OHB: 22 Prozent Minus in einem Monat

OHB verliert binnen eines Monats 22 Prozent. Trotz Milliardenauftrag und Brancheninteresse belasten hohe Bewertung und Gewinnmitnahmen den Kurs.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte Darstellung einer modernen Luft- und Raumfahrt-Produktionsstätte in kühler, atmosphärischer Beleuchtung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Aktie verliert binnen Monatsfrist 22 Prozent
  • Berenberg bestätigt bestehendes Kaufrating
  • SES-Vertrag umfasst 18 Satellitenplattformen
  • Hohe Bewertung dämpft die Auftragsfreude

OHB bleibt unter Druck. Am heutigen Mittwoch verliert das Papier 3,0 Prozent und notiert bei 181,00 Euro – trotz eines Umfelds, das für die deutsche Raumfahrtbranche zuletzt eigentlich positive Signale lieferte. Seit rund einem Monat hat die Aktie 22 Prozent verloren, die Erholung nach dem milliardenschweren IRIS²-Auftrag ist inzwischen wieder verpufft.

Berenberg entdeckt die Raumfahrtbranche

Anfang September nahm Berenberg die Raumfahrtbranche neu in die Analyse-Coverage auf und ordnete damit auch OHB in ein breiteres Sektorbild ein. Für OHB selbst war das keine neue Einschätzung: Das Kaufrating der Bank stammt bereits vom 5. August und wurde im Zuge der Sektor-Erstaufnahme lediglich bestätigt.

Der eigentliche Impuls dieser Woche lag also nicht in einer frischen Kurszielanhebung, sondern darin, dass Berenberg der gesamten Branche – und damit auch Wettbewerbern und Zulieferern – erstmals systematisch Aufmerksamkeit widmet.

Parallel dazu sorgte ein Testflug des deutschen Raketenherstellers Isar Aerospace für zusätzliches Medieninteresse an der Branche. Berichte beschrieben daraufhin eine kurzzeitige Erholungsbewegung bei OHB, ohne dass ein eigenständiges neues Unternehmensereignis bei OHB selbst dahinterstand.

Der Kursverlauf der vergangenen Woche zeigt, wie flüchtig dieser Rückenwind war: Auf Sicht von sieben Tagen steht für OHB zwar noch ein Plus von 1,6 Prozent, doch die Erholung reichte nicht aus, um den übergeordneten Abwärtstrend zu brechen.

Bewertungsfragen überschatten die Auftragsfreude

Der eigentliche Treiber der vergangenen Wochen bleibt der Ende August unterzeichnete Vertrag mit SES über knapp eine Milliarde Euro für 18 Satellitenplattformen im Rahmen des EU-Programms IRIS².

Reuters berichtete, dass dpa-AFX zufolge OHB nach Bekanntgabe zeitweise mehr als 9 Prozent zulegte und damit zur besten Aktie im SDax avancierte. OHB-Chef Marco Fuchs äußerte sich laut Reuters zuversichtlich, dass im Rahmen des Programms weitere Aufträge folgen könnten.

Doch diese Euphorie ist der Skepsis gewichen. Medienberichten zufolge wurde die anschließende Kursschwäche unter anderem mit Bewertungsbedenken und Gewinnmitnahmen begründet, ohne dass ein neues negatives Unternehmensereignis dafür verantwortlich gemacht wurde. Anleger scheinen den Auftragserfolg inzwischen stärker unter dem Blickwinkel der ohnehin schon hohen Bewertung zu betrachten als unter dem der langfristigen Wachstumsstory.

Was Anleger nun beobachten sollten

Für die kommenden Wochen dürfte entscheidend sein, ob Berenbergs neue Sektor-Coverage weitere konkrete Einschätzungen zu OHB nach sich zieht oder ob es bei der bloßen Bestätigung des älteren Ratings bleibt.

Zugleich bleibt die Frage im Raum, ob weitere IRIS²-Vergaben – wie von Fuchs in Aussicht gestellt – tatsächlich folgen und damit einen fundamentalen Gegenpol zur aktuellen Kursschwäche liefern können. Bis dahin bewegt sich die Aktie in einem Spannungsfeld aus operativem Rückenwind und einer Bewertung, die dem Markt offenbar zunehmend Sorgen bereitet.

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OHB SE Aktie

162,60 EUR

+ 0,60 EUR +0,37 %
KGV 72,91
KUV 2,78
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,36 %
Marktkapitalisierung 3,13 Mrd. EUR
Ø Kursziel 304,22 EUR
ISIN: DE0005936124 WKN: 593612

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