Ocugen Aktie: Drei BLAs bis 2028 geplant
Ocugen plant Zulassungsanträge für drei Gentherapien gegen seltene Augenerkrankungen. Die Aktie legte in den letzten 30 Tagen um 24 Prozent zu.

Kurz zusammengefasst
- Drei Gentherapieprogramme in der Pipeline
- Zulassungsanträge für 2027 und 2028 geplant
- Aktie gewann 24 Prozent in 30 Tagen
- Topline-Daten zu OCU400 Anfang 2027 erwartet
Ocugen hat einen klaren Zeitplan vorgelegt. Drei Gentherapien für seltene Augenerkrankungen sollen in den kommenden Jahren die US-Zulassung durchlaufen. Die Aktie reagiert mit deutlichem Rückenwind: Binnen 30 Tagen legte sie 24 Prozent zu.
Aktuell notiert das Papier bei 1,30 Euro, ein Plus von 0,62 Prozent zum Vortag. Auf Jahressicht steht ein Gewinn von 37,46 Prozent, seit Jahresbeginn sind es 10,15 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 2,35 Euro aus dem März bleibt die Aktie allerdings noch 44,60 Prozent entfernt.
Drei Programme, drei Zeitpunkte
Ocugen entwickelt Gentherapien gegen Retinitis pigmentosa, Morbus Stargardt und geografische Atrophie. Alle drei sollen als einmalige Behandlung wirken, nicht als Dauertherapie.
Für Retinitis pigmentosa (OCU400) und Stargardt-Krankheit (OCU410ST) plant das Unternehmen die Zulassungsanträge für das kommende Jahr. Die entscheidenden Topline-Daten zu OCU400 erwartet Ocugen bereits in der ersten Jahreshälfte 2027. Bei OCU410ST könnte die zulassungsrelevante Studie den Antrag Mitte 2027 ermöglichen.
Das dritte Programm braucht mehr Zeit. OCU410 gegen geografische Atrophie geht jetzt in Phase 3, der Zulassungsantrag ist erst für 2028 vorgesehen. Grund für den Aufschub ist die Größe der Studie: Ocugen plant eine adaptive Studie mit unter 300 Patienten, abgestimmt mit Aufsichtsbehörden in den USA und Europa.
Phase-2-Daten liefern die Basis für den nächsten Schritt. Bei mittlerer Dosierung zeigte sich eine rund 33-prozentige Reduktion des Läsionswachstums. Die vorläufigen 12-Monats-Daten aus der ArMaDa-Studie bestätigten den Effekt als statistisch signifikant, bei unauffälligem Sicherheitsprofil. Nach Unternehmensangaben traten in keinem der drei Programme bislang schwere, medikamentenbedingte Nebenwirkungen auf.
Große Zielgruppen, hohes Risiko
Die potenziellen Patientenzahlen sind beträchtlich. Ocugen nennt über 100.000 Retinitis-pigmentosa-Patienten und etwa 50.000 Stargardt-Patienten allein in den USA. Bei geografischer Atrophie im Spätstadium schätzt das Unternehmen die Zielgruppe in den USA und der EU auf 2 bis 3 Millionen Menschen.
Diese Größenordnung erklärt das Kursinteresse. Spätphasenstudien mit adaptivem Design bergen aber ein Risiko: Sie können scheitern, sich verzögern oder von Aufsichtsbehörden zusätzliche Auflagen bekommen.
Technisch zeigt die Aktie ein gemischtes Bild. Sie liegt 8,48 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 1,20 Euro, aber knapp unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 1,32 Euro. Der RSI von 55,2 signalisiert weder Überkauft- noch Überverkauft-Zustand — die jüngste Rally hat also noch keine Extremwerte erreicht.
Der nächste konkrete Meilenstein sind die Topline-Daten zu OCU400, erwartet in der ersten Hälfte des kommenden Jahres. Sie dürften zeigen, ob der erste der drei Zulassungsanträge tatsächlich fristgerecht eingereicht werden kann.
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