Nvidia Aktie: SK Telecom baut 2-Gigawatt-Fabrik 2027
Nvidia und SK Group besiegeln 500-Milliarden-Dollar-Partnerschaft für KI-Infrastruktur. SK Telecom plant 2-Gigawatt-Rechenzentrum mit neuer Chip-Generation.

Kurz zusammengefasst
- Größte Einzelpartnerschaft in Südkorea
- 2-Gigawatt-Rechenzentrum mit Vera Rubin
- Huang prognostiziert Verzehnfachung der Chipnachfrage
- Offener Brief für offene KI-Modelle
Nvidia hat am Wochenende die bislang größte Einzelpartnerschaft seines südkoreanischen Ausbaus bestätigt: Gemeinsam mit der SK Group unterzeichnete der Chipkonzern eine Absichtserklärung über mehr als 500 Milliarden Dollar für KI-Rechenzentren und Speicherlieferungen. Nvidia-CEO Jensen Huang hatte die Kooperation bereits am Freitag angekündigt, inzwischen liegen die Details vor.
SK Telecom baut 2-Gigawatt-Fabrik mit Vera Rubin und HBM4
Kernstück der Vereinbarung ist ein 2-Gigawatt-KI-Rechenzentrum von SK Telecom, das mit Nvidias kommender Vera-Rubin-Plattform sowie HBM4-Speicher von SK Hynix ausgestattet wird. Die erste Anlage soll 2027 den Betrieb aufnehmen und ist Teil eines größeren 15-Gigawatt-Ausbauplans von SK Telecom. Zusätzlich investiert Nvidia eine Milliarde Dollar in den koreanischen Internetkonzern Naver, während der Infrastrukturinvestor Brookfield bis zu neun Milliarden Dollar beisteuert – zusammen entsteht damit eine bis zu zehn Milliarden Dollar schwere Allianz für eine KI-Fabrik in Sejong, die perspektivisch auf ein Gigawatt Kapazität und 100.000 Grafikprozessoren wachsen soll. Jensen Huang brachte es auf die Formel, Südkorea verfüge über „alle Zutaten“ für ein erfolgreiches KI-Ökosystem.
Die SK-Nvidia-Achse ist eingebettet in ein noch größeres Bündnis: Zusammen mit einer 200-Milliarden-Dollar-Vereinbarung zwischen Samsung und Broadcom für Speicherchips und 2-Nanometer-Fertigung kommen koreanische Technologiekonzerne auf ein Gesamtvolumen von knapp 950 Milliarden Dollar an frisch geschlossenen KI-Partnerschaften mit US-Technologiefirmen. SK Hynix vereinbarte parallel eine langfristige Speicherlieferung an Microsoft, während SK Telecom zusätzlich mit Anthropic kooperiert.
Huang erwartet Verzehnfachung der Chipnachfrage
Für Anleger dürfte eine zweite Aussage Huangs mindestens ebenso relevant sein: In einem Interview mit Axios-Mitgründer Mike Allen zeigte sich der Nvidia-Chef überzeugt, dass sich die globale Halbleiterindustrie in den kommenden zehn Jahren verzehnfachen müsse, um den Bedarf an KI-Agenten und Robotik zu decken. Engpässe bei Speicherchips, Fläche und Strom könnten das Wachstum zwar bremsen, gleichzeitig aber Zeit für den nötigen Infrastrukturaufbau schaffen. Auf Sorgen vor einer KI-Blase reagierte Huang gelassen: Der aktuelle Investitionsschub sei kein Hype, sondern Ausdruck eines fundamentalen Wandels in der Computing-Infrastruktur – „dieses Mal ist es anders“, so seine Einschätzung.
Offene KI-Modelle: Unterzeichnerzahl verdoppelt sich
Neben der Korea-Allianz sorgte ein von Nvidia initiierter offener Brief für Aufsehen. Innerhalb eines Tages verdoppelte sich die Zahl der Unterzeichner von 25 auf 50 Organisationen, darunter neu OpenAI, Google, AMD, Cisco und Cloudflare. Das Schreiben mit dem Titel „Open Weights and American AI Leadership“ richtet sich an Washington und warnt vor pauschalen Beschränkungen offener KI-Modelle. Auffällig blieb die Abwesenheit von Amazon und Anthropic – Letzteres hatte zuvor argumentiert, offene Modelle bärgen Sicherheitsrisiken. Im Hintergrund erwägt die US-Regierung nach Berichten strengere Vorgaben für chinesische KI-Entwickler, etwa über Entity-List-Einstufungen oder Beschaffungsauflagen.
Kurs bleibt unter Druck trotz Nachrichtenflut
Die Nvidia-Aktie schloss am Freitag bei 182,00 Euro und büßte damit 0,80 Prozent ein. Sie notiert weiterhin gut zehn Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro, das sie im Mai markiert hatte. Der Relative-Stärke-Index von 52,6 signalisiert derzeit weder Überkauft- noch Überverkauft-Situation – der Markt scheint die Fülle an strategischen Ankündigungen aus Südkorea und den USA vorerst nüchtern einzupreisen, statt sie unmittelbar in Kursgewinne umzumünzen.
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