Nvidia Aktie: Schlägt Cerebras bei OpenAI aus
Ein Research-Bericht ordnet OpenAIs neues Modell Nvidia-Hardware zu; zugleich wächst in China Huaweis Ascend-Softwareangebot.

Kurz zusammengefasst
- SemiAnalysis meldet Nvidia-Einsatz bei OpenAI
- Cerebras-Aktie zeitweise über acht Prozent tiefer
- DeepSeek und Huawei veröffentlichen TileLang-Komponenten
- Nvidia erweitert Aktienrückkauf auf 235 Milliarden Dollar
Ein einzelner Beitrag auf X hat am Mittwoch den Chipmarkt aufgemischt. Die Halbleiter-Analysten von SemiAnalysis meldeten, dass OpenAIs neues Modell GPT-6.1 Sol Ultrafast auf Nvidia-Grafikprozessoren läuft. Der Konkurrent Cerebras verlor, Nvidia legte zu.
Nvidia statt Wafer-Chip
Das Modell, das OpenAI auf seiner Entwicklerkonferenz am 29. September vorstellte, wird demnach bei niedrigen Batch-Größen auf Nvidia-Hardware bereitgestellt, vermutlich der Blackwell-Klasse. Beim Vorgänger war noch Cerebras der Star: Dessen Wafer-Scale-Engine lieferte bis zu 750 Token pro Sekunde. Die neue Stufe schafft laut Bericht nur rund 300.
Die Cerebras-Aktie gab zeitweise mehr als acht Prozent nach, obwohl der Nasdaq gut ein Prozent zulegte. Nvidia gewann rund ein Prozent. Eine offizielle Bestätigung von OpenAI oder Cerebras steht aus, die Informationen stammen von einem einzelnen Research-Haus.
Für Nvidia wäre der Fall dennoch ein Signal. Sollten die Blackwell-Systeme Spitzenmodelle mit geringer Latenz liefern, verliert das Argument spezialisierter Chips an Gewicht.
Peking baut am CUDA-Gegenstück
Eine andere Front öffnet sich in China. DeepSeek und Huawei haben neue Programmierwerkzeuge für Huaweis Ascend-Chips entwickelt und Teile davon als Open Source veröffentlicht. Kern ist TileLang, eine Hochsprache, die einfacher zu bedienen sein soll als Nvidias CUDA.
Dieses Software-Ökosystem gilt als einer der wichtigsten Wettbewerbsvorteile des US-Konzerns. Ein Ersatz ist kurzfristig nicht in Sicht, der Entwicklerstamm rund um CUDA ist deutlich größer. Langfristig könnte Nvidia im chinesischen Markt aber einen Teil seines Lock-ins verlieren. Huawei arbeitet parallel an einer Supernode-Lösung mit 128 Ascend-950-Chips und gibt an, die Nachfrage derzeit nicht decken zu können.
Rückenwind aus Washington
Politisch hellte sich das Bild auf. Nach einem Treffen mit den Chefs der KI-Konzerne kündigte US-Präsident Donald Trump an, die Aufsicht den Unternehmen selbst zu überlassen. Nvidia-Chef Jensen Huang unterzeichnete die freiwillige Selbstverpflichtung. Marktexperte Stephen Innes sieht dadurch ein unmittelbares Risiko für KI-Investments entschärft.
Nvidia hatte am Montag zudem eine kostenlose Open Agent Safety Platform vorgestellt, die KI-Agenten in einen festen Rahmen sperrt. Microsoft und Anthropic nutzen sie nach Unternehmensangaben bereits. Am selben Tag stockte der Konzern sein Rückkaufprogramm um 150 Milliarden auf 235 Milliarden Dollar auf.
Die Aktie notierte am Mittwoch an der US-Börse bei etwa 228 Dollar, hierzulande bei rund 201 Euro. Ob OpenAI oder Cerebras die Hardware-Frage von GPT-6.1 Sol Ultrafast klären, dürfte zeigen, wie belastbar der Nvidia-Vorsprung im Inferenzgeschäft tatsächlich ist.
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