Oculis Aktie: 56 Prozent Crash nach DIAMOND-Scheitern
Fehlgeschlagene DIAMOND-Studien zu OCS-01 lassen Oculis-Aktie um 56 Prozent einbrechen. Fokus verlagert sich auf Privosegtor.

Kurz zusammengefasst
- Phase-3-Studien verfehlen primäre Ziele
- Aktie verliert über die Hälfte an Wert
- Entwicklung von OCS-01 wird eingestellt
- Unternehmen setzt nun auf Privosegtor
Oculis Holding steht vor einem Trümmerhaufen in der klinischen Forschung. Die Phase-3-Studien DIAMOND-1 und DIAMOND-2 für den Hoffnungsträger OCS-01 verfehlten ihre Ziele. Das Unternehmen bricht die Entwicklung in dieser Indikation ab. Eine FDA-Zulassung ist damit vom Tisch.
Mehr als 800 Patienten nahmen an den internationalen Studien teil. Das primäre Ziel war eine verbesserte Sehschärfe nach 52 Wochen. Zwar reduzierte das Medikament die Netzhautdicke deutlich, die Sehkraft der Probanden verbesserte sich jedoch nicht wie erhofft.
Die Börse reagierte mit Panik auf die Nachricht vom 29. Mai. Innerhalb einer Woche verlor die Aktie rund 56 Prozent an Wert. Der aktuelle Kurs von 12,93 USD markiert eine Zäsur für das Unternehmen.
Zuvor notierte das Papier auf einem 52-Wochen-Hoch von 34,13 USD. Der Abstand zu diesem Niveau beträgt nun mehr als 60 Prozent. Inmitten des Kurssturzes prüfen Anwaltskanzleien bereits mögliche Verstöße gegen Wertpapiergesetze.
CEO Riad Sherif verlagert den Fokus nun auf andere Projekte der Spätphasen-Pipeline. Analysten passten ihre Bewertungen entsprechend an und sehen im Programm rund um den Wirkstoff Privosegtor den neuen primären Werttreiber.
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Für Privosegtor hat Oculis bereits eine formale Vereinbarung mit der US-Gesundheitsbehörde FDA über das Studiendesign erzielt. Das PIONEER-Programm umfasst zwei zulassungsrelevante Studien zur Behandlung von Optikusneuritis. Die FDA stufte den Wirkstoff zudem bereits als Therapiedurchbruch ein.
Finanziell verfügt das Biopharma-Unternehmen über ein Polster von 222 Millionen CHF. Diese liquiden Mittel sollen den Betrieb bis in die zweite Jahreshälfte 2029 sichern.
Der nächste wichtige Meilenstein sind die Ergebnisse der PREDICT-1-Studie zu Licaminlimab. Diese Daten zur Behandlung des trockenen Auges werden gegen Ende 2026 erwartet.
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