Nvidia Aktie: Rubin CPX lebt wieder
Nvidia bringt das zuvor abgeschriebene Rubin-CPX-Programm zurück. Die Fertigung soll im ersten Quartal 2027 starten und Prefill-Aufgaben übernehmen.

Kurz zusammengefasst
- Rubin CPX kehrt auf Nvidia-Roadmap zurück
- Fertigungsstart für erstes Quartal 2027 vorgesehen
- 168 Gigabyte HBM4 statt 288
- Rechenzentrumsgeschäft liefert 89 Milliarden Dollar
Nvidia baut seine Position im KI-Rennen an mehreren Fronten gleichzeitig aus. Kaum ist der Milliarden-Deal mit MediaTek verdaut, meldet sich der nächste Baustein der Wachstumsstrategie zu Wort: Das totgeglaubte Chipprogramm Rubin CPX ist zurück auf der Roadmap.
Analyst Ming-Chi Kuo von TF International Securities berichtet, der Markt sei fest davon ausgegangen, dass Nvidia das Projekt gestrichen habe. Seine aktuellen Branchenrecherchen zeigen das Gegenteil: Die Produktion soll im ersten Quartal 2027 anlaufen.
Der überarbeitete Chip bringt eine Rechenleistung, die dem regulären Rubin-GPU ähnelt, kommt aber mit einer reduzierten Speicherausstattung von 168 Gigabyte HBM4 statt der 288 Gigabyte im Standardmodell.
Prefill-Spezialist für das KI-Zeitalter
Der Clou liegt in der Aufgabenteilung. CPX übernimmt das Prefill — also die Verarbeitung von Eingabekontext und den Aufbau des sogenannten KV-Cache — während die eigentliche Rubin-GPU sich um das Decoding kümmert.
Laut Kuo entfällt inzwischen mehr als die Hälfte der KI-Inferenz-Last auf genau diese Vorverarbeitung. Nvidia verknüpft beide Chips im Verhältnis eins zu eins über ein eigenes Rack-Design, das getrennt von der klassischen Rubin-Architektur läuft.
Kunden können zwischen Konfigurationen mit 64 bis 256 CPX-GPUs wählen. Für die Kommunikation zwischen den Racks setzt Nvidia auf Spectrum-6-Ethernet, während NVLink die Anbindung innerhalb der Trays übernimmt.
Das Comeback fügt sich in ein größeres Bild: Nvidia vertieft parallel die Partnerschaft mit MediaTek über NVLink Fusion und treibt mit der milliardenschweren Finanzierung von KI-Rechenzentren wie dem Nscale-Projekt in Texas und North Carolina den Ausbau der physischen Infrastruktur voran, auf der genau solche Chips künftig laufen sollen.
Nachfrage bleibt der rote Faden
Die Wiederbelebung von Rubin CPX passt zum Muster der vergangenen Wochen: Nvidia stopft mit neuen Produktvarianten gezielt Nachfragelücken im Rechenzentrumsgeschäft, das im vergangenen Quartal mit 89 Milliarden Dollar den Löwenanteil des Konzernumsatzes von 96,2 Milliarden Dollar lieferte.
Dass ein zuvor abgeschriebenes Programm reaktiviert wird, deutet darauf hin, dass die Kundennachfrage nach spezialisierten Inferenz-Chips stärker ausfällt als noch vor Monaten erwartet.
Die Produktionsaufnahme im ersten Quartal 2027 markiert damit einen konkreten Termin, an dem sich zeigen wird, ob die aufgeteilte Prefill-Decode-Architektur bei Großkunden tatsächlich ankommt.
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