Ocugen Aktie: Hauptversammlung am 11. Juni
Ocugen steht im Juni vor wichtigen Weichenstellungen: Hauptversammlung und Abschluss der PPQ-Chargen für die Gentherapie OCU400 stehen an.

Kurz zusammengefasst
- Hauptversammlung am 11. Juni 2026
- PPQ-Chargen für OCU400 vor Abschluss
- Phase-3-Studie liMeliGhT vollständig eingeschlossen
- Betriebsausgaben im ersten Quartal gestiegen
Für Ocugen verdichten sich in diesem Monat gleich mehrere Weichenstellungen. Die Jahreshauptversammlung steht an, ein kritischer Produktionsschritt für die führende Gentherapie gegen Retinitis pigmentosa nähert sich dem Abschluss — und die Pipeline liefert Datenpunkte im Quartalsrhythmus.
Hauptversammlung und Produktionsmeilenstein fallen zusammen
Am 11. Juni 2026 kommen die Aktionäre virtuell zusammen. Auf der Tagesordnung stehen vier Punkte: die Wahl zweier Direktoren, die Bestätigung von PwC als Wirtschaftsprüfer, eine beratende Abstimmung über die Vorstandsvergütung sowie die Frage, wie oft solche Abstimmungen künftig stattfinden sollen. Routinegeschäft — aber der Zeitpunkt ist alles andere als gewöhnlich.
Parallel läuft die Fertigstellung der sogenannten PPQ-Chargen für OCU400. Diese Prozessqualifizierungsstufe muss abgeschlossen sein, bevor Ocugen einen Zulassungsantrag bei der FDA einreichen kann. Das Unternehmen hält den Zeitplan für das zweite Quartal 2026. Danach plant es, die rollierende BLA-Einreichung im dritten Quartal zu starten und bis Mitte 2027 abzuschließen.
OCU400: Potenzielle Reichweite für fast alle RP-Patienten
Das Besondere an OCU400 liegt in seinem Ansatz. Die einzige heute zugelassene Gentherapie gegen Retinitis pigmentosa zielt auf das Gen RPE65 — das betrifft nur ein bis zwei Prozent aller RP-Patienten. OCU400 nutzt den Transkriptionsregulator NR2E3 und soll mit einer einzigen Behandlung mehrere genetische Mutationen adressieren. Die potenzielle Zielgruppe: 98 bis 99 Prozent aller RP-Patienten.
Die Phase-3-Studie liMeliGhT mit 140 Patienten ist vollständig eingeschlossen. Topline-Daten erwartet Ocugen im ersten Quartal 2027, eine mögliche Zulassung im vierten Quartal 2027.
Zwei weitere Programme mit konkreten Datenterminen
Für OCU410 bei geografischer Atrophie plant Ocugen im dritten Quartal 2026 den Start einer Phase-3-Studie mit bis zu 300 Patienten. Die Phase-2-Daten zeigen eine statistisch signifikante Reduktion des Läsionswachstums um 31 Prozent gegenüber der Kontrollgruppe nach zwölf Monaten. Zum Vergleich: Die derzeit zugelassenen Therapien erreichen Reduktionen von 15 beziehungsweise 22 Prozent nach zwölf und 24 Monaten. Keines dieser Mittel ist außerhalb der USA zugelassen.
Für OCU410ST bei Stargardt-Erkrankung folgen im dritten Quartal 2026 Interimsdaten von 24 Patienten. Topline-Ergebnisse sind für das zweite Quartal 2027 geplant, die BLA-Einreichung bis Mitte 2027. Das Programm könnte die erste Gentherapie ihrer Art für rund 100.000 Patienten in den USA und Europa werden.
Höhere Kosten, neuer Interims-CMO
Das Vorankommen hat seinen Preis. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Betriebsausgaben auf 19,4 Millionen Dollar — gegenüber 16,0 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Nettoverlust je Aktie wuchs leicht von 0,05 auf 0,06 Dollar.
Hinzu kommt ein Führungswechsel: Chief Medical Officer Huma Qamar verließ das Unternehmen am 8. Mai 2026. Mohamed Genead übernahm die Rolle kommissarisch. Die klinischen Programme laufen weiter.
Die Aktie notiert aktuell bei 1,18 Euro — rund 45 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom März und deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,43 Euro. Der Kurs spiegelt damit die Unsicherheit wider, die typisch für eine spätklinische Biotech-Story ist: viele Katalysatoren, aber noch keine Zulassung. Der PPQ-Abschluss in den nächsten Wochen wird zeigen, ob der Zeitplan hält.
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