.

Auf der Produktseite meldete Nvidia die Serienreife des Inferenz-Beschleunigers Groq 3 LPX, einer Erweiterung der Vera-Rubin-Plattform, sowie den Einsatz seiner neuen Vera-CPUs bei SpaceX AI für agentenbasierte KI-Anwendungen. Zudem soll laut Medienberichten die nächste GPU-Generation mit dem Codenamen Feynman künftig auf einem 1,6-Nanometer-Fertigungsprozess von TSMC basieren.

Wachstumsmarkt Halbleiter als Rückenwind

Der Branchenkontext spricht weiter für Nvidia: Die Semiconductor Industry Association bezifferte die globalen Halbleiterumsätze im zweiten Quartal auf 403,3 Milliarden Dollar, ein Plus von 35,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Das Marktforschungsunternehmen Gartner rechnet für das laufende Jahr mit einem globalen Halbleiterumsatz von 1,6 Billionen Dollar, ein Anstieg von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wobei der Anteil der KI-Rechenzentren am Gesamtmarkt von aktuell 36,5 Prozent bis 2030 auf 53 Prozent steigen soll.

Vor diesem Hintergrund bleibt die Analystenmeinung mehrheitlich positiv gestimmt: BMO Capital hatte Mitte August die Coverage mit einem Kursziel von 340 Dollar aufgenommen. Ob sich der jüngste Kursrückgang als vorübergehende Konsolidierung vor den Zahlen erweist, dürfte sich am morgigen Abend zeigen.

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