OHB: 25,73-Prozent-Rückgang in sieben Tagen
Nach dem Höhenflug verliert die OHB-Aktie massiv an Wert. Der Kurs testet nun die entscheidende 50-Tage-Linie als Stütze.

Kurz zusammengefasst
- Kursverlust von 25,73 Prozent in sieben Tagen
- 50-Tage-Linie bei 351,52 Euro als wichtige Marke
- Langfristiger Aufwärtstrend bleibt intakt
- Hohe Volatilität von 137 Prozent erschwert Prognose
Die Weltraum-Rallye der OHB-Aktie ist erst einmal gestoppt. Auf dem Höhenflug von 64 Euro auf 688 Euro folgt nun eine scharfe Korrektur. Am Donnerstag notiert das Papier bei 356,50 Euro – ein Minus von 4,42 Prozent allein an diesem Tag. Aber war dieser Absturz absehbar? Und wie geht es weiter?
Auf den ersten Blick sieht die Sache dramatisch aus: Innerhalb von sieben Tagen verlor die Aktie 25,73 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 688 Euro, erreicht am 21. Mai, trennen den Kurs inzwischen 48,18 Prozent. Das wirkt wie eine Vollbremsung.
Doch der Blick auf die längeren Zeiträume relativiert das Bild. Seit Jahresbeginn steht OHB immer noch 193,42 Prozent im Plus. Über zwölf Monate beträgt der Gewinn sogar 364,19 Prozent. Der Rücksetzer ist damit weniger eine Trendwende als eine heftige Korrektur innerhalb einer extremen Aufwärtsbewegung.
Die 50-Tage-Linie als Lackmustest
Charttechnisch rückt nun der 50-Tage-Durchschnitt in den Fokus. Er liegt bei 351,52 Euro – nur 1,42 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Die Aktie testet praktisch diese erste wichtige mittelfristige Trendlinie. Verteidigt sie dieses Niveau, bleibt die Aufwärtsdynamik intakt. Ein nachhaltiger Bruch darunter wäre dagegen ein Warnsignal. Dann rückt als nächstes der 100-Tage-Durchschnitt bei 294,58 Euro in den Blick.
Zum 200-Tage-Durchschnitt bei 201,76 Euro beträgt der Abstand noch 76,69 Prozent. Der langfristige Aufwärtstrend ist also intakt – aber extrem gedehnt. Eine solche Streckung macht Aktien anfällig für scharfe Rücksetzer.
Der RSI auf 14-Tage-Basis liegt bei 42,6 und damit weder im überkauften noch im überverkauften Bereich. Der Momentumverlust ist klar, aber von einer Panikzone kann keine Rede sein.
Volatilität als Dauerbegleiter
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität beträgt 137,08 Prozent. Das erklärt die Heftigkeit der Bewegungen – und heißt zugleich, dass technische Fehlsignale wahrscheinlicher sind als bei ruhigeren Werten. Die Marktkapitalisierung liegt bei 7,88 Milliarden Euro.
Operativ gab es zuletzt positive Nachrichten: OHB und Helsing gründen ein Gemeinschaftsunternehmen für weltraumbasierte taktische Aufklärung. Zudem wurde eine von OHB Czechspace geführte ESA-Mission für eine weitere Entwicklungsphase ausgewählt. Der fundamentale Unterbau der Rallye bleibt intakt.
Die entscheidende Frage in den kommenden Tagen: Hält der Kurs die 351,52 Euro? Oberhalb dieser Marke bleibt eine Stabilisierung wahrscheinlich. Fallen die Kurse nachhaltig darunter, verschiebt sich der Fokus auf die 294,58 Euro. Eine Rückkehr über den gestrigen Schlusskurs von 373 Euro würde das kurzfristige Chartbild aufhellen.
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