Nvidia Aktie: Zahlen am 26. August

Nvidia präsentiert am 26. August Q2-Zahlen. Trotz EZB-Sorgen um KI-Hype stützen Milliarden-Deals und starke Nachfrage die Aktie.

Eduard Altmann ·
Abstrakte Darstellung eines modernen Hochleistungs-Rechenzentrums mit leuchtenden Glasfaserkabeln. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Quartalszahlen am 26. August erwartet
  • 500-Milliarden-Finanzierungsdeal mit Großbanken
  • EZB warnt vor KI-Markt-Korrektur
  • Konkurrenz wächst, Nachfrage bleibt hoch

Nächste Woche wird es ernst für Nvidia. Am 26. August legt das Unternehmen die Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 vor, und die Erwartungshaltung ist gewaltig. Das Management selbst peilt einen Umsatz zwischen 89,2 und 92,8 Milliarden Dollar an, die Wall Street liegt mit rund 91,9 Milliarden Dollar nur unwesentlich darüber.

Für mich ist genau das die eigentliche Geschichte hinter der Geschichte: Wenn ein Konzern seinen Vorjahresumsatz von 46,7 Milliarden Dollar nahezu verdoppelt und der Markt das mittlerweile als Formsache abtut, sagt das mehr über die Erwartungshaltung als über das Unternehmen selbst.

Die Finanzierungsarchitektur ist der eigentliche Hebel

Was mich an der aktuellen Lage mehr interessiert als die reine Umsatzzahl, ist die Art, wie Nvidia sein Wachstum absichert. Anfang August wurde eine Finanzierungsvereinbarung über 500 Milliarden Dollar mit Goldman Sachs, Apollo, Blackstone und BlackRock bekannt, dazu kommen bis zu 105 Milliarden Dollar für ein Rechenzentrum von OpenAI in Ohio. Das ist keine Randnotiz, sondern ein strategisches Signal: Nvidia positioniert sich nicht mehr nur als Chiplieferant, sondern als Finanzarchitekt der KI-Infrastruktur seiner eigenen Kunden.

Die Dividende wurde auf 25 Cent angehoben, dazu läuft ein Aktienrückkaufprogramm über 80 Milliarden Dollar. Wer glaubt, ein derart aggressiv wachsendes Unternehmen könne sich solche Ausschüttungen nicht leisten, irrt aus meiner Sicht – die Bilanzstärke trägt diese Konstruktion offenkundig.

Genau hier liegt aber auch der wunde Punkt, den die Europäische Zentralbank am Donnerstag öffentlich ansprach: Eine Korrektur am US-KI-Markt könnte über Haushalte, Pensionsfonds und Versicherer auch auf Europa durchschlagen.

Nvidias erste Bewertung von 5 Billionen Dollar dient der EZB explizit als Beispiel für einen möglichen Hype. Diese Sorge halte ich für berechtigt, ohne sie zu teilen – ein Warnsignal ist kein Beweis für eine Blase, aber es zeigt, wie eng die Aktie mittlerweile mit der Stabilität des gesamten Finanzsystems verwoben ist.

Konkurrenzdruck wächst, aber die Nachfrage bleibt robust

AMD und Google Cloud schließen auf, mit einem Umsatzwachstum von 82 Prozent bei Google Cloud und einer Verdopplung des Rechenzentrumsgeschäfts bei AMD. Auch Cerebras schickt mit dem CS-4-Chip ein Signal, dass GPUs künftig nicht mehr alleiniger Standard sein müssen – interessant ist dabei, dass selbst Cerebras GPUs für bestimmte Phasen weiterhin für unverzichtbar hält.

Für mich spricht das eher für eine Marktausweitung als für eine Verdrängung Nvidias. Jefferies bezeichnet die KI-Nachfrage von Kunden wie Microsoft, Amazon, SpaceX und OpenAI als „rock-solid“ – ein Urteil, das ich angesichts der parallel laufenden Kapazitätsengpässe bei Speicherchips für plausibel halte.

Samsung hat die Foundry-Preise um bis zu 15 Prozent erhöht, TSMC ist bei fortschrittlichen Fertigungsknoten bis weit ins nächste Jahr ausverkauft. Das ist kein Nachfrageproblem, sondern ein Angebotsproblem – und das spricht tendenziell für Preissetzungsmacht bei den Anbietern, die wie Nvidia am oberen Ende der Wertschöpfungskette sitzen.

Kursbild bleibt robust, Bewertungsdiskussion nimmt zu

Die Aktie notiert aktuell bei 186,46 Euro, nur unwesentlich über dem gestrigen Schlusskurs von 186,20 Euro. Auf Wochensicht steht ein Minus von 4,5 Prozent zu Buche, während sich der Titel binnen zwölf Monaten um 24 Prozent verteuert hat.

Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro beträgt knapp acht Prozent – aus meiner Sicht kein Alarmsignal, sondern eher eine gesunde Verschnaufpause vor dem Zahlentermin.

Zugleich mehren sich Stimmen, die vor zirkulärer Finanzierung warnen, ein Vergleich, der bewusst an die Dotcom-Ära erinnert. Diese Debatte nehme ich ernst, halte sie aber angesichts der belegten operativen Cashflow-Stärke des Unternehmens für verfrüht.

Unterm Strich überwiegen für mich die Argumente, die für eine fortgesetzte fundamentale Stärke Nvidias sprechen: robuste Nachfrage großer Hyperscaler, strategische Finanzierungskraft und ein Wettbewerbsumfeld, das eher die Marktgröße als die Marktposition Nvidias verändert.

Die Risiken – makroökonomische Nervosität, geopolitische Spannungen und eine wachsame Notenbank – sind real, aber sie wiegen aus meiner Sicht (noch) nicht schwerer als die operative Substanz, die das Unternehmen in den kommenden Zahlen erneut unter Beweis stellen dürfte.

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Nvidia Aktie

199,72 EUR

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KGV 29,16
KUV 18,21
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,12 %
Marktkapitalisierung 5,56 Bio. USD
Ø Kursziel 327,13 USD
ISIN: US67066G1040 WKN: 918422

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