Ölpreise steigen: Trump lehnt Angebot aus Teheran ab

Nach Trumps Absage bleibt die Straße von Hormus gesperrt; Brent verteuerte sich zum Wochenauftakt um zwei bis drei Prozent.

Felix Baarz ·
KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Iranisches Angebot zur Öffnung abgelehnt
  • Brent kletterte auf 107,51 Dollar
  • Weitere indirekte Gespräche werden erwartet
  • Washington prüft Diesel-Exportbeschränkungen

US-Präsident Donald Trump hat einen iranischen Vorstoß zur Wiedereröffnung der blockierten Straße von Hormus zurückgewiesen. Die Reaktion an den Rohstoffmärkten folgte prompt. Der Preis für die Nordseesorte Brent verteuerte sich zum Wochenauftakt um rund zwei bis drei Prozent auf bis zu 107,51 Dollar je Barrel. Damit bleibt das Nadelöhr des globalen Ölhandels vorerst dicht.

Teherans Bedingungen waren Washington zu hoch

Vertreter beider Staaten waren am Rande der UN-Generalversammlung in New York erstmals seit Monaten wieder zu Verhandlungen zusammengekommen. Über katarische Vermittler bot die iranische Führung an, die strategisch wichtige Meerenge innerhalb von sieben Tagen freizugeben.

Im Gegenzug verlangte Teheran jedoch weitreichende Zugeständnisse. Gefordert wurden ein Ende der US-Seeblockade iranischer Häfen, die vollständige Aufhebung der Sanktionen auf Ölexporte sowie eine Waffenruhe, die auch den Libanon einschließt. Trump erteilte dem Paket eine Absage. Der Iran habe den Bogen überspannt, ließ der US-Präsident verlauten. Dies sei ein Abkommen, auf das man sich vielleicht vor einem Jahr hätte einigen können, nicht aber heute.

Neue Gesprächsrunde zeichnet sich ab

Trotz der harten Rhetorik scheinen die diplomatischen Kanäle nicht vollständig blockiert. Bereits ab Montag wird mit einer weiteren Runde indirekter Verhandlungen gerechnet. Trump selbst stellte weitere Gespräche in Aussicht, da Teheran grundsätzlich an einer Einigung interessiert sei.

Die Lage bleibt dennoch angespannt. US-Regierungsvertreter signalisierten, dass das Weiße Haus eine Wiederaufnahme direkter Angriffe auf iranische Ziele nach den Kongress-Zwischenwahlen im November erwägt. Ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor für den Markt: Washington prüft offenbar Beschränkungen für den Export von US-Diesel, um das heimische Angebot zu stützen.

Der militärische Konflikt zwischen den USA und dem Iran dauert inzwischen acht Monate an und treibt den weltweiten Inflationsdruck an. Seit Jahresbeginn ist der Preis für Rohöl der Sorte Brent um rund 75 Prozent gestiegen. Bis zu den für diese Woche angesetzten neuen Gesprächen bleibt das Versorgungsrisiko an der Straße von Hormus der bestimmende Faktor für den Ölmarkt.

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