OHB: 10-Milliarden-Pakt mit Rheinmetall

OHB und Rheinmetall starten gemeinsames Raumfahrtunternehmen für das neue Satellitenkommunikationssystem der Bundeswehr mit einem Auftragsvolumen von bis zu zehn Milliarden Euro.

Redaktion Stock-World ·
Eine stilisierte Hand, die Raumfahrttechnik darstellt, schüttelt die Hand, die Rüstungsindustrie darstellt, vor einem High-Tech-Hintergrund. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Gemeinsame Firma für Satellitenkommunikation gegründet
  • Auftragswert von bis zu zehn Milliarden Euro
  • Bundeswehr erhält geschützte Kommunikationsarchitektur
  • OHB-Aktie nach Rekordhoch in Konsolidierungsphase

OHB und Rheinmetall haben ihr gemeinsames Raumfahrtunternehmen gegründet. Das Ziel: das neue Satellitenkommunikationssystem der Bundeswehr bauen und betreiben. Ein Auftrag, der bis zu 10 Milliarden Euro wert sein könnte.

Joint Venture ist offiziell gestartet

Am 11. Juni 2026 wurde die „OHB Rheinmetall Space Networks GmbH“ ins Handelsregister eingetragen. Das Bundeskartellamt hatte die Gründung bereits Mitte April genehmigt. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Bremen. Dennis Winkelmann führt sie für OHB, Alexander Beyer für Rheinmetall.

Das Joint Venture trägt die Gesamtverantwortung für Entwicklung, Integration und Betrieb des Systems SATCOMBw Stufe 4. Kern des Projekts ist eine geschützte Kommunikationsarchitektur, die Soldaten, Fahrzeuge und Drohnen im Einsatz direkt vernetzt. Ein eigenes Cyber Operation Center soll die IT-Sicherheit gewährleisten.

35 Milliarden Euro für Weltraumverteidigung

Das Projekt ist Teil der Weltraumsicherheitsstrategie der Bundesregierung. Das Verteidigungsministerium plant bis 2030 insgesamt 35 Milliarden Euro für raumfahrtbezogene Verteidigungsvorhaben ein. Das potenzielle Auftragsvolumen für SATCOMBw Stufe 4 allein liegt bei bis zu 10 Milliarden Euro.

OHB-Chef Marco Fuchs sieht die Kooperation als Beitrag zur Sicherheitsarchitektur Deutschlands und Europas. Bremens Bürgermeister Bovenschulte betonte den regionalen Effekt: Hunderte Arbeitsplätze sollen in Bremen gesichert und neu geschaffen werden.

Aktie nach Rekordrally in Konsolidierung

Die OHB-Aktie schloss am Donnerstag bei 411,00 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier um mehr als 238 Prozent zugelegt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 688,00 Euro ist sie aktuell rund 40 Prozent entfernt. Der RSI liegt bei 50 — neutral, nach einer Phase extremer Volatilität.

Ein strukturelles Merkmal erklärt die heftigen Ausschläge: Rund 65 Prozent der Anteile hält die Familie Fuchs, weitere 28,6 Prozent gehören KKR. Der Free Float beträgt nur knapp 5,7 Prozent. Geringe Handelsvolumina reichen aus, um den Kurs stark zu bewegen.

Fundamental stützt ein Auftragsbestand von 3,19 Milliarden Euro (Stand Ende 2025) die Bewertung. Die operative Marge lag 2025 bei 5,9 Prozent. Für 2026 peilt das Management 8 Prozent an — ob das SATCOMBw-Projekt dabei schon zählt, hängt vom Zeitpunkt der Auftragsvergabe ab.

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OHB SE Aktie

178,00 EUR

– 0,60 EUR -0,34 %
KGV 79,56
KUV 2,86
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,32 %
Marktkapitalisierung 3,43 Mrd. EUR
Ø Kursziel 304,22 EUR
ISIN: DE0005936124 WKN: 593612

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