Nvidia Aktie: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit!

SpaceX visiert einen großen Ausbau mit Nvidia-Chips an; Finanzierung und Infrastruktur sind jedoch noch nicht gesichert.

Andreas Sommer ·

Kurz zusammengefasst

  • 440.000 Vera-Rubin-Systeme bis 2027 geplant
  • Rechenleistung teils zur Vermietung vorgesehen
  • SpaceX sucht 40 Milliarden US-Dollar Finanzierung
  • AWS meldet Stromhürden bei Serverracks

SpaceX plant einen Trainingscluster mit 440.000 Nvidia-Vera-Rubin-Rechengeräten bis Ende des zweiten Quartals 2027. Das geht aus einem heutigen Medienbericht über Aussagen von Elon Musk hervor. Für Nvidia unterstreicht das Vorhaben die Nachfrage nach der nächsten Produktgeneration. Berichte über fehlende Stromversorgung bei Amazon zeigen allerdings: Zwischen dem Kauf der Systeme und ihrem Einsatz können erhebliche Hürden liegen.

SpaceX plant den nächsten Technologieschritt

Musk zufolge soll SpaceX seine KI-Rechenleistung ungefähr zur Hälfte selbst nutzen und zur Hälfte extern vermieten. Die Aufteilung soll sich dynamisch nach der Nachfrage richten. Geplant sind kurzfristige Mietverträge zu Marktpreisen statt langfristiger Bindungen.

Für Nvidia ist damit nicht allein der Eigenbedarf von SpaceX relevant. Auch das geplante Vermietgeschäft steht hinter dem Ausbau. Dessen Umfang bleibt allerdings eine Planung und ist nicht mit einem bereits vollständig umgesetzten Beschaffungsprogramm gleichzusetzen.

Bereits gestern sagte Musk, SpaceX wolle bis Ende 2026 monatlich rund 200.000 Nvidia-GB300 in Betrieb nehmen. Im kommenden Jahr soll der Ausbau überwiegend auf Vera Rubin wechseln.

Die Aussagen beschreiben damit einen Übergang zwischen zwei Nvidia-Produktgenerationen. Entscheidend für die Umsetzung ist nach Musks eigener Einschätzung weniger die Chipverfügbarkeit als die Bereitstellung von Stromversorgung, Kühlung und Infrastruktur.

Finanzierung und Strom als Hürden

Reuters berichtete unter Berufung auf die Financial Times, SpaceX suche rund 40 Mrd. US-Dollar an Krediten und Schulden zur Finanzierung von Nvidia-Chips. Die Finanzierung ist nicht abgeschlossen.

Damit stehen neben den technischen Voraussetzungen auch die finanziellen Bedingungen im Fokus. Die Ausbauziele liefern ein Nachfragesignal für Nvidia. Sie sollten jedoch nicht wie bereits abgeschlossene und finanzierte Lieferungen bewertet werden.

Wie konkret die Infrastrukturprobleme ausfallen können, berichtete Business Insider gestern am Beispiel von AWS. Interne E-Mails vom August sahen vor, Nvidia-GB300-Serverracks im Wert von rund 5 Mrd. US-Dollar vor ihrem endgültigen Einsatz an US-Standorten entgegenzunehmen.

Einigen Standorten fehlte dem Bericht zufolge trotz verfügbarer Rack-Fläche die erforderliche Stromversorgung. Fertige Systeme wurden deshalb in Zwischenlagern bereitgestellt. Das verdeutlicht den Unterschied zwischen bestellter Hardware und tatsächlich nutzbarer Rechenkapazität.

Für Anleger zählt die Umsetzung

Die Nachrichten sprechen deshalb nicht einfach für eine nachlassende Nachfrage nach Nvidia-Systemen. Vielmehr treffen ambitionierte Ausbaupläne auf praktische Grenzen bei deren Inbetriebnahme.

Für die Einordnung der Nvidia-Aktie sind beide Seiten wichtig: SpaceX stellt einen umfangreichen Wechsel zu Vera Rubin in Aussicht. Gleichzeitig zeigt das AWS-Beispiel, dass selbst verfügbare Systeme nicht automatisch produktiv eingesetzt werden können. Der entscheidende Prüfstein für die Ausbaupläne ist damit das Zusammenspiel von Finanzierung, Stromversorgung und betriebsbereiter Infrastruktur.

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Sektor Technologie
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