Nvidia Aktie: Rubin Ultra testet Speichergrenzen

Nvidia präsentiert am 26. August Q2-Zahlen. Analysten sehen Kurspotenzial, doch Speicherprobleme bei Rubin Ultra trüben die Lage.

Dr. Robert Sasse ·
Abstrakte Darstellung von Hochleistungstechnologie und moderner Serverinfrastruktur mit blauer Beleuchtung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Quartalszahlen am 26. August erwartet
  • Analysten bestätigen Kursziel von 315 Dollar
  • Rubin Ultra mit Speicherproblemen
  • Institutionelle Anleger stocken Nvidia-Anteile auf

Noch knapp drei Wochen, dann liefert Nvidia den nächsten Beweis für seine Ausnahmestellung im KI-Geschäft – oder eben nicht. Am 26. August meldet der Chiphersteller seine Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027, das Ende Juli abgeschlossen wurde. Der Konsens rechnet mit einem Umsatz von rund 91,8 Milliarden Dollar und einem Gewinn pro Aktie von 2,08 Dollar. Für mich ist das eine Hausnummer, an der sich zeigen wird, ob die Nachfrage nach KI-Rechenleistung tatsächlich so ungebremst weiterläuft, wie es die Aktie seit Monaten einpreist.

Der Kurs selbst gibt bereits eine klare Antwort auf die Stimmungslage: Bei 190,84 Euro notiert das Papier heute 0,54 Prozent im Plus und damit rund 14,20 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt. Wer in den vergangenen Monaten an Nvidia festgehalten hat, wurde belohnt. Zum 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro, erreicht am 14. Mai, fehlen aktuell nur noch 5,76 Prozent. Diese Nähe zum Rekord kurz vor einem der wichtigsten Termine des Börsenjahres macht die Sache für mich spannend, aber auch anfälliger für Enttäuschungen.

Institutionelle Anleger kaufen zu – mit Ausnahmen

Ein Blick auf die jüngsten Positionsänderungen großer Investoren stützt die grundsätzlich positive Erzählung. Lazard Asset Management hat seinen Nvidia-Bestand im ersten Quartal um 22,9 Prozent aufgestockt und hält nun gut 10,3 Millionen Aktien im Wert von etwa 1,8 Milliarden Dollar. Auch Sculptor Capital ist neu bei Nvidia eingestiegen. Dem steht der Verkauf von 10.197 Aktien durch Family Manage LLC gegenüber – ein Vorgang, der angesichts der Größenordnung der übrigen Bewegungen für mich eher Randnotiz als Signal ist. In der Gesamtschau überwiegt der Zukauf klar den Abverkauf, und das kurz vor Zahlen ist selten ein Zufall.

Rubin Ultra: Der Speicherengpass als erster Warnschuss

Weniger eindeutig fällt die Nachrichtenlage bei der nächsten Chip-Generation aus. Medienberichten zufolge testet Nvidia Varianten seines kommenden „Rubin Ultra“-Grafikprozessors mit geringerer Speicherkapazität als ursprünglich geplant, weil ausreichende Mengen an High-Bandwidth-Memory offenbar schwer zu beschaffen sind. Das ist kein Weltuntergang, aber es ist ein Hinweis darauf, dass selbst der mächtigste Player der Branche nicht frei von Lieferkettenrisiken agiert. Wer Nvidia als unangreifbar betrachtet, sollte diesen Punkt nicht übersehen – die Nachfrage nach KI-Hardware ist offenkundig größer als das, was selbst spezialisierte Speicherhersteller kurzfristig liefern können.

Analysten bleiben mehrheitlich zuversichtlich

Auf der Analystenseite überwiegt die Zuversicht. Bank of America Securities bekräftigte am 3. August über Analyst Vivek Arya eine „Buy“-Einstufung kurz vor den Quartalszahlen. Bernstein-Analyst Varun Govindaraj bestätigte am selben Tag seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 315 Dollar – einen Wert, den auch Wells Fargo Ende Juli ausgegeben hatte. Für mich spricht diese Übereinstimmung mehrerer Häuser auf ein und dasselbe Kursziel für ein gewisses Maß an Konsens darüber, wo das faire Bewertungsniveau derzeit gesehen wird, unabhängig vom Ausgang der anstehenden Zahlen.

Diversifizierung als zweite Wachstumsspur

Parallel zum Kerngeschäft baut Nvidia sichtbar an zusätzlichen Standbeinen. Mit der „Build in America“-Initiative will das Unternehmen gemeinsam mit heimischen Partnern KI-Infrastruktur und Fertigung in den USA ausbauen, ergänzt durch die Teilnahme am AI-Hubs-Programm der National Science Foundation. Zudem ist „Alpamayo 2 Super“, ein offenes Modell für autonome Fahrzeuge und Robotaxis, seit dieser Woche kommerziell verfügbar. Im Oktober folgt mit der GTC Berlin eine weitere Bühne für KI-Infrastruktur und industrielle Digitalisierung. Diese Aktivitäten wirken auf den ersten Blick wie Nebenschauplätze, doch sie zeigen, dass Nvidia sein Geschäft breiter aufstellt, als es der reine Chipverkauf vermuten lässt.

Unterm Strich sehe ich die Ausgangslage vor dem 26. August als überwiegend konstruktiv, aber nicht risikofrei. Institutionelles Kaufinteresse, ein stabiler Analystenkonsens und die Nähe zum Jahreshoch sprechen für Vertrauen in die kommenden Zahlen. Die Speicherprobleme bei Rubin Ultra erinnern jedoch daran, dass auch Nvidia nicht immun gegen die physischen Grenzen seiner Lieferketten ist. Wer die Aktie hält, dürfte den 26. August mit mehr Zuversicht als Sorge erwarten – ausgeschlossen ist eine Enttäuschung damit aber nicht.

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Nvidia Aktie

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