Nvidia Aktie: SpaceX setzt künftig auf Nvidia

Nvidia sichert sich SpaceX als Kunden und liefert erste Rubin-GPUs aus. Analysten sehen Kurspotenzial, während Insider Aktien verkaufen.

Dieter Jaworski ·
Nvidia Aktie

Kurz zusammengefasst

  • SpaceX setzt vollständig auf Nvidia-Chips
  • Erste Rubin-GPUs an Cloud-Riesen ausgeliefert
  • Arrowstreet Capital stockt Nvidia-Anteile auf
  • Insider verkaufen Aktien im Milliardenwert

Selten fällt ein Bekenntnis so eindeutig aus wie das von Elon Musk. Der SpaceX-Chef erklärte gestern, sein Unternehmen werde für seine KI-Infrastruktur künftig ausschließlich auf Grafikprozessoren von Nvidia setzen. Besonders die neue Vera-Rubin-Architektur lobte er als die „beste“ verfügbare Technologie – nicht nur für irdische Rechenzentren, sondern auch für die geplanten Starmind-AI-1-Satelliten, die künftig Rechenleistung im Orbit bereitstellen sollen. Für mich ist das mehr als eine nette Randnotiz: Es ist ein weiterer Beleg dafür, wie tief sich Nvidia in die Infrastruktur der KI-Ökonomie eingegraben hat.

Ein Ökosystem, das sich selbst verstärkt

Die SpaceX-Nachricht steht nicht isoliert. Erst am Dienstag stellte Nvidia den Spectrum-6-Ethernet-Switch-Chip vor, der in Clustern mit mehr als 100.000 GPUs eine Netzwerkeffizienz von 95 Prozent halten soll – ein Detail, das zeigt, wie konsequent das Unternehmen seine Hardware für die nächste Größenordnung von KI-Fabriken optimiert. Ende Juli kam die strategische Partnerschaft mit Safe Superintelligence Inc. hinzu, jenem Start-up des früheren OpenAI-Chefwissenschaftlers Ilya Sutskever. Parallel dazu weitete Nvidia mit SK Group, NAVER und Brookfield seine „National AI Factory“-Initiative in Südkorea aus und gründete gemeinsam mit der Korea Advanced Institute of Science and Technology ein KI-Forschungslabor. Wer diese Kette an Ankündigungen verfolgt, erkennt ein Muster: Nvidia positioniert sich nicht mehr nur als Chiplieferant, sondern als Architekt kompletter KI-Infrastrukturen – von Regierungsprojekten bis zur Raumfahrt.

Auch operativ liefert das Unternehmen. Die Vera-Rubin-Plattform ging Ende Juli in die Vollproduktion, erste Rubin-GPUs mit 288 Gigabyte HBM4-Speicher wurden bereits an Google Cloud, Microsoft Azure und Meta ausgeliefert. Das ist der Unterschied zwischen Ankündigung und Auslieferung – und genau dieser Unterschied dürfte entscheidend sein, wenn Nvidia am 26. August seine Zahlen für das zweite Geschäftsquartal vorlegt. Das Management hatte zuvor einen Umsatz von 91,0 Milliarden US-Dollar mit einer Schwankungsbreite von plus/minus zwei Prozent in Aussicht gestellt.

Institutionelles Vertrauen trifft auf Insider-Skepsis

Wer nach Bestätigung für die These sucht, dass große Adressen weiter aufstocken, findet sie bei Arrowstreet Capital: Der Vermögensverwalter erhöhte seine Position im ersten Quartal um 19,2 Prozent, kaufte 5,1 Millionen Aktien hinzu und hält nun 31,8 Millionen Anteile im Wert von rund 5,54 Milliarden US-Dollar. Das ist ein klares Votum institutionellen Vertrauens.

Zugleich verkauften Unternehmensinsider innerhalb der zwölf Monate bis Ende Juli Aktien im Wert von mehr als 1,8 Milliarden US-Dollar. Für mich ist das kein Alarmsignal, aber ein Punkt, den man nicht wegreden sollte – wenn Führungskräfte in großem Stil Kasse machen, während der Kurs nahe seinen Höchstständen notiert, gehört das zur Risikobetrachtung. Beide Signale nebeneinander zu halten, halte ich für redlicher, als nur die eine oder andere Seite zu betonen.

An der Wall Street überwiegt der Optimismus. Bernstein-Analyst Varun Govindaraj bestätigte am 3. August ein Kursziel von 315 US-Dollar mit einer Kaufempfehlung. BofA Securities ging Ende Juli noch weiter und nannte ein Ziel von 350 US-Dollar – mit der Begründung, Nvidias Unterstützung sowohl offener als auch proprietärer Modelle wie jener von OpenAI maximiere das adressierbare Marktpotenzial.

Mein Fazit

Der Aktienkurs schloss gestern bei 189,78 Euro, ein Plus von 3,26 Prozent, und notiert damit 6,28 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Diese Nähe zum Rekord spiegelt für mich die Summe der Nachrichten der vergangenen Wochen wider: ein Unternehmen, das sein Ökosystem von der Raumfahrt bis zur Regierungsinfrastruktur ausbaut, während gleichzeitig Insider Gewinne realisieren. Die Wette auf Nvidia bleibt für mich in erster Linie eine Wette auf die Zahlen am 26. August – erst dort zeigt sich, ob die Auslieferungen der Vera-Rubin-Generation die hohen Erwartungen tatsächlich in Umsatz übersetzen. Bis dahin überwiegen für mich die Argumente der Bullen, aber die Insiderverkäufe verdienen einen Platz auf der Beobachtungsliste, nicht in der Schublade der Fußnoten.

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Nvidia Aktie

189,80 EUR

+ 7,56 EUR +4,15 %
KGV 31,63
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,02 %
Marktkapitalisierung 5,13 Bio. EUR
ISIN: US67066G1040 WKN: 918422

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