Nvidia Aktie: Sechs Billionen rücken näher
Optionspreise beziffern die Chance auf sechs Billionen Dollar bis Ende Oktober auf etwa 50 Prozent.

Kurz zusammengefasst
- Schlusskurs übertrifft bisherigen Rekord
- Börsenwert liegt über 5,7 Billionen Dollar
- Verwaltungsrat genehmigt weitere 150 Milliarden Dollar Rückkäufe
- Nvidia plant 108 Milliarden Dollar Quartalsumsatz
Nvidia steuert auf eine Marke zu, die noch kein Unternehmen erreicht hat. Nach dem Rekordschluss am Montag fehlt dem Chipkonzern nur noch ein kleiner Schritt zu sechs Billionen Dollar Börsenwert. Marktdaten und Optionspreise deuten darauf hin, dass der Meilenstein in Reichweite liegt.
Rekord mit Gewicht
Die Aktie schloss mit einem Plus von gut 2 Prozent bei 238,90 Dollar und übertraf damit ihren bisherigen Schlussrekord. Intraday erreichte sie 240,10 Dollar, nachbörslich ging es leicht weiter nach oben. Der Börsenwert liegt damit je nach Berechnung zwischen knapp 5,7 und über 5,8 Billionen Dollar.
Mit dem Anstieg beendete Nvidia eine siebenwöchige Seitwärtsphase. Das Gewicht des Konzerns ist enorm: Er stellt rund 13 Prozent der Nasdaq und 8 Prozent des S&P 500. Der Nasdaq 100 erreichte am Montag ebenfalls ein Rekordhoch, getragen von Nvidia und Microsoft. Die Tech-Rally strahlte am Dienstag auf die asiatischen Börsen aus.
Was die Optionsmärkte einpreisen
Aus den Optionspreisen ergibt sich eine Wahrscheinlichkeit von etwa 50 Prozent, dass Nvidia die Sechs-Billionen-Marke bis Ende Oktober knackt. Für den Verfall am 9. Oktober allein liegt sie bei 13 Prozent, bis Mitte Dezember bei rund 67 Prozent. Sieben Billionen halten die Märkte dagegen für deutlich unwahrscheinlicher: Bis zum 20. November liegt die Chance bei etwa 1 zu 16.
Rückenwind kommt aus der Lieferkette. Partner Foxconn steigerte den Umsatz im dritten Quartal um 47 Prozent und erwartet weiteres Wachstum im KI-Geschäft. Zudem melden Infrastrukturanbieter neue Aufträge. AM Intelligence orderte zusätzlich rund 20.000 Rubin-GPUs für Standorte in Indien und Malaysia, die Auslieferung ist für das zweite Quartal 2027 geplant. Die zugesagte Kapazität steigt damit auf etwa 29.000 Rubin-GPUs.
Rückkauf und Konkurrenz
Ende September genehmigte der Verwaltungsrat weitere 150 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe. Das verbleibende Volumen beträgt nun 235 Milliarden Dollar und soll bis zum Geschäftsjahr 2028 ausgeführt werden. Ben Emons von Highline Asset Management wertet das als Signal für Vertrauen in die langfristige KI-Nachfrage.
Konkurrent AMD kündigte derweil an, 2027 deutlich mehr KI-Chips zu liefern und dafür zusätzliche Fertigungskapazitäten zu sichern. Skeptiker warnen nach dem steilen Anstieg vor einem Rücksetzer.
Der nächste harte Datenpunkt steht voraussichtlich Ende November an: Dann legt Nvidia seine nächsten Quartalszahlen vor. Für das laufende Quartal peilt der Konzern einen Umsatz von 108 Milliarden Dollar an, ohne Data-Center-Umsätze aus China.
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